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Schriftenreihe D. Forschungsinstituts F. Politisch-Historisc: Der Geschmack der Vergänglichkeit

Jüdische Sommerfrische in Salzburg

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Die Stadt Salzburg und ihre Umgebung wurden seit der Jahrhundertwende zu einem bevorzugten Aufenthaltsort wohlhabender aristokratischer und bürgerlicher Gesellschaften, die die Schönheit von Stadt und Land suchten. Im Sommer wurde Salzburg durch ein vor allem aus Wien anreisendes jüdisches Publikum aus seiner provinziellen Vertrautheit gerissen. In der Zwischenkriegszeit zeigte sich Salzburg ambivalent: Trotz starkem Deutschnationalismus und Antisemitismus war es auch ein Ziel jüdischer Gäste, und die 1000-Mark-Sperre führte zu verstärkter US-amerikanischer jüdischer Solidarität. Für kurze Zeit schien Salzburg mit jüdischer Unterstützung ein Zentrum des Antinationalsozialismus zu werden. Doch die Mentalität der Salzburger war stärker. Die barocke Welt des Max Reinhardt verschwand im März 1938. Die jüdische Sommerfrischegesellschaft, die von vielen Salzburgern wegen ihrer internationalen Eleganz und der Ablehnung von Blut und Boden verachtet wurde, verschwand aus dem Stadtbild. An ihre Stelle trat eine dumpfe, heimattümelnde "Echtheit", die den Rückfall in provinzielles Denken und Barbarei signalisierte.

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Schriftenreihe D. Forschungsinstituts F. Politisch-Historisc: Der Geschmack der Vergänglichkeit, Robert Kriechbaumer

Sprache
Erscheinungsdatum
2002
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(Hardcover)
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Titel
Schriftenreihe D. Forschungsinstituts F. Politisch-Historisc: Der Geschmack der Vergänglichkeit
Untertitel
Jüdische Sommerfrische in Salzburg
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2002
Einband
Hardcover
Seitenzahl
364
ISBN10
3205994558
ISBN13
9783205994558
Reihe
Beschreibung
Die Stadt Salzburg und ihre Umgebung wurden seit der Jahrhundertwende zu einem bevorzugten Aufenthaltsort wohlhabender aristokratischer und bürgerlicher Gesellschaften, die die Schönheit von Stadt und Land suchten. Im Sommer wurde Salzburg durch ein vor allem aus Wien anreisendes jüdisches Publikum aus seiner provinziellen Vertrautheit gerissen. In der Zwischenkriegszeit zeigte sich Salzburg ambivalent: Trotz starkem Deutschnationalismus und Antisemitismus war es auch ein Ziel jüdischer Gäste, und die 1000-Mark-Sperre führte zu verstärkter US-amerikanischer jüdischer Solidarität. Für kurze Zeit schien Salzburg mit jüdischer Unterstützung ein Zentrum des Antinationalsozialismus zu werden. Doch die Mentalität der Salzburger war stärker. Die barocke Welt des Max Reinhardt verschwand im März 1938. Die jüdische Sommerfrischegesellschaft, die von vielen Salzburgern wegen ihrer internationalen Eleganz und der Ablehnung von Blut und Boden verachtet wurde, verschwand aus dem Stadtbild. An ihre Stelle trat eine dumpfe, heimattümelnde "Echtheit", die den Rückfall in provinzielles Denken und Barbarei signalisierte.