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- 644 Seiten
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Die islamische Traditionsliteratur, die etwa 200 Jahre nach den beschriebenen Ereignissen verfasst wurde, sollte nicht als Historiographie, sondern als "Heilsgeschichte" betrachtet werden, die der religiösen Deutung der Welt dient. Stattdessen sollte man Inschriften, Münzen, Ausgrabungen und zeitgenössische Manuskripte heranziehen, um ein neues Bild von der Entstehung und Frühzeit des Islam zu gewinnen. Die ältesten Texte, die später zum Koran wurden, stammen wahrscheinlich aus einem Gebiet zwischen Nordmesopotamien und der Seidenstraße und sind als Protest syrisch-christlicher "Altgläubiger" gegen die Hellenisierung der syrischen Kirche entstanden. Mit dem Beginn der arabischen Herrschaft wurde die Koranschreibung und -lesung jedoch Aufgabe der offiziellen Schreiberschulen. Die Erweiterung um neue Texte, die als islamische Traditionsliteratur bekannt sind, spiegelt dynastische Interessen wider und zielt darauf ab, sich von Byzanz und seiner Theologie abzugrenzen. An ihre Stelle trat ein arabisches Christentum mit semitischen Wurzeln, das ohne die hellenistische Lehre der Dreifaltigkeit auskam und sich als nützlich für die Legitimierung der neuen Herrschaft erwies. Diese Entwicklung begann bereits in der Omaiyadenzeit und wurde unter den Abbasiden zu einem prägenden Faktor der neu entstehenden Weltreligion Islam.
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INÂRAH Sammelbände - 5: Die Entstehung einer Weltreligion, Karl-Heinz Ohlig, Markus Groß
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