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Den Schmerz der Anderen begreifen 10914

Holocaust und Weltgedächtnis

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Weltweit verändern Gesellschaften ihren Blick auf die Vergangenheit. Mit scharfem Bewusstsein greifen zumal Menschen des Globalen Südens koloniales Unrecht in der Gegenwart, aber auch unbearbeitete Erfahrungen von Leid und Gewalt aus der Zeit der beiden Weltkriege auf. Sie erwarten unter Bezug auf die Dimension ihrer Gewalterfahrungen einen angemessenen Stellenwert dieser vielfach blinden Flecken im europäischen Gedächtnis. Dabei geraten sie in Konflikt mit Positionen, die teils immer noch auf die Anerkennung ihrer Traumata aus der NS-Zeit warten, die die Erinnerung an die Singularität des Holocaust bedroht sehen oder aber solcher, die sich außerhalb jeder Verantwortlichkeit wähnen. Charlotte Wiedemann, Nachfahrin der NS-Tätergeneration, plädiert aus einer kosmopolitischen Haltung heraus für die Anerkennung von Unrecht und Leid überall dort, wo auch aus rassistischen oder selbstgerechten Motiven - Empathie für Gewaltopfer ungleich verteilt sei und der Geist globaler Gerechtigkeit verletzt werde. Das Menschenrecht auf Unversehrtheit sei völkerrechtlich festgeschrieben. Es sei an der Zeit, die Skalierung von Leid zu überwinden, um das Erinnern daran für alle und glaubwürdig zu gestalten. Der Holocaust im Fokus der Erinnerung könne zukunftsweisender Anker für schmerzbehaftetes Unrecht in vielen Regionen der Erde sein.

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Den Schmerz der Anderen begreifen 10914, Charlotte Wiedemann

Sprache
Erscheinungsdatum
2022
Einband
(Paperback),
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Gebraucht - Gut
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Titel
Den Schmerz der Anderen begreifen 10914
Untertitel
Holocaust und Weltgedächtnis
Sprache
Deutsch
Erscheinungsdatum
2022
Einband
Paperback
ISBN10
3742509144
ISBN13
9783742509147
Reihe
Schlagwörter
Beschreibung
Weltweit verändern Gesellschaften ihren Blick auf die Vergangenheit. Mit scharfem Bewusstsein greifen zumal Menschen des Globalen Südens koloniales Unrecht in der Gegenwart, aber auch unbearbeitete Erfahrungen von Leid und Gewalt aus der Zeit der beiden Weltkriege auf. Sie erwarten unter Bezug auf die Dimension ihrer Gewalterfahrungen einen angemessenen Stellenwert dieser vielfach blinden Flecken im europäischen Gedächtnis. Dabei geraten sie in Konflikt mit Positionen, die teils immer noch auf die Anerkennung ihrer Traumata aus der NS-Zeit warten, die die Erinnerung an die Singularität des Holocaust bedroht sehen oder aber solcher, die sich außerhalb jeder Verantwortlichkeit wähnen. Charlotte Wiedemann, Nachfahrin der NS-Tätergeneration, plädiert aus einer kosmopolitischen Haltung heraus für die Anerkennung von Unrecht und Leid überall dort, wo auch aus rassistischen oder selbstgerechten Motiven - Empathie für Gewaltopfer ungleich verteilt sei und der Geist globaler Gerechtigkeit verletzt werde. Das Menschenrecht auf Unversehrtheit sei völkerrechtlich festgeschrieben. Es sei an der Zeit, die Skalierung von Leid zu überwinden, um das Erinnern daran für alle und glaubwürdig zu gestalten. Der Holocaust im Fokus der Erinnerung könne zukunftsweisender Anker für schmerzbehaftetes Unrecht in vielen Regionen der Erde sein.