Christian Friedrich Hebbel war ein deutscher Dichter und Dramatiker, dessen Werke sich mit den komplexen Themen der menschlichen Psyche und existenziellen Dilemmata auseinandersetzten. Trotz bescheidener Anfänge erarbeitete sich Hebbel den Ruf eines bedeutenden Dramatikers mit einem leidenschaftlichen, wenn auch manchmal extravaganten Stil. Seine Dramen, geprägt von starker psychologischer Tiefe und dramatischen Situationen, untersuchen oft die Konflikte zwischen persönlichem Glück und gesellschaftlicher Verpflichtung. Obwohl seine Schriften gelegentlich Übermaß und groteske Elemente aufwiesen, zementierten seine scharfsinnigen Auseinandersetzungen mit der menschlichen Natur und Ethik seinen Platz in der deutschen Literatur.
"Demetrius - Trauerspiel in fünf Aufzügen und einem Vorspiel" ist ein hochwertiger Nachdruck der Originalausgabe von 1895. Hansebooks widmet sich der Erhaltung historischer Literatur aus verschiedenen Themenbereichen und macht seltene Werke wieder zugänglich, um historisches Wissen für die Zukunft zu bewahren.
Christian Friedrich Hebbel – aus kleinsten Verhältnissen stammend, der Freitischstipendiat auf dem alltäglichen Gang zur „Hinrichtung seines inneren Menschen“, der Not leidende Deutschlandwanderer und frierende Mansardenbewohner – war nicht nur einer der größten Dramatiker, sondern vor allem einer der sprachmächtigsten und gedankenreichsten Dichter des 19. Jahrhunderts. Seine Erzählungen und Novellen sind geprägt von E. T. A. Hoffmann, Jean Paul und Ludwig Tieck. Darin herrscht das Groteske und Schauerlich- Gespenstische vor. Anna, Matteo, Die Kuh u. a. sind Novellen, in der der „Pragmatismus des Zufalls“ eine Kettenreaktion des Unheils bewirkt und an den verstörten Menschen und rasanten Vorgängen eine aufreizende Diskrepanz von Ursache und Folge, Anlass und Ausbruch in Erscheinung tritt. In Schnock oder Nepomuck Schlägel herrscht der „komische Mensch“ vor und zeigt in immer neuen Begebenheiten einen „verrückten“ Charakterzug. Für Hebbel galt es in diesen erzählerischen „Nachtstücken“ die „Anomalien“ des Seins - in ihrer Vergnüglichkeit, aber auch in ihrer Entsetzlichkeit – zu zeigen.
Ich verstehe die Welt nicht mehr!« Mit diesem berühmten Ausruf des Vaters endet das Trauerspiel Maria Magdalena . Weil der Vater zuvor stets glaubte, die Welt zu verstehen, hat er seine Tochter in den Selbstmord getrieben. Davon, unter anderem, handelt Hebbels Stück: von der Grausamkeit und Härte, die aus dem Glauben resultiert, man habe die Welt im Griff. Und haben nicht auch heutige Trauerspiele, ob im Privaten oder in der Politik, mit diesem alten Irrglauben zu tun? »Ich verstehe die Welt nicht mehr!
Gleichsam im Schatten der berühmten Dramen vollzog sich Hebbels lyrisches Schaffen, das zwischen 1842 und 1857 seinen Höhepunkt fand. Die vorliegende Auswahl führt anhand der bekanntesten und von Hebbel selbst meistgeschätzten Gedichte in seine lyrische Themen- und Formenwelt ein.
Die Schändung und Befleckung einer Frau durch einen verbotenen Blick ist das Hauptthema von Friedrich Hebbels 1856 erschienener, aber erst 1889 uraufgeführter fünfaktiger Tragödie Gyges und sein Ring. Der Stoff geht auf die von Platon und vom griechischen Geschichtsschreiber Herodot überlieferte Geschichte vom lydischen König Kandaules zurück, der seinen Freund Gyges darum bittet, heimlich - mit Hilfe eines Ringes, der unsichtbar macht - einen Blick auf seine unverschleierte Frau Rhodope zu werfen, um ihm ihre Schönheit zu bestätigen. Friedrich Hebbel gestaltet einen Zusammenstoß zwischen einem der Tradition verpflichteten Menschen und einem Repräsentanten der neuen Ordnung: Rhodope verkörpert die Tradition, Kandaules will als Neuerer aufklärerisch fortschrittlichen Anschauungen zum Durchbruch verhelfen.
Mit einem Nachwort.