Dieser Band der sprach- und kulturwissenschaftlich ausgerichteten Reihe "Niederdeutsche Studien" widmet sich der historischen Wortbildung des Niederdeutschen mit dem Schwerpunkt Mittelniederdeutsch, um die wissenschaftliche Diskussion zu diesem Thema zu beleben. Thematisiert werden die explizite Derivation, die Bildung des Adverbs, Kollektivbildungen, das Wortbildungsmuster -(er)îe, Partikelverben, Fugenelemente sowie der Wortbildungswandel im Kontext des Schreibsprachenwechsels vom Niederdeutschen zum Hochdeutschen. Die Beiträge leisten einen grundlegenden Beitrag dazu, die Diskussion über die Herausbildung und den Wandel von Wortbildungsmustern um die niederdeutsche Perspektive zu ergänzen.0Die Beiträge basieren auf Vorträgen, die bei dem von Kungliga Vetenskapssamhället i Uppsala und der Kommission für Mundart- und Namenforschung Westfalens vom 28. 30. Juni 2018 in Uppsala veranstalteten Workshop Historische Wortbildung des Niederdeutschen gehalten wurden.
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Die Textsorte Bauernkomödie und die darin enthaltenen fiktionalen literarischen Gespräche gehören zu den wichtigsten Quellen, die Rückschlüsse auf die historisch gesprochene Sprache des 17. Jahrhunderts erlauben. Die Beiträge dieses Sammelbandes der sprach- und kulturwissenschaftlichen Reihe "Niederdeutsche Studien" beschäftigen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem sprach- und literarhistorischen Potenzial der Bauernkomödien. Die ihnen eigene inszenierte Dialogizität ermöglicht Analysen zu Gesprächssorten und Gesprächsverläufen, zu bestimmten sprachlichen Handlungen und anderen sprachpragmatischen, aber auch soziolinguistischen und grammatischen Merkmalen, wie sie für interaktionelles Sprechen charakteristisch sind. Das Besondere an den Bauernkomödien des 17. Jahrhunderts sind die häufig enthaltenen derben und drastischen Dialoge mit Flüchen, Beleidigungen oder Vorwürfen - sprachliche Aktivitäten, die in anderen Quellen kaum überliefert sind.
Sätze wie „Sie macht nicht mit, weil: sie ist total sauer!“ und „Ich hol dich dann gegen 4 ab. Obwohl: das geht ja gar nicht, ich hab ja schon was vor“ sind inzwischen fast schon die Regel. Immer häufiger erhält man in letzter Zeit Einladungen mit folgendem Wortlaut: „Wollen wir heute ein lecker Bierchen trinken gehen?“ oder „lass uns doch mal ein lecker Eis essen!“ Den Deutschen liegt ihre Sprache am Herzen. Spätestens seit der Neuregelung der Rechtschreibung haben Vertreter aus Politik und Wissenschaft zu spüren bekommen, wie emotional die Deutschen über den Zustand ‚ihrer‘ Sprache streiten können. Der Versuch, die Diskussion um eine sprachwissenschaftliche Perspektive zu bereichern, bietet also viel Zündstoff. In einer Vortrags- und Diskussionssreihe 2007 in Münster, an der Vertreter aus Schule, Wissenschaft und Medien teilnahmen, wurde lebhaft über Anglizismen, den Sprachgebrauch in den Medien, sprachhistorische Einsichten und insbesondere schulische Konsequenzen gestritten. Wie flexibel können und müssen wir auf diese oft als „Sprachverlotterung“ bezeichneten Veränderungen reagieren? Vergleicht man die unterschiedlichen Auflagen der Duden-Grammatiken fällt auf: Was in den 50er Jahren noch kompromisslos als falsch klassifiziert wurde, wird heute toleriert. Lehrerinnen und Lehrer müssen auf diesen Einstellungswandel reagieren, da nicht mehr pauschal auf „richtiges“ oder „falsches“ Deutsch verwiesen werden kann. Neue Wege im Umgang mit unserer Sprache sind gefragt. Dieser Band gibt dazu wichtige Anregungen. Die Beiträge: Markus Denkler/Dorothee Meer: Die ‚Verlotterung‘ der deutschen Sprache? / Elvira Topalovic/Stefan Elspaß: Die deutsche Sprache ein Irrgarten? Ein linguistischer Wegweiser durch die Zwiebelfisch-Kolumnen / Andreas Bittner/Klaus-Michael Köpcke: Sprachwandel- oder Verlotterungsprozesse – Versuch einer Versachlichung / Reinhard Fiehler: Gesprochene Sprache – chaotisch und regellos? / Susanne Günthner: weil – es ist zu spät. Geht die Nebensatzstellung im Deutschen verloren? / Benjamin Stoltenburg: lecka pilsken trinken! Deutsche Adjektive in der Umgangssprache: das Ende der Endungen? / Wolfgang Imo: Wenn mündliche Syntax zum schriftlichen Standard wird: Konsequenzen für den Normbegriff im Deutschunterricht / Christa Dürscheid: Welchen Stellenwert hat Jugendsprache im Unterricht? / Christina Noack: Wenn der Hont auf dem Faarat Kuren hohlt: Junge Sprachexperten auf dem Weg zur Schrift / Ludger Hoffmann: Wozu wir Grammatik brauchen