Immigrantenkinder und schulische Selektion
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Was unterscheidet die guten von den schlechteren Schülern? Weit weniger, als man annehmen müsste, ist der Bildungserfolg nur das Ergebnis von individuellen Fähigkeiten und persönlicher Anstrengungsbereitschaft. Er scheint auch das Produkt von Privilegien und von Zufällen zu sein. Die dargestellten empirischen Resultate irritieren. Sie belegen, dass die schulische Selektion, die Leistungsbewertung und sogar die Leistung selbst massgeblich von Faktoren jenseits der individuellen Kontrolle bestimmt werden. Aus dem empirischen Datenmaterial einer grösseren Längsschnittstudie werden Fragen zu den Auswirkungen von Heterogenität, zur Leistungssteigerung und zu den kompensatorischen Wirkungen der Schule, zu der Schulklasse als Lernbedingung, zum Einfluss von Leistungserwartungen und zu den Tücken der Leistungsbewertung und der Bildungsselektion bearbeitet. An verschiedenen Stellen der untersuchten Bildungssysteme zeigen sich empirische Auffälligkeiten. Möglicherweise sind sie das Resultat einer Schule, die gleichzeitig den ideellen Wert und den instrumentellen Nutzen von Bildung anbieten muss.
Schwerpunkt: Armut verhindern. Trends, Analysen, Zahlen
2010 ist das Europäische Jahr zur Bekämpfung der Armut, das den Fokus auf die Umsetzung von Strategien zur spürbaren Verminderung von Armut legt. Der Sozialalmanach 2010 von Caritas thematisiert im schweizerischen Kontext die Frage, wie Armut verhindert werden kann. Die weltweite Rezession 2009 stellt einen markanten Einschnitt dar, da sie sich in ihrem Ausmaß und ihren Auswirkungen von früheren Krisen unterscheidet. Carlo Knöpfel hebt in seinem Bericht über die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in der Schweiz hervor, dass die Krise den globalen Strukturwandel hin zu einem Service- und Kommunikationsnetzwerk beschleunigt und die sozialen Folgen erst bevorstehen. Es ist dringend notwendig, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um den sozialen Zusammenhalt zu wahren. Der Schwerpunktteil über die Verhinderung von Armut bietet einen Überblick über die Armutssituation in Europa und der Schweiz, wobei auch Betroffene zu Wort kommen. Im Mittelpunkt stehen Handlungsoptionen, da die Schweiz noch keine effektive Strategie entwickelt hat. Die Diskussion über Missbrauch zeigt, dass oft die Bekämpfung der Armen über der Bekämpfung der Armut steht. Die beste Politik ist die Vermeidung von Armut, und die Beiträge befassen sich mit Themen wie Prävention, Bildung, Berufseinstieg, Langzeitarbeitslosigkeit und Armut im Alter.