Das Buch „Israel_ Vom Scheitern einer Utopie“ von Linda Benedikt ist die Wiederauflage einer 2011 erstmals verlegten Sammlung von Texten, die auch im Jahre 2021 nichts an ihrer Relevanz und Aktualität eingebüßt haben.
Dorothy ist eine Frau um die sechzig. Die Kinder führen längst ein eigenes Leben, ihr Mann hat sich vor einer Weile von ihr getrennt. Jetzt lebt Dorothy allein in ihrem Haus und weiß nicht recht, wohin mit sich und dem Älterwerden. An einem heißen Sommertag zieht ein junges Paar in die Wohnung im Souterrain. Die Frau ist schwanger, wirkt selbstbewusst und unbeschwert. Vorsichtig lernen die Ältere und die Jüngere sich kennen, und schleichend setzen die immer persönlicher werdenden Gespräche etwas in Gang in Dorothy, verändern ihren eintönigen Alltag. Überdruss und Leere brauen sich bedrohlich zusammen und brechen schließlich aus, dunkel, voller Wucht, unerbittlich. Danach, von altem Ballast befreit, beginnt der Rest ihres Lebens. Mit Mut und feinem literarischen Gespür widmet sich Linda Benedikt einem schmerzhaften Thema: der Angst vor dem Alter und dem eigenen Leben.
Ein zartes, intensives Stück Literatur über eine zutiefst menschliche Erfahrung. Eine Tochter begleitet ihre Mutter beim Sterben. Was beiden bleibt, ist eine letzte kurze Woche. Auf engstem Raum, in einem Krankenhauszimmer. Aufrichtig und schonungslos gegen sich selbst durchlebt die Tochter Trauer und Glück, Verzweiflung und Wut – und sie versucht, mit dem nicht immer leichten Verhältnis zur Mutter fertigzuwerden, mit den Erinnerungen und dem als sinnlos empfundenen Tod. Linda Benedikts Prosadebüt Eine kurze Geschichte vom Sterben ist ein ergreifender Monolog über das Abschiednehmen und eine schmerzhafte Liebeserklärung zugleich. Es geschieht kaum etwas in diesen sieben Tagen, quälend langsam und eintönig vergeht die Zeit – und doch verändert sich alles.