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Hanna Engelmeier

    Das Tier als Medium und Obsession
    Trost
    Die Gruppe. Zur Geschichte und Theorie eines folgenreichen Konzepts
    • Trost

      Vier Übungen

      Dass Lesen weit mehr ist als das sinnstiftende Erfassen von Buchstaben, zeigen die vier Übungen, die dieser Essay versammelt. Sie führen das Lesen zusammen mit dem Schreiben, dem Hören, dem Beten und dem Genießen: Der heute nur wenigen bekannte Franz Xaver Kappus regte Rilke durch seine Briefe zu einer Auseinandersetzung mit den Grundlagen des Dichtens an, die bis heute Schreibende (und Lesende) inspiriert. Die Tonaufnahme von David Foster Wallaces Rede »This Is Water« und ein Hörspiel zu Walt Disneys Aristocats zeugen von einem Lesen, das Hören ist. Eileen Myles findet als Kind ein Rollenmodell in der Lektüre eines Johanna-von-Orléans-Comics und Adorno gönnt sich neben Kritik auch mal Eiscreme. In dieser Engführung von Kritik und Enthusiasmus, Kanon und Pop, Alltag und Ästhetik, Persönlichem und Theoretischem offenbart sich mit jedem weiteren Kapitel genau das, was der Titel verspricht: vier Übungen, die klug, voller Witz und doch mit Ernsthaftigkeit Text und Nebentext feiern und sich zu einer leisen, aber unbedingten Leseempfehlung für schwere und nicht ganz so schwere Zeiten fügen.

      Trost
    • Das Tier als Medium und Obsession

      Zur Politik des Wissens von Mensch und Tier um 1900

      • 318 Seiten
      • 12 Lesestunden

      Um 1900 gerät das Mensch-Tier-Verhältnis in den Sog evolutionistischer, esoterischer und poetischer Diskurse. Ideologien und Mythen, die das Differenzschema von Mensch und Tier angreifen, formieren sich im Grenzbereich menschlichen und nichtmenschlichen Lebens. Das Tier als Medium und Obsession beleuchtet literarische und theoretische Interventionen, die affirmativ auf die evolutionsbiologisch begründete Nähe zum Animalischen reagieren. Fragen sozialgeschichtlicher und psychohistorischer Natur drängen sich auf: Ist die intensive Auseinandersetzung mit Tieren der Wunsch, das Amorphe zu inkorporieren? Reagiert die Sehnsucht nach All-Einheit mit dem Organischen auf Entfremdung in der Moderne? Wie verhält sich die obsessive Hinwendung zur tierischen Welt zur Hybris, die Schranken des Menschendaseins transzendieren will? Zudem wird die Verbindung von Tierliebe und politischer Krisenstimmung thematisiert, insbesondere im Kontext der Animal Studies. Der Sammelband zielt auf eine literaturwissenschaftliche Annäherung an die bizarren Erscheinungsformen, in denen Menschliches und Nicht-Menschliches sich überkreuzen. Untersucht werden Sprachformen und Diskurse, die Vorstellungen von Tiersein und Menschsein konstituieren oder auflösen. Auch das Unheimliche und Abgründige am Haus- und Dressurtier wird betrachtet. Die Beiträge zeigen, wie Mensch-Tier-Beziehungen um 1900 zwischen Liebe und Grausamkeit, Bio-Utopien und sozialer Krisenstimmung

      Das Tier als Medium und Obsession