Walter Kempowski schildert in seinem großen Roman die Flucht und Vertreibung aus Ostpreußen während des letzten Kriegswinters. Die Geschichte dreht sich um die Familie von Katharina von Globig, die auf Gut Georgenhof lebt. Während die Rote Armee vorankommt und die Front sich zurückzieht, ignoriert Katharina die drohende Realität und flüchtet sich in ihre Welt aus Büchern und Musik. Das Alltagsgeschäft wird von ihrer energischen Verwandten, dem „Tantchen“, und den Ostarbeitern Wladimir, Vera und Sonja übernommen. Der zwölfjährige Peter wird von Dr. Wagner betreut, der die Zeit mit dem Jungen und seiner verträumten Mutter genießt. Doch die Bedrohung ist spürbar: Panzerkolonnen ziehen vorbei, der Strom fällt aus, und Flüchtlinge bitten um Einlass. Trotz der Warnzeichen bleibt die Familie in ihrer Idylle gefangen. Als der Pastor Katharina bittet, einen Verfolgten zu verstecken, willigt sie ein, was schließlich zu ihrer Verhaftung führt. Das „Tantchen“ übernimmt die Kontrolle, und die Familie bricht auf zur Flucht nach Westen. Doch diese Reise verwandelt sich in einen Albtraum, der alles verschlingt. Nur Peter überlebt und wird Zeuge des großen Sterbens.
Carlos Fortea Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)



Moorbruch
- 336 Seiten
- 12 Lesestunden
Siebzehn Jahre sind vergangen, seit Roddy Mackenzie, Leader der Band Amran, mit seinem Flugzeug verunglückte und verschollen blieb. Ein halbes Leben später ist Fin Macleod, früher Roadie der Band, zurück auf der Hebrideninsel Lewis. Im Auftrag eines Gutsbesitzers bekämpft er Wilderer. Doch der Erste, den Fin zur Strecke bringen soll, ist ausgerechnet sein alter Freund Whistler. Die beiden werden Zeugen eines Moorbruchs, der das Wrack von Roddys Flugzeug zu Tage befördert. Fin erkennt an Whistlers Reaktion sofort, dass etwas nicht stimmt. Dabei ahnt er noch nicht, dass es gar nicht Roddys Leiche ist, die sie gefunden haben ... Ein packender literarischer Krimi aus Schottland.
Troja
- 525 Seiten
- 19 Lesestunden
In Troja war alles ganz anders. Wer bisher glaubte, der Trojanische Krieg, der mit der Zerstörung der Stadt durch listige Griechen einherging, sei wegen des Raubs der schönen Helena ausgebrochen, der irrt gewaltig. Helena war allenfalls schmückendes Beiwerk und letzter Anstoß in einem Konflikt, in dem wirtschaftliche Machtinteressen die Hauptrolle spielten. So jedenfalls erzählt Gisbert Haefs die Story, die Teil des griechischen Mythos ist. Anhand des assyrischen Händlers Awil-Ninurta und einer ganzen Riege erstklassig schillernder Figuren schildert er die Geschichte vom Fall der Stadt. Selbst wenn es so nicht gewesen sein sollte, so ist es doch auf faszinierende Art farbenprächtig geschildert und glaubhaft erfunden. Und eine anschauliche Portion Geschichte bekommt man in Troja so oder so serviert. Als "fahrender Chansonnier und Komponist" hatte Gisbert Haefs, Bonner Autor und preisgekrönter Übersetzer der Werke etwa von Ambrose Bierce oder Jorge Luis Borges, selbst eine kleine Odyssee hinter sich, bevor er mit Romanen wie Hannibal, Alexander, Alexander in Asien oder Roma im historischen Roman seine eigentliche schriftstellerische Heimat fand. Troja ist eines dieser wundervoll lebendigen Bücher, die die Antike entstauben helfen und zu neuem Leben erwecken. Nicht nur Geschichtslehrern, sondern auch Geschichtsbegeisterten und Fans von spannender Lektüre unbedingt empfohlen. --Stefan Kellerer