Die Gründe für meine Wahl der kleinen irischen Universität Galway für ein Auslandssemester in Medizin 1963 waren eher fragwürdig. Irische Freunde vermuteten, es hätte mit einem steckengebliebenen Aufzug in Dublin zu tun. Vielleicht lag es auch daran, dass der Präsident des University College Galway in den Semesterferien keine Schreibkräfte hatte. Dennoch wurde es ein voller Erfolg. Ich entdeckte die atemberaubende irische Westküste und stellte fest, dass irische Hühner besser bekocht werden als Menschen. Das irische Bier genoss ich in vollen Zügen, ebenso wie Theater und Literatur in O’Donoghue’s Kneipe in Dublin, wo die ‘Dubliners‘ ihren Anfang nahmen. Ich lernte, dass die bösen schwarzen englischen Ratten nie auf heiligen irischen Boden treten durften und dass die irische Marine die einzige ist, in der Matrosen zum Mittagessen mit dem Fahrrad nach Hause fahren. Die tiefe Trauer über den Mord an John F. Kennedy, dem geliebten Sohn von Mutter Irland, prägte das Land, nachdem er zuvor eine berühmte Rede in Galway gehalten hatte. Medizin lernte ich ebenfalls, insbesondere die Leiden alter Fischersfrauen von den Aran-Inseln, die nur mittwochs und samstags aus dem Krankenhaus entlassen wurden. Und die irischen Mädchen? Sie haben mein Semester unvergesslich gemacht!
Thomas Lennert Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)


Der Kinderarzt Fritz Demuth wurde 1892 als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Berlin geboren. Neben der Ausbildung als Facharzt für Kinderheilkunde und seiner allseits geachteten wissenschaftlichen Arbeit auf den Gebieten der Gewebezüchtung und der experimentiellen Zellforschung lebte er auch künstlerische Intentionen aus, die u. a. zu sehr freundschaftlichen Beziehungen zu dem Komponisten Ernst Krenek führten. Fritz Demuth legte nach eigenem Bekunden großen Wert darauf, „nicht nur der Diagnostiker und Therapeut, sondern der Arzt und der persönliche Freund der Familie zu sein, deren Kinder ich behehandele“. Nach dem Entzug der Approbation und der Schließung seiner Praxis gelangen ihm und seiner Familie noch 1939 die Emigration nach Holland, von wo er 1944 nach Auschwitz dportiert wurde. Als Folge seines Einsatzes in den Krankenbaracken des Vernichtungslagers starb er im Mai 1944 an Entkräftung und Fleckfieber.