Hans Memling
- 255 Seiten
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Über viele Jahre als kleiner Künstler betrachtet, war Memling (ca. 1433-1494) kein Hofmaler, sondern ein Maler der Bourgeoisie. Im Laufe des 17. Jahrhunderts in Vergessenheit geraten, gilt Memling heute als einer der größten nordischen Maler des 15. Jahrhunderts, dank des perfekten Gleichgewichts zwischen Realismus und dem Streben nach Idealisierung in seinen Porträts. Seine Kompositionen, häufig als Diptychen, Triptychen oder Altartafeln ausgeführt, zeigen eine Virtuosität, die mit der von Van Eyck vergleichbar ist. Sein Sinn für Detail und präzises Zeichnen sowie seine technische Meisterschaft und sein Gespür für Komposition vereinen sich in solch großartigen Werken wie dem Jüngsten Gericht, der Mystischen Vermählung der Heiligen Katharina und den Sieben Freuden der Jungfrau. Anhand der repräsentativsten Gemälde von Memlings Werk hebt diese Arbeit durch die Finesse der Gesichter seiner Figuren und die Schlichtheit ihrer Posen, die durch die Kanons der Zeit auferlegt wurden, die komplexe Virtuosität dieses bedeutenden Künstlers hervor.
