Rassismus hat viele Gesichter und zur Zeit Konjunktur. Doch woher kommt das Denken in derartigen Kategorien, wie wirkt es sich auf menschliche Gesellschaften aus und woran erkennt man es? Stephanie Lavorano begibt sich auf einen Streifzug durch unsere Gegenwartsgesellschaft und legt den Finger in die Wunden. Denn selbst das heutige, von Humanismus und Aufklärung geprägte Europa ist gegen Rassismus nicht gefeit. Das zeigen viele Diskussionen der jüngsten Vergangenheit – um Roma in Italien oder Fußballnationalspieler in Deutschland.
Rassismus existiert weiterhin, trotz jahrzehntelanger Bemühungen, ihn zu bekämpfen. Er zeigt sich in verschiedenen Kontexten, sei es in Ferguson, North Charleston, an der Harvard University oder in den Pariser Banlieues, sowie in unseren eigenen Gedanken und Handlungen. Doch es gibt keine menschlichen Rassen. Was ist also Rassismus? Diese Sammlung bietet relevante internationale Antworten auf diese komplexe Frage aus einer kritischen Perspektive. Die theoretischen Texte helfen, Rassismus präzise zu definieren und zu beschreiben, um ihn wirksam zu bekämpfen, denn er ist kein einfacher Gegner.
Die Struktur des Buches gliedert sich in mehrere Abschnitte: Zunächst werden verschiedene Rassismusdefinitionen behandelt, gefolgt von Alltagsrassismus und dessen Auswirkungen auf Identitäten. Ein weiterer Abschnitt widmet sich dem Verhältnis von Rassismus zu (Post-)Kolonialismus, wobei bedeutende Stimmen wie Frantz Fanon und Stuart Hall zu Wort kommen. Schließlich wird die Verbindung zwischen Race und Gender thematisiert, mit Beiträgen von Angela Davis und Judith Butler. Diese umfassende Analyse bietet wertvolle Einblicke und Perspektiven, um das Verständnis von Rassismus zu vertiefen und effektive Strategien zu seiner Bekämpfung zu entwickeln.