Vom Westen nichts Neues
Ein muslimisches Leben zwischen Alpen und Hindukusch






Ein muslimisches Leben zwischen Alpen und Hindukusch
Vielfalt ist keine Frage politischer Korrektheit. Es geht um Qualitätsjournalismus. Unbias the News bietet Erfahrungsberichte von Journalist*innen weltweit, von Deutschland bis Brasilien, von Tadschikistan bis zu den Philippinen und von China bis zu den USA. Von Menschen, die sich jeden Tag bemühen, den Journalismus vielfältiger zu gestalten und nur allzu oft an die Grenzen eines verhärteten Systems stoßen – ihre Geschichten sind überraschend, lustig, aber auch empörend. Unbias the News ist ein praktischer Leitfaden für mehr Vielfalt in den Medien und eine neue Art des Journalismus, der so vielfältig ist wie die Gesellschaften, für die er gemacht ist.
Die blinden Flecken des westlichen Mainstreams werden immer größer. Anstelle von Selbstkritik dominieren Egoismus, Selbstverherrlichung und vor allem eurozentristische, orientalistische und rassistische Narrative stärker denn je. Sie sind in erster Linie darauf ausgerichtet, Millionen von Menschen zu dehumanisieren, um sie zum Abschuss freizugeben oder verhungern zu lassen. Nichts hat dies mehr verdeutlicht als der fortlaufende Genozid in Gaza, der zum Sinnbild jener korrumpierten Moralvorstellung geworden ist, die den Nahen Osten und andere Regionen der Welt seit Jahrzehnten heimsucht. Nach an den gescheiterten Antiterrorkriegen in Afghanistan, Irak und anderswo hätte man meinen können, dass die westliche Welt aus ihren Fehlern gelernt hätte und Veränderungen in Sicht seien. In den Köpfen der Politiker, die diese Kriege rechtfertigten und in den Redaktionsstuben der Medien, die sie meist ohne kritische Distanz begleiteten. Doch seit Gaza wird täglich deutlich, dass das Gegenteil der Fall ist. Wir sind für sie keine Menschen. Und alle Errungenschaften der Aufklärung, die liberale Demokratie und alles andere, was dazu gehört, scheinen für uns nie gegolten zu haben. "Alle sind gleich. Manche sind gleicher". Ganz im Sinne George Orwells sollte die neue Hymne der vermeintlich aufgeklärten, westlichen Welt lauten. Eine Welt, die alles verraten hat, wofür sie einst angeblich stand.
Mit der Operation Enduring Freedom begann am 7. Oktober 2001 der „Krieg gegen den Terror“ in Afghanistan, der bis heute zum längsten Krieg der USA und ihrer Verbündeten geworden ist, mit Tausenden Toten und Verletzen, auch unter den deutschen Soldaten. Nun ziehen die westlichen Truppen ab, doch der Krieg bleibt, denn der neokoloniale „Kreuzzug“ hat Wunden hinterlassen, die womöglich niemals heilen werden. Emran Feroz beschreibt zum 20. Jahrestag diesen Krieg nun erstmals aus afghanischer Perspektive. Er hat mit vielen Menschen vor Ort gesprochen: Von Hamid Karzai über Taliban-Offizielle bis zu betroffenen Bürgern, die unter diesem Krieg leiden. Ein Buch über die Gräuel eines verbrecherischen Krieges, das gleichzeitig einen völlig neuen Blick auf ein Land und seine Menschen ermöglicht, die uns weitaus weniger fremd sind, als wir annehmen.
116 zivile Drohnentote laut US-Administration. 1.427 zivile Drohnentote laut dem Bureau of Investigative Journalism. 6.000 und mehr Drohnentote, die laut ehemaligen US-Militärs „unrechtmäßig“ getötet wurden. Seit Beginn des „War on Terror“ gehören US-Drohnen-Angriffe in Afghanistan, Irak, Pakistan, Somalia und vielen anderen Ländern zum Alltag. Allein in seinem letzten Amtsjahr autorisierte Friedensnobelpreisträger Barack Obama den Abwurf von 26.172 Bomben. Dabei wird die Anzahl der zivilen Opfer, die sogenannten „Kollateralschäden“, schlicht menschenverachtend heruntergespielt. Laut Whistleblowern, aber auch dem Bureau of Investigative Journalism oder ziviler Organisationen, die den Opfern im Internet gedenken, liegt die Anzahl der Toten um ein Vielfaches über den offiziellen Zahlen der US-Administration. Wie aber gelingt es den Verantwortlichen, das wahre Ausmaß dieser Katastrophe so herunterzuspielen? Welche Interessen stecken hinter diesen Angriffen? Und welche Rolle spielt Deutschland dabei? Emran Feroz reiste zur Recherche unter anderem in Kriegsregionen und sprach mit jenen, die von den »Todesengeln«, wie die Drohnen von den Betroffenen genannt werden, tagtäglich terrorisiert werden.