Im Jahr 1919 in Weimar möchte Paula, Tochter eines Orgelbauers, selbst Orgelbauerin werden. Sie lernt bei Hans Meichelbeck, der eine eigene Werkstatt gegründet hat. Inspiriert vom Bauhaus, wollen sie das Handwerk neu gestalten, doch Paula kämpft als einzige Frau im Orgelbau gegen familiären Widerstand.
András Schiff ist einer der bedeutendsten Pianisten der Gegenwart.
Internationale Beachtung erfuhr er außerdem für seine klare Stellungnahme
gegen nationalistische Haltungen, etwa die Weigerung, im Ungarn Orbáns
aufzutreten. Im Gespräch mit Martin Meyer gibt er Auskunft über seine
künstlerischen Grundanschauungen, die Geschichte seiner jüdischen Familie und
sein politisches Engagement. Seine Essays bieten Porträts großer Künstler,
politische Beiträge und Interpretationen zentraler Klavierwerke.
München 1926. Der erfolgreiche Komiker und Sprachakrobat Karl Valentin erhält ein lukratives Angebot aus den USA - für zwei Jahre Bühne und Film. Fast zeitgleich taucht ein dreister Doppelgänger in München auf, ebenfalls aus Amerika. Zum heiligen Plagiarius, steckt dahinter etwa ein abgezirkeltes Komplott? Valentin wird in seinen Grundfesten erschüttert. Er kämpft mit sich und seinen Ängsten und fürchtet um seine Originalität und Identität. Wird es ihm gelingen, den Konkurrenten zu stoppen?
Dieses Buch bietet eine fundierte Einführung in die klassische Theorie der Signalverarbeitung, wobei der Schwerpunkt auf den digitalen Methoden liegt. Der Leser wird befähigt, analoge und digitale Systeme und Filter zu analysieren und zu dimensionieren. Auch die digitale Spektralanalyse wird ausführlich besprochen. Viele durchgerechnete Beispiele ermöglichen das Selbststudium, mit Rechnerunterstützung lässt sich zudem der Stoff veranschaulichen und vertiefen. Ein umfangreicher Online-Service unterstützt den autodidaktisch arbeitenden Leser.
Plötzlich ist da etwas verschwunden: Ein Automodell, das über viele Jahre das Bild der Städte bestimmte. Eine Frisur, die Frauen begehrenswert machte. Die Kleinanzeige, die dem einsamen Mann helfen sollte, gerade diese Frau zu finden. Auch Filme, Redewendungen, Umgangsformen, die noch vor wenigen Jahrzehnten zum Alltag gehörten: verschwunden. Und niemand kann sagen, wann. In wunderbaren Prosastücken erinnert Martin Meyer daran, was den Alltag vor zehn, zwanzig oder dreißig Jahren ausmachte. Und er regt dazu an, die eigenen Erinnerungen zu überprüfen: Wie hat sich die Welt verändert, wie hat man sich selbst verändert? Eine kleine Kulturgeschichte des Verschwindens.
Seit die Seuche alles in ihrem Bann hält, darf Matteo seine Wohnung nicht mehr verlassen. Vom Fenster aus beobachtet er eine prachtvoll blühende Magnolie, ansonsten ist das Leben in der kleinen Stadt beinahe zum Erliegen gekommen. Gäbe es nicht die Nichte, die sich um ihn kümmert, und eine Nachbarin, die Blumen und Wein vor seine Tür stellt, wäre er ganz auf sich allein gestellt – seine Frau ist vor wenigen Jahren gestorben. Um die unerhörte Zeit der Pandemie zu meistern, schmiedet Matteo einen Überlebensplan. Sechs Bücher, die vom Alten Testament bis in die Gegenwart führen und sich mit Seuchen beschäftigen, verschaffen ihm Einsichten über das Leben, das ihm am Ende kostbarer erscheinen wird als je zuvor.
In »Tim und Struppi« ist alles enthalten, die ganze condition humaine. Davon zumindest geht Martin Meyer in seiner »Menschenkunde« aus, für die er 33 archetypische Situationen aus der weltberühmten Comic-Serie zum Anlass für alltagsphilosophische und gesellschaftliche Überlegungen nimmt. Themen wie Geduld, Vergänglichkeit, Glück, Zerstreuung und viele mehr findet Meyer in den Comic-Szenen wieder, eröffnet davon ausgehend ganz eigene Betrachtungen und bringt in kurzen Kapiteln auf den Punkt, was das Leben ausmacht. Leben, so seine These, ist die Überwindung von Widerstand. Und wie für alles gilt auch hier: Ohne Humor geht nichts.
András Schiff, ein herausragender Pianist, zeichnet sich durch seine unkonventionelle Herangehensweise an Musik und seine klare Positionierung gegen Nationalismus und Rassismus aus. In Gesprächen mit Martin Meyer teilt er seine künstlerischen Überzeugungen, Techniken und Erfahrungen. Der zweite Teil des Buches beleuchtet seine jüdische Herkunft und Biografie, die zwischen Holocaust und politischem Engagement, sowie verschiedenen kulturellen Einflüssen pendelt. Zudem enthält das Werk Essays über bedeutende Künstler, heitere Anekdoten und politische sowie musikalische Interpretationen.
Sozialwissenschaftliche Studien des Schweizerischen Instituts für Auslandforschung, Band 46
200 Seiten
7 Lesestunden
In unserer Wahrnehmung beschleunigt sich die Welt immer mehr. Nicht nur politische und wirtschaftliche Entwicklungen laufen schneller und vermehrt ins Ungewisse, auch die wissenschaftlich-technologischen Revolutionen verändern die moderne Wirklichkeit auf mitunter dramatische Weise. Wohin dies alles führen wird und welche Risiken und Krisen dabei zu beachten sind, haben kompetente Redner thematisiert und diskutiert. Mit Beiträgen von Daniel Kehlmann, Sir Paul Collier, Lars Feld, Tobias Straumann, Bill Emmott, Jerome Powell, Robert Kagan, Karin Keller-Sutter, Ai Weiwei, Christoph Franz und Peter Maurer.--Verlagstext
Sozialwissenschaftliche Studien des Schweizerischen Instituts für Auslandforschung, Band 47
Im Jahr 2020 drehte sich vieles in der Welt um das Thema Corona. Die Krise hat unzweifelhaft Themen nationaler wie internationaler Politik und Wirtschaft beeinflusst, und sie hat auch Auswirkungen darauf, wie die Menschen "die Zukunft denken". Das Jahrbuch sammelt in diesen Rahmen passende Vorträge renommierter Rednerinnen und Redner, die auf Einladung des Schweizerischen Instituts für Auslandforschung nach Zürich gekommen sind. Mit Beiträgen von Volker Perthes, Alexandre Fasel, Thomas Piketty, Susan Neiman, Cem Özdemir, Patricia Danzi, Clemens Fuest, Timothy Snyder und Karl Schlögel.--Verlagstext
Der Großgastronom Pit Baldauf möchte einen Biergarten eröffnen - ausgerechnet am Karlsgraben bei Treuchtlingen, der unter Denkmalschutz steht. Das erhitzt die Gemüter der Anwohner sowie der Historikerin Ricarda Held, die über die Geschichte des Landstrichs forscht. Das Projekt soll zu Fall gebracht werden. Da kommt die Leiche des Hobby-Archäologen Meindl, die im Karlsgraben entdeckt wird, gerade recht. KOK Hans Wörle ermittelt: Hat die Tat mit dem Biergarten zu tun? War Meindl einem Geheimnis im Karlsgraben auf der Spur?
Lehren aus der Pandemie Auch 2021 drehte sich wieder vieles in der Welt um das Thema Corona, in anderen Facetten, aber durchaus länger, als man gehofft hatte. Die Krise hat weiterhin Themen nationaler wie internationaler Politik und Wirtschaft beeinflusst, und entsprechend widmeten sich die Veranstaltungen und Gespräche den Themen «Pandemie und Politik». Das Jahrbuch präsentiert eine Rückschau auf unsere renommierten Rednerinnen und Redner sowie unseren Austausch mit ihnen. Mit Beiträgen von Mervyn King, Gerhard Schwarz, Ilaria Capua, Christian Lindner, Niall Ferguson, Alain Berset, Anne Applebaum, Sahra Wagenknecht, Elif Shafak und Bertrand Piccard.
Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine hat die regelbasierte Sicherheitsordnung in Europa zerstört. Die Renaissance der Machtpolitik zwingt den globalisierten Kleinstaat Schweiz zu unangenehmen Entscheidungen. Die Neutralität als aussen- und sicherheitspolitische Maxime ist infrage gestellt, doch der innenpolitische Diskurs steckt fest. Dieses Buch wagt einen Blick in die Zukunft: Worauf muss sich die Schweiz einstellen? Welche Optionen gibt es? Wo besteht Raum für Kompromisse? Es entsteht ein liberaler Kompass für die Schweizer Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert.
Wir sind flexibel, beweglich, ästhetisch - darauf trainiert, den Anforderungen des Marktes optimal zu entsprechen. Selbstverwirklichung und Glück müssen in dieser Welt erreichbar sein. Gerade das macht uns besonders verletzlich gegenüber fundamentalreligiösen Kulturen, deren Erfüllung im Jenseits liegt. In hoher atmosphärischer Dichte beschreibt Martin Meyer die Entwicklungslogik des westlichen Selbstverständnisses.
Ist die Schweiz ein Sonderfall? Sie befindet sich mitten in Europa und geht doch in vielem eigene Wege. Könnte es mit Blick auf die Schweiz gelingen, Gedanken einer Synthese anzubieten - wie die Schweiz sich Europa anzunähern hätte und was ein künftiges Europa von der Schweiz lernen dürfte? Mit Beiträgen von Iring Fetscher, Wolfgang Frühwald, Hanna Johansen, Wolf Lepenies, Michael Stürmer und anderen.
Die Lehre vom Ende der Geschichte ist tief verankert in jüdisch-christlichen Traditionen der Apokalypse - der Vorstellung vom großen Riß, der einmal durch alles Zeitliche schneiden und das Jenseits öffnen wird. Aber erst der Neuzeit geht die Idee auf, daß die Menschen selbst einen Zustand zu erwirken vermögen, der so etwas wie ein Ende bedeutet: das Paradies einer für alle wohlgeordneten Lebenswelt. Wäre aber eine Welt der verwalteten Glückseligkeit, der absorbierten Bedürfnisse überhaupt wünschenswert? Auch diese Frage steckt im Ende der Geschichte als Pensum zur Nachdenklichkeit.
Wo stehen die Intellektuellen - nach den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Revolutionen, welche zuerst Mittel- und dann auch Osteuropa erschüttert und schließlich tief verändert haben? Auf diesen Fragenkomplex versucht der vorliegende Band Antworten zu skizzieren. Manchmal scheint es, als hätten die Intellektuellen das Interesse an der Gegenwart verloren. Und dies in einem Moment, der an historischer Geladenheit kaum überbietbar ist.
Die Schweiz ist Krisen nicht gewöhnt. Der Ernstfall fand anderswo statt – bisher. Aber mit der Covid-19-Pandemie, dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und den damit verbundenen Fragen auch zur Schweizer Neutralität ist klar geworden, dass es mit dieser Ruhe und der Sicherheit vorbei ist. Nichts anderes ist traktandiert als das «Krisenmanagement Schweiz». Sind die Schweiz sowie deren Bürgerinnen und Bürger dafür gewappnet, in Krisenzeiten die richtigen Entscheidungen zu treffen? Sind unsere politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Führungskräfte darauf vorbereitet, auch mittel- und langfristige Perspektiven zur gelingenden Selbsterhaltung zu entwickeln? Mit solchen und ähnlichen Fragen befasst sich der vorliegende Sammelband, der eine stattliche Reihe von Expertinnen und Experten zu Wort kommen lässt und immer wieder auch unbequeme Wahrheiten aufs Tapet bringt.
Putins Angriffskrieg auf die Ukraine ist das singuläre Ereignis, das das Jahr 2022 markiert, geprägt, für immer gezeichnet hat. Spannende Gäste beleuchteten anlässlich der Veranstaltungen des SIAF in diesem Zusammenhang die weitere und nähere Vergangenheit. Sie ordnen den Krieg und die Krisen ein, erklären die Auswirkungen und spannen den Bogen zu Empfehlungen und Hoffnung. Es sieht auch in den weiteren Entwicklungen der aktuellen Zeit nicht danach aus, als würde dem SIAF der Stoff ausgehen, und Orientierung tut im 80. Jahr des Instituts weiterhin Not. Die SIAF-Jahrbücher erlauben es, spannende Vorträge herausragender Persönlichkeiten in Ruhe nachzulesen. Mit Beiträgen von Peter Altmaier, Alena Buyx, Nina Chruschtschowa, John Elkann, Markus Gabriel, Ivan Krastev, Herfried Münkler, Chris Patten, Michael J. Sandel, Serhij Schadan, Adam Tooze.
Als Albert Camus 1913 in der Nähe von Algier zur Welt kam, deutete nichts darauf hin, dass er eines Tages von Frankreich aus das Lebensgefühl einer ganzen Generation prägen sollte. Seine Romane und Dramen, seine Essays zur Philosophie und zur Politik handeln von den großen Fragen der menschlichen Existenz: Freiheit, Schuld, Verantwortung. „Die Pest“ und „Der Fremde“, „Der Mythos des Sisyphos“ und „Der Mensch in der Revolte“ faszinieren daher ebenso heutige Leser. Für Martin Meyer ist Camus einer der wichtigsten Autoren des 20. Jahrhunderts überhaupt. Sein Buch erklärt Camus‘ Werk und stellt es in den Zusammenhang seiner Zeit. Zum 100. Geburtstag gilt es Camus als großen Zeitgenossen zu entdecken.
Ernst Jünger hat wie kein anderer politisch denkender Intellektueller das 20. Jahrhundert begleitend kommentiert. Aber auch wer ihm kritisch begegnet, wird seinem umfangreichen Werk den Respekt nicht versagen können. Mit dieser ersten umfassenden Werkbiographie ist es Martin Meyer gelungen, die bestimmenden Motive von Jüngers Denken vor dem Hintergrund des Zeitgeschehens zu interpretieren. Damit ist diese brillante Darstellung ein bedeutender Beitrag auch zur neueren Geistesgeschichte Deutschlands.