Im Jahr 2019 führte Yvonne Büdenhölzer beim Berliner Theatertreffen die 50%-Frauenquote ein und stieß auf scharfe Kritik. Die Quote weckt Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der Auswahl-Jury und der Qualität des Festivals, da in den 56 Jahren zuvor nur 27 Frauen 193 Männern gegenüberstanden. Der Debattenbeitrag beleuchtet die Quotenregelungen in der Kultur, ungleiche Produktionsbedingungen und den Gender-Pay-Gap. Prominente Regisseurinnen wie Barbara Frey, Yael Ronen, Anne Lenk, Florentina Holzinger und Pınar Karabulut berichten über ihre Erfahrungen, Erfolge und Herausforderungen. Vier Jahre nach der Einführung der Quote untersuchen die Herausgeberinnen, die über acht Jahre Juryerfahrung verfügen, die Auswirkungen auf die künstlerische Arbeit von Frauen im Theater. Sie fragen, wie sich die Regie durch Quotenregelungen verändert, wo strukturelle Ungleichheiten bestehen und wie diese behoben werden können. Das Buch bietet eine umfassende Darstellung der Produktionsbedingungen und thematisiert offen ungleiche Verhältnisse, mangelnden Respekt und sexistische Verhaltensweisen. Es stellt alle Regisseurinnen vor, die zwischen 2020 und 2023 zum Theatertreffen eingeladen wurden, und leistet einen differenzierten Beitrag zur Strukturdebatte im Theater. Ein Muss für Kulturschaffende, die sich mit Gleichstellung in der Kunst auseinandersetzen.
Sabine Leucht Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)
