Demokratiebildung ist ein drängendes Thema, das eine zentrale Rolle in der aktuellen Bildungspolitik spielt. Die Herausforderungen wie der LehrerInnenmangel, die schlechten PISA-Ergebnisse und die unzureichende Ausstattung der Schulen sind seit Jahren präsent. Die Autoren betonen, dass Schulen die Aufgabe haben, demokratische Werte und Handlungsmuster zu vermitteln, um die Grundlagen unserer Gesellschaft für zukünftige Generationen zu stärken. Sie fordern einen sofortigen bildungspolitischen Diskurs und kritisieren, dass Schulen diese Verantwortung nicht an Big Data oder fragwürdige Lehrpläne abgeben sollten. Die Gefahr, dass falsche Propheten die Lücke füllen, wenn die Verantwortung der Gemeinschaft fehlt, ist groß. Demokratiebildung erfordert nicht nur Vorbilder, sondern auch Reflexion und Konfrontation. Kinder und Jugendliche sind die Zukunft, und ihre Bildung sollte höchste Priorität haben. Die Autoren erläutern, wie diese Ziele erreicht werden können und betonen, dass Bildung das zentrale Element der Demokratie ist. In diesem aufrüttelnden Debattenbuch wird klar, dass jetzt gehandelt werden muss, um die demokratischen Werte in der Bildung zu verankern.
Julian Nida-Rümelin Bücher






Der Sokrates-Club
Philosophische Gespräche mit Kindern
Warum dürfen wir nicht alles, was wir wollen? Bleibe ich mein ganzes Leben dieselbe Person? Kann ein böser Mensch entscheiden, lieb zu werden? Kinder denken sehr viel darüber nach, wie alles zusammenhängt und wer sie eigentlich sind. Sie staunen über die Welt und rühren dabei an große Fragen der Menschheit. »Der Sokrates-Club« ist eine Einladung, gemeinsam mit Kindern die philosophische Dimension des Alltags zu entdecken. Ausstattung: mit s/w-Illustrationen von Nina Gottschling
Philosophie und Lebensform
- 420 Seiten
- 15 Lesestunden
Gründe geben unserer rational und normativ verfaßten Lebensform die Struktur, deren wir als Menschen bedürfen – als Mitglieder dieser, wie Julian Nida-Rümelin sagt, »merkwürdigen Spezies, deren hinreichend entwickelte Exemplare sich in ihren Urteilen und ihrem Handeln von Gründen leiten lassen«. Welche Rolle spielt dabei die wissenschaftliche Erkenntnis? In welchem Verhältnis stehen Lebensform und Wissenschaft, Bedeutung und Intention, Ethik und Alltagspraxis, Moral und Politik? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die hier versammelten philosophischen Abhandlungen von Nida-Rümelin, die seine pragmatistische Philosophie exemplarisch dokumentieren.
Strukturelle Rationalität
- 175 Seiten
- 7 Lesestunden
„Strukturelle Rationalität“ - mit diesem Begriff belegt Julian Nida-Rümelin seine analytische Konzeption praktischer Vernumft. Sie bildet den Hintergrund, vor dem der Autor zentrale Themen der praktischen Philosophie diskutiert: Handlungsfreiheit, Kooperation, Kohärenz, Willensschwäche, Handlungsverantwortung u. a.
Dieser Band orientiert über 113 Philosophinnen und Philosophen der Gegenwart in alphabetisch nach Namen geordneten Einzeldarstellungen. Die Auswahl konzentriert sich auf die zeitgenössische Philosophie in Europa und in den USA. Jeder Artikel enthält eine Kurzbiographie, eine übersichtliche und kompakte Darstellung des philosophischen Werks und seiner Rezeption sowie eine Bibliographie mit den wichtigsten Schriften des jeweiligen Philosophen und der Forschungsliteratur. Eine Einführung der Herausgeber benennt übergreifende Problemstellungen und zeichnet die wichtigsten Traditionslinien der gegenwärtigen Philosophie nach. Für die 3. Auflage des erstmals 1991 erschienenen Werks wurde der Schwerpunkt der Auswahl neu festgelegt. In der Neuauflage sind nur Philosophen berücksichtigt, deren Hauptwerke erstmals nach 1970 veröffentlicht oder zumindest maßgeblich rezipiert worden sind. 15 Philosophen wurden neu aufgenommen, mehrere Artikel wurden neu verfasst, die übrigen wurden überarbeitet und aktualisiert. Über die 'Klassiker der Philosophie des 20. Jahrhunderts' informiert der gleichnamige Band der neuen Reihe ›Kröner Taschenbuch‹.
Über Grenzen denken
Eine Ethik der Migration
Über zwei Milliarden Menschen leben weltweit in Armut, leiden unter Hunger, Unterdrückung und Krieg. Über 65 Millionen von ihnen waren allem im letzten Jahr auf der Flucht, viele erhoffen sich ein besseres Leben in Europa oder Nordamerika. Hilfe tut also dringend not - aber sind offene Grenzen die richtige Antwort auf das Elend in der Welt? Diese Ansicht findet viele Fürsprecher, doch der Philosoph Julian Nida-Rümelin ist überzeugt: Offene Grenzen würden das Elend nicht wesentlich mildern, sondern die Herkunftsregionen weiter schwächen und die sozialen Konflikte in den aufnehmenden Ländern verschärfen. Eine Lösung für die beschämenden humanitären Skandale unserer Zeit sind sie nicht. In seiner Ethik der Migration schlägt Nida-Rümelin eine Brücke zwischen Philosophie und Politik: Politisches Handeln muss auf den Werten und Normen der Humanität beruhen. Nur so können verantwortungsbewusste und zukunftsträchtige Entscheidungen getroffen werden. Gerade weil solche Entscheidungen in der Migrationspolitik komplex sind und Dilemmata unvermeidlich, brauchen wir die Verfasstheit m Staaten: Sie bieten unverzichtbare politische Gestaltungsspielräume. Denn ob es uns gelingt, die weltweite Armut und Perspektivlosigkeit in den Ursprungsregionen wirksam zu bekämpfen, wird zum Lackmustest unserer Menschlichkeit. Ursprünglich erschienen in der Edition Körber.
Eine Theorie praktischer Vernunft
- 463 Seiten
- 17 Lesestunden
In diesem Buch präsentiert Julian Nida-Rümelin eine Theorie praktischer Vernunft, die Handlung im Kontext umfassenderer Lebensformen betrachtet. Er bietet eine Alternative zu rational choice-Ansätzen und postmodernem Konstruktivismus und vereint verschiedene philosophische Stränge, insbesondere den Ansatz der "strukturellen Rationalität".
Spannend und hochaktuell: Dieses Buch bietet eine tiefgehende Analyse, wie Risiko unsere Welt prägt. Die Wissenschaftler Julian Nida-Rümelin und Nathalie Weidenfeld beleuchten, ob wir Risiken ernst genug nehmen oder übertreiben. Die Corona-Pandemie hat eindrücklich gezeigt, dass Risiko keine Theorie, sondern brutale Realität ist. Die Autoren zeigen auf, wie Gefahren unseren Alltag bestimmen und welche Handlungen sie rechtfertigen. Sie plädieren für einen vernünftigen Umgang mit Risiken, der sie ernst nimmt, aber nicht von ihnen beherrschen lässt. Die philosophischen Ansätze Nida-Rümelins werden durch Beispiele aus Kultur und Film von Weidenfeld anschaulich untermauert. Das Buch ist eine unbedingte Leseempfehlung für alle, die an den Gedanken von Denkern wie Hartmut Rosa oder Ulrich Beck interessiert sind. Ein zentrales Thema ist die Coronakrise, die als Lehrstück der Risikoanalyse dient. Die Autoren diskutieren Herausforderungen wie Lockdowns, Schutz von Risikogruppen und die Abwägung von Freiheit und Sicherheit. Täglich müssen neue Risiken abgewogen werden, und das Buch gibt Antworten auf die Frage, wie viel Freiheit mit Risiko vereinbar ist.
Die deutsche Bildungspolitik ist auf dem Holzweg: Die berufliche Bildung wird vernachlässigt. Im Gegenzug wird die akademische Bildung immer beliebiger und flacher. Anerkennung und Respekt vor dem dualen Ausbildungssystem, um das Deutschland in der ganzen Welt beneidet wird, schwinden immer mehr. Mit klaren Worten und eindeutigen Fakten zeigt Julian Nida-Rümelin auf, wie gefährlich der aktuelle Akademisierungstrend ist, der am Ende sowohl die berufliche als auch die akademische Bildung beschädigen wird. Dabei sind beide Ausbildungen zwar unterschiedliche, aber gleichwertige Wege zu einem gemeinsamen Ziel: jede Person nach ihren Begabungen und Interessen zu bilden. Noch ist es nicht zu spät. Nida-Rümelin zeigt Perspektiven für eine Korrektur des bereits eingeschlagenen Weges auf. Denn es gibt erstaunlich effektive Stellschrauben, über die jedoch nicht allein der Staat verfügt, sondern auch die Wirtschaft, die Gewerkschaften und vor allem diejenigen, die die Bildung durch eigene Berufspraxis und Lebensentscheidungen tragen: die Lehrenden und Lernenden.
Autonomer Individualverkehr und Pflege-Roboter, softwaregesteuerte Kundenkorrespondenz und Social Media, Big-Data-Ökonomie und Clever-Bots, Industrie 4.0: Die Digitalisierung hat gewaltige ökonomische, aber auch kulturelle und ethische Wirkungen. In Form eines Brückenschlags zwischen Philosophie und Science-Fiction entwickelt dieses Buch die philosophischen Grundlagen eines Digitalen Humanismus, für den die Unterscheidung zwischen menschlichem Denken, Empfinden und Handeln einerseits und softwaregesteuerten, algorithmischen Prozessen andererseits zentral ist. Eine Alternative zur Silicon-Valley-Ideologie, für die künstliche Intelligenz zum Religionsersatz zu werden droht.


