Im Jahr 2018 veröffentlichte die Zeitschrift sans phrase eine unbekannte Kontroverse aus der Philosophie-Geschichte, die mit einer Rezension von Günther Anders zu Karl Löwiths Buch „Von Hegel zu Nietzsche“ begann, das 1941 erschienen war. Diese Rezension, die in der „Zeitschrift für Sozialforschung“ im New Yorker Exil abgedruckt werden sollte, war äußerst kritisch. Leo Löwenthal, der als Redakteur tätig war, wollte Löwiths Zustimmung einholen. Obwohl Löwith grundsätzlich nichts gegen die Veröffentlichung hatte, bestand er auf einer kurzen Erwiderung, die er jedoch nicht rechtzeitig einreichen konnte. Die Dokumentation dieser „Affäre“ umfasst die Erstveröffentlichung der Löwith-Besprechung von Anders sowie Briefe zwischen Löwenthal, Anders und Löwith aus den Jahren 1942 bis 1946. Ergänzt wird die Sammlung durch einen Aufsatz von Löwith sowie ein Nachwort von Mike Rottmann, das die Geschichte des berühmten Buchs und die Korrespondenz thematisiert. Zudem wird der dokumentarische Teil durch eine Rezension von Herbert Marcuse zu Löwiths Buch und eine Rezension von Löwith zu Marcuses „Reason and Revolution“ ergänzt.
Gerhard Oberschlick Bücher


Die legendären "Hannah- Dialoge" von Günther Anders erstmals veröffentlicht: Nach dem Tod seiner ersten, schon 1937 von ihm geschiedenen Ehefrau Hannah Arendt im Dezember 1975 begann Günther Anders in Erinnerung an jene glückliche erste Zeit des Zusammenlebens, seine Notizen aus den Berliner Ehejahren ab 1929 durchzusehen und im Gedenken an Hannah, die er zur ersten und einzigen Liebe seines Lebens verklärte, die philosophischen Gespräche zu rekonstruieren, die sie damals miteinander geführt hatten. Diese "Hannah-Dialoge", die bislang nur in der Handschrift vorlagen, werden hier erstmals von Gerhard Oberschlick ediert. Ein ausführlicher Essay von Christian Dries beleuchtet die Lebens- und Denkwege von Hannah Arendt und Günther Anders und hilft, die Dialoge in das Lebenswerk der beiden Protagonisten einzuordnen.