Iwan Turgenjews Prosawerke gehören zusammen mit den Romanen Lew Tolstojs und Fjodor Dostojewskis zu den Höhepunkten des russischen Realismus im 19. Jahrhundert. Neben Lyrik, Dramen und seinem berühmten Roman Väter und Söhne hat Turgenjew zahlreiche Erzählungen verfasst. Seine melancholischen Liebesgeschichten nehmen dabei einen besonderen Rang ein. Dieser Band enthält die schönsten davon. Ausgangspunkt ist zumeist ein psychologisch besonderer Fall, oft mit geheimnisvoller Komponente – wofür in den Romanen des Zeitkritikers kaum Platz war.
Ivan Turgenev Bücher
Iwan Turgenjew ist eine herausragende Gestalt der russischen Literatur, bekannt für seine realistischen und tiefgründigen Werke. In seinen Romanen und Erzählungen bot er liebevolle Darstellungen des russischen Bauernstandes sowie aufschlussreiche Studien der Intelligenz, die sich für soziale Reformen und Modernisierung einsetzte. Sein Meisterwerk gilt als einer der größten Romane des neunzehnten Jahrhunderts. Während sich Zeitgenossen oft mit religiösen Themen befassten, konzentrierte sich Turgenjew auf gesellschaftliche Veränderungen und die Entwicklung der russischen Gesellschaft.







In der Novelle "Der Bretteur" von Iwan Turgenjew stehen die Themen Liebe und Tod im Mittelpunkt, ergänzt durch Freundschaft, Stolz und Ehre. Die Geschichte betont, dass die Liebe stärker ist als der Tod und das Leben bewegt. Es handelt sich um eine zweisprachige Ausgabe.
Iwan Turgenjew's Roman "Am Vorabend" erzählt von einer tragischen Liebe während des Krimkrieges. Erstveröffentlicht 1860, wurde der Text für die Neuausgabe 2023 behutsam an die neue deutsche Rechtschreibung angepasst. Turgenjew, ein bedeutender Vertreter des russischen Realismus, lebte nach seiner Emigration in Deutschland und Frankreich.
«Ich war ganz zaghafte Erwartung, staunte über alles und war zu allem bereit; meine Phantasie spielte und kreiste um ein und dieselben Vorstellungen, wie Mauersegler in der Dämmerung um Glockentürme kreisen.» Iwan Turgenjews atemberaubende Novelle «Erste Liebe» vermisst den ganzen Kosmos jugendlichen Empfindens: die halb bewussten Ahnungen von etwas Neuem, den Donnerschlag der ersten Begegnung, die Qualen des Hoffens und die Bitternis der tiefsten Enttäuschung. Im Sommer auf dem Land begegnet der sechzehnjährige Wladimir der fünf Jahre älteren, kapriziösen und von Verehrern umschwärmten Sinaida, Tochter eines Fürsten und einer Kleinbürgerin. Sie erklärt ihn zu ihrem Pagen, fordert ihn zu einem Liebesbeweis heraus und lässt sich selbst zu einem Gefühlsausbruch hinreißen – von dem der Junge jedoch erkennen muss, dass er in Wahrheit seinem eigenen Vater gilt … Turgenjews autobiographisch grundierte Liebesgeschichte flirrt vor psychologischer Subtilität. Darunter verbirgt sich auch ein kritisches Porträt des Adels im spätfeudalen Russland. Die lange fällige Neuübersetzung von Vera Bischitzky lässt den klassischen Text in frischem Glanz leuchten.
Bekannt wurde Turgenjew durch seine hervorragende Beobachtungsgabe, seinen raffinierten und subtilen Realismus, den er hier unter Beweis stellt. Unaufdringlich, in respektvollem Abstand zu seinen Figuren und dabei treffend wie kaum ein anderer Autor weiß er gesellschaftliche Milieus zu beschreiben, ohne in ein bloß reportierendes Beschreiben abzurutschen.



