"Die Lektüre dieses Buches gibt nicht nur eine Fülle von Denksanstößen, sie weckt auch tiefe Zweifel ob unsere kulturelle Evolution Schutz davor bietet, Tausenden von Frauen lebenslänglich zu traumatisieren."
Josephine Rijnaarts Bücher






Zwei junge Cree-Indianer verlassen Nordkanada aus Abenteuerlust und ziehen in den Ersten Weltkrieg. In den Schützengräben Flanderns erleben sie den Konflikt zwischen ihrer Kultur und der zerstörerischen Welt der Weißen, was sie für immer verändert. Als die Nachricht von ihrem Schicksal eintrifft, macht sich die alte Cree-Indianerin Niska auf den Weg von den stillen Wäldern in die laute Stadt. Am Bahnhof wartet sie tagelang, bis ein junger Mann mit einem alten Gesicht aus dem Zug steigt: ihr Neffe Xavier, der als Krüppel zurückkehrt. Trotz der Freude über sein Wiedersehen spürt Niska, dass Xavier dem Tod nicht wirklich entronnen ist. Mit dem Kanu reisen sie zurück in die Wälder, während Xavier von den quälenden Erinnerungen des Krieges verfolgt wird. Niska erzählt Geschichten, um ihn ins Leben zurückzuholen, von ihrem Vater, dem Schamanen, und seinem düsteren Vermächtnis. Sie malt Bilder ihrer Kindheit und erweckt die uralten Traditionen der Cree zum Leben. Xaviers Gedanken prallen auf die Schrecken der Schlachtfelder, die ihn mit Angst erfüllen. Er erinnert sich an seinen Freund Elijah und die Erlebnisse im Niemandsland. Ihre dreitägige Reise flussaufwärts ist ein langer Abschied von Vergangenheit und Zukunft.
Das Buch bietet einen tiefen Einblick in die Beziehung zwischen Alice Schwarzer und Simone de Beauvoir, geprägt von jahrelanger Freundschaft. Es vereint ausgewählte Texte, Kommentare und persönliche Gedanken von Schwarzer. Sie lobt Beauvoirs „Klarheit des Denkens“, „Unteilbarkeit des Gerechtigkeitssinns“ und „Kühnheit der Visionen“. Schwarzer beschreibt ihre Bewunderung für Beauvoir, die in ihrem Leben „alles wollte“. Beide Frauen teilen ähnliche Anliegen und Überzeugungen und haben Generationen inspiriert. Sie setzten sich für „uneingeschränkte Gleichberechtigung“ ein, lange bevor dies gesellschaftlich akzeptiert wurde. Die Texte, ergänzt durch Einleitungen von Schwarzer, umfassen zentrale Kapitel aus Beauvoirs Werk: Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend, Briefe an Sartre und Auszüge aus ihrem Reisetagebuch über Amerika, wo sie in den späten 1940er Jahren als bedeutende existentialistische Philosophin neben Sartre galt. Auch ihre leidenschaftliche Affäre mit Nelson Algren wird thematisiert. Romanauszüge, Erzählungen und Essays runden das Porträt ab. Dieses Buch ist sowohl für Neulinge als auch für Beauvoirs Bewunderer geeignet, die immer wieder neue Facetten entdecken möchten.
Vier Lebensgeschichten, die sich über Jahrhunderte hinweg überkreuzen, entfalten sich auf Tristan da Cunha, der entlegensten Insel der Erde, im Ozean zwischen Brasilien, Südafrika und der Antarktis. Noomi Morholt, 41, reist im Januar 2003 mit einem südafrikanischen Wissenschaftlerteam in die Antarktis, um dort in der Dunkelheit zu überwintern und das Polarlicht zu erforschen. Christian Reval, 49, war während des Zweiten Weltkriegs Funker auf Tristan und kartographierte als Erster den Vulkan, bevor er 1969 unter mysteriösen Umständen stirbt, während er eine südlich gelegene Insel vermisst. Edwin Heron Dodgson, 35, Bruder des berühmten Lewis Carroll, ist ein Priester, der im 19. Jahrhundert die Siedler auf Tristan missionieren soll, sich jedoch in eine unglückliche Beziehung verstrickt und mit Schuld kämpft. Mark Thomson, Mitte Fünfzig und Briefmarkenhändler, rekonstruiert die Geschichte der Insel durch seine Sammlung, während er auch die seiner gescheiterten Ehe reflektiert, in einer Erzählung von Eifersucht und Sehnsucht. Diese vier Liebesgeschichten, eingebettet in schroffe seelische und geografische Landschaften, bilden ein vielschichtiges Zeitgemälde der letzten fünfhundert Jahre, mit der Insel als Fluchtpunkt und einem Roman voller unstillbarer Passionen und Obsessionen.
Widerfahrnis
Eine Novelle
»Bodo Kirchhoff ist ein Meistererzähler, sein ›Widerfahrnis‹ trifft uns alle.« Literarische Welt Reither war bis vor Kurzem Verleger in einer Großstadt, nun lebt er in einem idyllischen Tal am Alpenrand. Eines Abends klingelt es bei ihm – und sein Leben wird ein anderes. Binnen drei Tagen ist er in Sizilien und die, mit der er dorthin fährt, ist Leonie Palm, zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts. Beide verbindet, dass sie nicht mehr auf die große Liebe vorbereitet sind. Als am Mittelmeer das Glück über sie hereinbricht, schließt sich ihnen ein Mädchen an, das kein Wort redet und einfach nur da ist. Kirchhoff erzählt in seiner großartigen Novelle die Geschichte von einem doppelten Sturz: in die Liebe, ohne ausreichend lieben zu können, und in das Mitmenschliche, ohne ausreichend gut zu sein. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis!
Von den Jahren des Exils bis ins Wendejahr '89 und darüber hinaus reicht diese wechselvolle Geschichte einer deutschen Familie. Sie führt von Mexiko über Sibirien bis in die neu gegründete DDR, führt über die Gipfel und durch die Abgründe des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein weites Panorama, ein großer Deutschlandroman, der, ungeheuer menschlich und komisch, Geschichte als Familiengeschichte erlebbar macht.
Über den dunklen Fluß
- 350 Seiten
- 13 Lesestunden
Eine quälende Sehnsucht hat den irischen Schriftsteller James Gillespie auf den schwarzen Kontinent getrieben, das Verlangen nach der großen Liebe seines Lebens - der italienischen Journalistin Ines Sabiani. Die Wiederbegegnung mit der Geliebten bringt ihm allerdings nur ein kurzes Glück; denn Ines' Engagement gilt, der Roman spielt in den fünfziger Jahren, ganz der kongolesischen Unabhängigkeitsbewegung.
Ein packender Abenteuerroman über den englischen Exzentriker Richard Burton, der als Offizier der Krone Mitte des neunzehnten Jahrhunderts in Indien, Arabien und Afrika gereist ist, um das Wesen der fremden Kulturen zu verstehen.
Während seine Altersgenossen bei Rekordhitze feiern, trinken und unbedingt noch ein Mädchen klarmachen wollen, taumelt der 17-jährige Léonard alleine und übermüdet durch die letzten Stunden seiner Sommerferien auf einem französischen Campingplatz. Die Nacht zuvor steckt ihm in den Knochen: Er hat einem Jungen reglos beim Selbstmord zugesehen - ist dessen Tod also seine Schuld? Zugleich verwirrt ihn die verführerische Luce, hilflos und hingerissen ist er ihren schamlosen Spielchen ausgesetzt. Gefangen in seinen komplexen und gegensätzlichen Gefühlen, vermag Léonard seinem Delirium kaum zu entrinnen. (Quelle: buchhandel.de)


