"Die Lektüre dieses Buches gibt nicht nur eine Fülle von Denksanstößen, sie weckt auch tiefe Zweifel ob unsere kulturelle Evolution Schutz davor bietet, Tausenden von Frauen lebenslänglich zu traumatisieren."
Josephine Rijnaarts Bücher






Zwei junge Cree-Indianer verlassen Nordkanada aus Abenteuerlust und ziehen in den Ersten Weltkrieg. In den Schützengräben Flanderns erleben sie den Konflikt zwischen ihrer Kultur und der zerstörerischen Welt der Weißen, was sie für immer verändert. Als die Nachricht von ihrem Schicksal eintrifft, macht sich die alte Cree-Indianerin Niska auf den Weg von den stillen Wäldern in die laute Stadt. Am Bahnhof wartet sie tagelang, bis ein junger Mann mit einem alten Gesicht aus dem Zug steigt: ihr Neffe Xavier, der als Krüppel zurückkehrt. Trotz der Freude über sein Wiedersehen spürt Niska, dass Xavier dem Tod nicht wirklich entronnen ist. Mit dem Kanu reisen sie zurück in die Wälder, während Xavier von den quälenden Erinnerungen des Krieges verfolgt wird. Niska erzählt Geschichten, um ihn ins Leben zurückzuholen, von ihrem Vater, dem Schamanen, und seinem düsteren Vermächtnis. Sie malt Bilder ihrer Kindheit und erweckt die uralten Traditionen der Cree zum Leben. Xaviers Gedanken prallen auf die Schrecken der Schlachtfelder, die ihn mit Angst erfüllen. Er erinnert sich an seinen Freund Elijah und die Erlebnisse im Niemandsland. Ihre dreitägige Reise flussaufwärts ist ein langer Abschied von Vergangenheit und Zukunft.
Brother, I'm dying
- 288 Seiten
- 11 Lesestunden
Winner of the National Book Critics Circle Award for Autobiography A National Book Award Finalist A New York Times Notable Book From the age of four, award-winning writer Edwidge Danticat came to think of her uncle Joseph as her “second father,” when she was placed in his care after her parents left Haiti for America. And so she was both elated and saddened when, at twelve, she joined her parents and youngest brothers in New York City. As Edwidge made a life in a new country, adjusting to being far away from so many who she loved, she and her family continued to fear for the safety of those still in Haiti as the political situation deteriorated. In 2004, they entered into a terrifying tale of good people caught up in events beyond their control. Brother I'm Dying is an astonishing true-life epic, told on an intimate scale by one of our finest writers.
Ohne sie wären die Frauen nicht da, wo sie heute sind - ein hochaktuelles Buch über die feministische Pionierin. Alice Schwarzers Gespräche mit Simone de Beauvoir sind das Herzstück dieses Buches. Sie wurden in den so bewegten Jahren 1972 bis 1982 geführt und damals weltweit veröffentlicht und diskutiert. Die Gespräche gelten als Schlüssel zum politischen Teil ihres Werkes und ihres Lebens (Beauvoir: »Das Buch wird helfen, die Sache, der ich so tief verbunden bin, besser zu verstehen.«). Die Einheit von Werk und Leben machte Simone de Beauvoir zum Modell der engagierten Intellektuellen unserer Zeit. Im Mai 1999 jährt sich das Erscheinen ihres Klassikers Das andere Geschlecht zum 50. Mal, das Buch gilt als das feministische Standardwerk dieses Jahrhunderts und darüber hinaus. Die Gespräche sind von einer - für die Verhältnisse der als sehr scheu und spröde bekannten Simone de Beauvoir - ungewöhnlichen Offenheit und Intimität. Was der persönlichen Beziehung der beiden Frauen zu verdanken ist: Alice Schwarzer war politische Weggefährtin und Freundin. Die Fragen, die darin aufgeworfen werden - Identität, Macht, Männer, Liebe, Kinder, Politik - sind hochaktuell. In einem Essay über den heutigen Stellenwert Simone de Beauvoirs, die heute wie vor 50 Jahren auch Zielscheibe scharfer Angriffe ist, zieht Alice Schwarzer Bilanz.
Eine winzige Insel im Ozean als Brennpunkt der Sehnsucht von vier Menschen: drei Männer und eine Frau, deren Leben und Liebesgeschichten bestimmt werden von dem entlegensten Ort der Welt. Noomi Morholt, südafrikanische Wissenschaftlerin, Edwin Heron Dodgson, Priester und Bruder des berühmten Lewis Carroll; Christian Reval, Kartograph, und Mark Thompson, Briefmarkensammler: ein großer, vieldimensionaler Roman, eine zeitlose Geschichte unstillbarer Passionen und Obsessionen. Der Roman der Sehnsucht.
Widerfahrnis
- 223 Seiten
- 8 Lesestunden
Reither, bis vor kurzem Kleinverleger in einer Großstadt, nun in einem idyllischen Tal am Alpenrand, hat in der dortigen Bibliothek ein Buch ohne Titel entdeckt, auf dem Umschlag nur der Name der Autorin, und als ihn das noch beschäftigt, klingelt es abends bei ihm. Und bereits in derselben Nacht beginnt sein Widerfahrnis und führt ihn binnen drei Tagen bis nach Sizilien. Die, die ihn an die Hand nimmt, ist Leonie Palm, zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts; sie hat ihren Laden geschlossen, weil es der Zeit an Hutgesichtern fehlt, und er seinen Verlag dichtgemacht, weil es zunehmend mehr Schreibende als Lesende gibt. Aber noch stärker verbindet die beiden, dass sie nicht mehr auf die große Liebe vorbereitet zu sein scheinen. Als dann nach drei Tagen im Auto am Mittelmeer das Glück über sie hereinbricht, schließt sich ihnen ein Mädchen an, das kein Wort redet, nur da ist… Kirchhoff erzählt in seiner großartigen Novelle von der Möglichkeit einer Liebe sowie die Parabel von einem doppelten Sturz: in die Liebe, ohne ausreichend lieben zu können, und in das Mitmenschliche, ohne ausreichend gut zu sein. »Aber wo wären wir ohne etwas Selbstüberschätzung«, sagt der Protagonist Reither, um sich Mut zu machen für den ersten Kuss mit Leonie Palm, »jeder wäre nur in seinem Gehäuse, ein Flüchtling vor dem Leben.« Ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis 2016
In Zeiten des abnehmenden Lichts
- 423 Seiten
- 15 Lesestunden
International gefeiert und mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet, erzählt dieser Familienroman von einem halben Jahrhundert gelebter Geschichte voller überraschender Wendungen. Die Großeltern, die für den Kommunismus brannten, kamen aus dem mexikanischen Exil, um ein neues Deutschland aufzubauen. Der Sohn kehrt aus der Sowjetunion zurück, bringt eine russische Frau mit und trägt die Erinnerungen ans Lager, während er an die politische Idee glaubt. Dem Enkel bleibt nur ein Platz in der DDR-Realität, und er flieht am Tag des neunziger Geburtstags des Patriarchen, an dem Familie, Freunde und Feinde versammelt sind. Diese wechselvolle Geschichte erstreckt sich von den Jahren des Exils bis ins Wendejahr 1989 und darüber hinaus, führt von Mexiko über Sibirien bis in die neu gegründete DDR und beleuchtet die Höhen und Tiefen des 20. Jahrhunderts. So entsteht ein weites Panorama, das Geschichte als Familiengeschichte erlebbar macht. Eugen Ruge erhielt 2009 den Alfred-Döblin-Preis für sein Werk, das 2011 mit dem Aspekte-Literaturpreis und dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Der Roman wurde in 28 Länder verkauft, stand über 40 Wochen auf der Bestsellerliste und wurde von Matti Geschonneck nach einem Drehbuch von Wolfgang Kohlhaase verfilmt.
Über den dunklen Fluß
- 350 Seiten
- 13 Lesestunden
Eine quälende Sehnsucht hat den irischen Schriftsteller James Gillespie auf den schwarzen Kontinent getrieben, das Verlangen nach der großen Liebe seines Lebens - der italienischen Journalistin Ines Sabiani. Die Wiederbegegnung mit der Geliebten bringt ihm allerdings nur ein kurzes Glück; denn Ines' Engagement gilt, der Roman spielt in den fünfziger Jahren, ganz der kongolesischen Unabhängigkeitsbewegung.
Der Weltensammler
- 523 Seiten
- 19 Lesestunden
»Trojanow überrascht, wo er nur kann.« Der Spiegel Der britische Offizier Sir Richard Burton ist einer der seltsamsten Menschen des an exzentrischen Figuren reichen 19. Jahrhunderts: Anstatt in den Kolonien die englischen Lebensgewohnheiten fortzuführen und jede Anstrengung zu vermeiden, lernt er wie besessen die Sprachen des Landes, vertieft sich in die fremden Religionen und reist zum Schrecken der einheimischen Behörden anonym in diesen Ländern herum. So betritt er, in Indien zum Islam konvertiert, als einer der ersten Europäer unerkannt die heiligen Stätten von Mekka und Medina; und er reist zu den Quellen des Nils eine seelische und körperliche Zerreißprobe, die zum Zusammenbruch führt. Iljia Trojanow hat einen farbigen Abenteuerroman geschrieben, der durch genaue Sachkenntnis begeistert. Er ist Burton durch drei Kontinente hinterhergereist, um der Faszination, die Hinduismus, Islam und afrikanischen Naturreligionen auf ihn ausübten, aufzuspüren.
Während seine Altersgenossen bei Rekordhitze feiern, trinken und unbedingt noch ein Mädchen klarmachen wollen, taumelt der 17-jährige Léonard alleine und übermüdet durch die letzten Stunden seiner Sommerferien auf einem französischen Campingplatz. Die Nacht zuvor steckt ihm in den Knochen: Er hat einem Jungen reglos beim Selbstmord zugesehen - ist dessen Tod also seine Schuld? Zugleich verwirrt ihn die verführerische Luce, hilflos und hingerissen ist er ihren schamlosen Spielchen ausgesetzt. Gefangen in seinen komplexen und gegensätzlichen Gefühlen, vermag Léonard seinem Delirium kaum zu entrinnen. (Quelle: buchhandel.de)



