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Susanna Jäger

    Doppelaxt oder Regenbogen?
    • 1998

      Im Zentrum der Studie von Susanna Jäger steht die paradoxe Situation lesbisch-feministischer Identitätspolitiken. Die Autorin analysiert, wie sich der Sexualitätsdiskurs in der Moderne entwickelt hat und wie lesbische Sexualität im 19. Jahrhundert als Wesenszuschreibung konstituiert wurde, unter Rückgriff auf Foucaults Macht- und Identitätsbegriff. Historische Studien zeigen, wie sich das Konzept der lesbischen Frau von einer sexualwissenschaftlichen Fremdzuschreibung zu einem emanzipatorischen Identitätskonzept frauenliebender Frauen wandelte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand erstmals ein lesbisches Selbstverständnis. Jäger skizziert den Verlauf der zeitgenössischen Lesbenbewegung von den 70ern bis zur Queer-Bewegung in den 90er Jahren, mit Fokus auf konzeptionelle Verschiebungen im lesbischen Identitätsverständnis. Ziel ihrer Arbeit ist die Herausarbeitung der neuen Rhetorik der Eigentlichkeit in der gegenwärtigen Diskussion. Anhand einer textnahen Analyse von Artikeln aus der Lesbenzeitschrift IHRSINN wird die paradoxe Situation lesbisch-feministischer Identitätspolitik verdeutlicht. Der anti-essentialistische und antiuniversalistische Anspruch wird durch ein fiktives, authentisches Kollektivsubjekt unterlaufen, das Sexualität erneut als essentielles Merkmal lesbischer Identität affirmiert, im Sinne des kritisierten hegemonialen Sexualitätsdispositivs.

      Doppelaxt oder Regenbogen?