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Knud Romer

    21. Oktober 1960
    Wer blinzelt, hat Angst vor dem Tod
    Die Kartographie der Hölle
    • Knud hatte als Kind eine alte Landkarte über dem Bett hängen, sie zeigte den Horizont seiner Welt – des Paradieses. Wie das dänische Nykøbing auf der Insel Falster, der Ort seiner Kindheit, es war. Als er älter wird, geht er zum Studieren nach Kopenhagen: Literaturwissenschaft, denn die Bücher im Schrank der Frankfurter Großmutter haben ihn geprägt. Aber in der Großstadt beginnt ein Leben voller Ab- und Ausschweifungen, bestimmt von Alkohol und Drogen. Die Suche nach dem Paradies führt ihn in die Hölle. Bis Knud sich einen Gefährten herbeihalluziniert. Einen gewissen »M«, Sohn eines CIA-Agenten in Teheran, der ihn errettet. Jetzt wird aus dem ewigen Studenten ein erfolgreicher Werbefachmann – und ein schonungsloser Chronist des eigenen Lebens. Nykøbing, Kopenhagen, Frankfurt, Teheran – Auf seinem Weg durch die politisch und gesellschaftlich ereignisreichen achtziger und neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts springt Knud Romer zwischen Orten und Zeiten, jongliert mit Fakten und Gefühlen. Entschieden subjektiv, aufwühlend emotional und spannend bis zur letzten Seite.

      Die Kartographie der Hölle
      4,2
    • Knud Romer hat mit seinem ersten Roman in Dänemark einen Skandal ausgelöst. Er erzählt die dramatische und gewöhnliche Geschichte seiner deutsch-dänischen Familie und verarbeitet den Alptraum seiner Jugend in Nykøbing. In den sechziger und siebziger Jahren wird Knud von seinen Mitschülern als „deutsches Schwein“ bezeichnet, da er anders ist: Er trägt Lederhosen, singt deutsche Lieder und bringt unübliche Pausenbrote mit zur Schule. Seine Mutter, deren erster Verlobter von den Nazis hingerichtet wurde, wird als „Hitlerliebchen“ beschimpft. Die Geschichte erstreckt sich über drei Generationen in Dänemark und Deutschland. Der dänische Großvater scheitert in seinen Unternehmungen und verbringt seine Zeit am Bahnhof, während Knuds Vater so bemüht ist, alles korrekt zu machen, dass er dem deutschen Heer beim Einmarsch in Dänemark hilft. Die deutsche Großmutter wird bei einem Bombenangriff schwer verletzt; trotz ihrer Entstellung bleibt sie für Knud eine Figur klassischer Schönheit. Onkel Hermann aus Oberfranken schenkt Knud bei jedem Besuch Splitter einer Handgranate, die ihm nach und nach aus der Haut wachsen – und liefert damit das Material für Knuds großen Befreiungsschlag.

      Wer blinzelt, hat Angst vor dem Tod
      3,2