Eine masurische Chronik und ein breit angelegtes Familiengemälde aus der ostpreußischen Heimat des Dichters.
Ernst Wichert Bücher
Ernst Wiechert, ein deutscher Lehrer, Dichter und Schriftsteller, setzte sich in seinem Werk für die Tugenden der Einfachheit, Demut und idealen Liebe ein. Trotz seines Widerstands gegen das NS-Regime, der zu seiner Inhaftierung führte, ist sein Erbe aufgrund seiner anhaltenden Popularität unter diesem Regime komplex. Dennoch zeugen seine Schriften durchweg von seiner unerschütterlichen Verteidigung seiner Überzeugungen, einschließlich eines Romans, der ein gutes Leben als Antwort auf das Unbehagen der Zeit befürwortete. Seine kritischen Schriften, die nach dem Krieg erhalten blieben, dienen als Zeugnis seiner Erfahrungen und als Gedenkstätte für die Toten.






Ernst Wiecherts Roman „Die Magd des Jürgen Doskocil“ (1932) erzählt von menschlichen Schicksalen in schwierigen Zeiten. Diese Ausgabe, bearbeitet von Theodor Borken, bietet einen lesefreundlichen Großdruck und wurde an die neue deutsche Rechtschreibung angepasst. Wiechert, ein bedeutender Autor seiner Zeit, erlebte eine bewegte Lebensgeschichte.
Historischer Roman uber Heinrich von Plauen, der als Retter des Deutschen Ordens nach der Schlacht von Tannenberg gilt.
Der Exote
Roman
Der Totenwolf
Roman
Ernst Wiecherts Roman entstand in einer Zeit, die stark vom Nachhall des Ersten Weltkriegs geprägt war, als die alte Ordnung zerbrochen und eine neue noch nicht in Sicht war. Vor diesem düsteren Hintergrund präsentiert sich „Der Totenwolf“ als erzählerisches Manifest, das heidnische, antichristliche und deutschbewusste Züge trägt. Es ist ein Sinn- und Gottsucherroman, der durch einfühlsame Schilderungen seelischer Konflikte, einen spannungsreichen dramatischen Verlauf und sprachliche Schönheit besticht und zugleich verstört. Wolf Wiedensahl wächst als Kind, von seinen Eltern verstoßen, bei seiner Großmutter in den masurischen Wäldern auf. Diese heile ostpreußische Welt, fernab der Zivilisation, ist von einer naturmystischen Magie umgeben. Als Wolfs Vater nach Jahren zurückkehrt und ihn zur Schule schickt, wird der Junge mit der Grausamkeit der Außenwelt konfrontiert. Der Krieg, den Wolf als Soldat und Offizier erlebt, wird meisterhaft und sprachgewaltig beschrieben; es entsteht eine grausame Ästhetik des Schreckens, in der unerfüllbare Erlösungsphantasien um Leben und Tod ringen. Nach seiner Rückkehr, seelisch zerrüttet, findet Wolf in einer hedonistischen und dekadenten Gesellschaft keine Heimat mehr. Der Totenwolf beginnt seinen Rachefeldzug!
In eindringlicher und zeitloser Weise beschreibt der Dichter Ernst Wiechert seine glückliche Kindheit in einem einsam gelegenen Forsthaus in den Wäldern Ostpreußens, umgeben von Seen und Mooren. Erst im Schulalter begegnet er der Geschäftigkeit der Stadt und dem menschlichen Miteinander, das er aus seiner Einsamkeit heraus erlernen muss. Diese neue Welt wird von seiner Sehnsucht nach der Stille und Majestät der Wälder seiner Heimat überschattet, die er mit ergreifenden Worten schildert. Mit großer Liebe, leisem Humor und lächelnder Ironie erzählt Wiechert von seiner Wanderung durch die Stätten und Jahre seiner Kindheit und Jugend. Über allem schwebt der köstliche Schimmer der Erinnerung, ein Glanz, „den nur der frühe Morgen hat, bevor eine Fährte durch den Tau läuft und eine Vogelstimme über den dampfenden Wäldern steht“. Ernst Wiechert wurde am 18. Mai 1887 im Forsthaus Kleinort geboren und war bis 1933 im höheren Schuldienst tätig. Nach seiner Niederlassung in Bayern wurde er wegen seines Widerstands gegen das Naziregime zeitweise im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert. Zu seinen wichtigsten Werken zählen Erinnerungsbände, Romane, Märchen und Novellen. Der Dichter starb am 24. August 1950 in der Schweiz.
Der Totenwald
- 140 Seiten
- 5 Lesestunden
Wer von den Jüngeren kennt den 1887 in Ostpreußen geborenen, 1950 am Zürichsee gestorbenen Ernst Wiechert, der in den dreißiger Jahren und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zu den erfolg- und einflußreichsten deutschen Schriftstellern und während der Nazizeit zur sogenannten inneren Emigration gehörte?
Das einfache Leben
- 394 Seiten
- 14 Lesestunden
Korvettenkapitän Thomas von Orla kämpft 1916 in der Seeschlacht vor Skagerrak gegen die britische Royal Navy. Zwei Jahre später, während einer Meuterei, wird er von seinen Matrosen ins Meer geworfen, überlebt jedoch dank seines Obermatrosen Friedrich Wilhelm Bildermann. Fünf Jahre nach dem Krieg ringt Thomas noch mit den Erlebnissen und findet Trost im Psalm 90, was ihn dazu bewegt, seine Familie und die Stadt zu verlassen und nach Ostpreußen zu ziehen. Dort beginnt er eine lange Suche nach dem Sinn des Lebens, während er in eine scheinbar intakte preußische Welt eintaucht, die in der Weimarer Republik ihren Charakter bewahrt hat. Zu seinen wichtigsten Beziehungen zählen der grimmige General von Platen, dessen Enkelin Marianne, Förster Gruber und der zurückgezogene Graf Natango Pernein. Der General wird zu einem Gönner für Thomas, der mit Bildermann auf einer Fischerinsel lebt. In den langen Winterabenden schreibt Thomas zwei Bücher über Moral im Krieg, die jedoch auf Widerstand stoßen. Nach dem Tod des Grafen erbt Thomas unerwartet dessen Besitz, einschließlich eines Schlosses mit Bibliothek und Labor. Von einer tiefen Todessehnsucht erfüllt, forscht er und kommt zu dem Schluss: „das Geschaute […] war größer als das Gedachte.“
Die blauen Schwingen
Roman
In diesem frühen Roman Wiecherts sind der Krieg und dessen Grausamkeiten allgegenwärtig, gleichzeitig treten die typischen Merkmale und Themen des Schriftstellers bereits deutlich Seine enge Verbundenheit zur Heimat, die Liebe zur Natur und das Geborgensein in der Wildnis. Das Werk von 1925 beinhaltet ebenfalls erste Anklänge der Sehnsucht nach Stille, dem Wunsch nach einem einfachen Leben und der Skepsis gegenüber der Moderne.-


