Das Uni(per)versum
- 453 Seiten
- 16 Lesestunden





Selbstbestreitschrift, Selbstdisstopie, Selbstbewunderwaffe
Der neurotische, selbstbedrogensüchtige Protagonist unternimmt während einer stupiden Hilfsarbeit eine realitätsflüchtige Reise in die Amazonasniederung. Er verliebt sich aussichtslos in eine viel zu junge Schlangentänzerin und versucht, sie sich selbstunvergeblich zu verleiden, während er seine Selbstabschrecklichkeit hinter einer Schicht aus Selbstbeschmutzung verbirgt. Seine Selbstabscheu projiziert er auf unschuldige Mitmenschen und vertieft sich in eine Legende über frauengestaltige Phantasieblüten, die angeblich von Indianern bestäubt werden. Diese Pelorien möchte er finden, um sie in veganen Bordellen zu verprostituieren und damit unsterblichen Ruhm zu erlangen. Er entwickelt eine Evolutionstheorie, die besagt, dass Verhaltensentartungen die Treibkraft der Artentstehung sind. Der Flaschenhalseffekt führt zu einer Übergewichtung von Mutationen, und das Individuum strebt unaufhörlich nach Einzigartigkeit. Um wertgeschätzt zu werden, müsse man sich rar machen und mit dem Aussterben drohen. Normalität rechne sich nicht, Unnormalität räche sich. Im Geschlechtsdimorphismus sieht er einen weiblichen Gestaltungswillen, der das männliche Geschlecht als Material nutzt. Am glaubhaftesten sei, was man am wenigsten wahrhaben wolle. Dieser fiktive Roman ist ein Sprachexperiment, das verschiedene Methoden nutzt, um Verknüpfungen zu verdrängten Ungereimtheiten herzustellen. Der Text wird zum Selbstverleumdungsroman eines Schriftentstel
(eine Pulchrophobie); Motto: "Nur die Phantasielosen flüchten sich in die Wirklichkeit." (Arno Schmidt) (Zitatderivat: Die Phantasten flüchten sich in die Verwirrklichkeit, in ein platonisches PhantasiehöllenUngleichnis)