Mojisola, eine nigerianische Einwanderin in Südafrika, konfrontiert ihre Versäumnisse nach dem Selbstmord ihrer Tochter Yinka. In Johannesburg trauert sie um die entfremdete Beziehung und entdeckt unerwartete Seiten in Yinkas Leben, die ihr helfen, sich von ihren Fesseln zu befreien und ihren Platz in der Welt neu zu finden.
Yewande Omotoso Bücher
Yewande Omotoso schreibt Prosa, die sich mit der Komplexität von Identität und Migration auseinandersetzt. Ihre Werke erforschen Themen wie Entwurzelung und die Suche nach Zugehörigkeit mit scharfer Beobachtung und einfühlsamem Verständnis. Die Autorin untersucht, wie Umwelt und kultureller Hintergrund unsere Beziehungen und unsere Selbstwahrnehmung prägen. Ihr Stil ist prägnant und zugleich sensibel und bietet den Lesern tiefe Einblicke in die menschliche Erfahrung.


Die Frau nebenan
Roman
Hortensia und Marion sind Nachbarinnen, eine schwarz und eine weiß, beide Witwen und erfolgreiche Frauen. Trotz ihrer beeindruckenden Karrieren hegen sie eine tiefe Abneigung gegeneinander, die ihre achtzig Jahre kaum erahnen lässt. Als Marions Haus unbewohnbar wird, muss sie vorübergehend bei Hortensia wohnen, was sie zwingt, sich näherzukommen. Diese unwillkommene Nähe führt dazu, dass sie gemeinsame Erinnerungen und die harten Verluste, die sie erfahren haben, austauschen. Mit Mut zur Wahrheit und der Kraft ihrer neu gewonnenen Freundschaft stellen sie sich den großen Fragen des Lebens. Die Erzählung wird als hinreißend beschrieben, mit einer Botschaft der Hoffnung auf Mitgefühl, die in Zeiten des Wandels dringend benötigt wird. Die temperamentvollen, teils irrwitzigen Gespräche der beiden Frauen sind ein Genuss und laden zum Lesen ein. Die Geschichte wird als Lehrstück über Stolz, Vorurteil und die Geschenke einer späten Freundschaft betrachtet. Die Autorin spannt elegant den Bogen zu den Wurzeln des Rassismus und der gegenwärtigen Situation in Südafrika. Ihre Erzählweise erinnert an Nadine Gordimer und beleuchtet die Geographie der Nähe, die die großen Machtverhältnisse im Kleinen widerspiegelt. Die Geschichte ist charmant und voller Energie, während die Schatten der Kolonialherrschaft und Sklaverei im Hintergrund lauern.