Seit zwei Jahrzehnten lässt sich eine irritierende Wiederkehr des Blasphemievorwurfs beobachten. Man denke etwa an den dänischen Karikaturenstreit oder den Terroranschlag auf Charlie Hebdo 2015 in Paris. Die entsprechenden politischen und juristischen Debatten betreffen gegenwärtig insbesondere Blasphemieparagraphen in den Rechtsordnungen. Doch das Phänomen der Blasphemie ist facettenreicher, als es dabei oft wahrgenommen wird. Denn „Blasphemie“ ist kein objektiv vorliegender Tatbestand, sondern entspricht einem komplexen Deutungsmuster, das religionsspezifisch und interreligiös unterschiedliche Ausprägungen erfahren hat. Der vorliegende Sammelband reflektiert das Phänomen der Blasphemie in Geschichte und Gegenwart in einem multiperspektivischen Zugang. Die Thematik wird sowohl im Kontext von Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus als auch im Kontext von Jurisprudenz und Kunst aus der Sicht verschiedener Wissenschaftsdisziplinen analysiert.
Matthias D. Wüthrich Bücher


Ekklesiologie der Volkskirche
Theologische Zugänge in reformierter Perspektive. Ein Handbuch
- 400 Seiten
- 14 Lesestunden
Die Mitgliederzahlen der Kirchen gehen zurück, Kirchgemeinden fusionieren, Kirchgebäude werden umgenutzt, die Verhältnisse von Kirche und Staat neu austariert. Ist die Rede von der Volkskirche im Horizont solcher Transformationsprozesse überhaupt noch sinnvoll? Der Begriff Volkskirche dient nicht nur zur Beschreibung und Orientierung kirchlicher Praxis, sondern besitzt auch Potenziale für ein zukunftsfähiges theologisches Kirchenverständnis. Genau dies zeigen die Autorinnen und Autoren auf, indem sie Volkskirche empirisch erforschen, ihre Geschichte, praktisch-theologische Modelle und Theologien der Volkskirche untersuchen und Thesen zu einer Ekklesiologie der Volkskirche entwickeln.