Bauernkriegspanorama
- 62 Seiten
- 3 Lesestunden






Ein Doppelessay: In ihrem ersten Essay geht Kathrin Röggla den Verschränkungen von sozialen Landschaften und urbanem Raum nach. Im zweiten Essay des Bandes verfolgt die Autorin ihre Gedanken über die Beziehungen von Katastrophenlust, Gesellschaftskatastrophen und deren filmischen Reflexen. Kathrin Röggla hat einen bestechenden Doppelessay vorgelegt, in dem sie mit ihrem Gefühl für den Hintergrund und die Ursachen diverser zeitgenössischer Sprechweisen eine brillante Analyse unseres ambivalenten Umgangs mit Katastrophen liefert.
Politisches Denken und radikales Sprechen – Kathrin Rögglas Essays und Theaterstücke. Unsere Realität gleicht einem Katastrophenfilm, einem worst-case-Szenario, einem Shakespeare’schen Königsdrama: Wirtschaftskrisen, Medien-Hysterie, private Paranoia. Kathrin Röggla setzt ihre kritische Phantasie und ihre kluge Sprachkunst dagegen. Sie analysiert und seziert den Zustand unserer Zeit: fiktive Alarmierungen, reale Ängste und falsche Sehnsüchte. Lustvoll und konsequent, geistreich und spielerisch durchleuchten ihre Essays und Theaterstücke unsere Gegenwart.
Kathrin Röggla erzählt mit lakonischem Witz von unserem Leben und dem, was es sein könnte. Sie beleuchtet scharf unsere alltäglichen Sehnsüchte, Verwirrungen und Illusionen. Wortgewaltig arrangiert sie Großstadtszenarien, die unsere Gegenwart glasklar widerspiegeln.
Sind wir die Helden in einem Katastrophenfilm? In sieben Prosastücken erzählt Kathrin Röggla von der Bedrohung und der Magie einer Welt in Alarmbereitschaft. Brennende Wälder, fliehende Tiere, Panikeinkäufe. Experten, Schaulustige und Beteiligte stieren auf die Katastrophe. Und fragen sich: »hat man jetzt überlebt?«. Entwarnung wird nicht gegeben. Eine Welt im Ausnahmezustand: Finanzkrise, Klimakatastrophe, Entführungsfälle – das Leben wird zum Worst-Case-Szenario. Und dadurch dramatisch. Eine gespenstische Hetzjagd. Oder sind diese Panikszenen eine große Fiktion? Kennen wir diese bedrohlichen Sicherheitslücken, spektakulären Rettungsaktionen und exklusiven Berichterstattungen nicht aus den Filmen des Hollywood-Kinos? Sind wir die Helden in einem Katastrophenfilm? Kathrin Röggla spielt diese Katastrophen-Szenen durch und entlarvt ihre Dramaturgie. In acht Prosastücken erzählt sie von der Bedrohung und der Magie einer Welt in Alarmbereitschaft. Sie führt uns die trügerischen und verführerischen Geschichten unserer panischen Gegenwart vor Augen.
Abrauschen - von Berlin-Neukölln nach Salzburg und wieder zurück. Frech und geistesgegenwärtig erzählt Kathrin Röggla von einer rasant-komische Reise durch die Großstadt, die Provinz, das Leben und die Sprache. »Ein unentwegtes Crossover von Slang, Straßenstimmen, Wortspielen und Poesie. Die Sprache von Abrauschen ist schnell und gelenkig, beweglich genug, um die irrwitzig dahin- und durcheinanderschießenden Phänomene dieser 90er-Jahre-Welt einzufangen.« Uwe Pralle, Frankfurter Rundschau
Kathrin Röggla schreibt differenziert und geradezu artistisch in der Wahl der literarischen Mittel, und der Leser, der sich womöglich als Mitläufer ertappt fühlt, lässt sich gern von der Souveränität der jungen Autorin anstecken. Das ist intensive Unterhaltung auf höchstem Niveau. Hauptsache man ist dabei, ganz dicht dran. Keinen Moment verpassen. Immer in Bewegung bleiben, auch so kommt man schließlich voran - und nicht vergessen: sich immer klasse dabei finden, kann ziemlich hilfreich sein. Kann aber auch knallen, doch wo gibt es sonst noch Reibung, Widerspruch; fließende Übergänge sind ja allerorts gefragt, und so manche glauben auch daran. Von dem, was man so leichtfertig unter „Gegenwart“ zusammenfasst, handeln diese Texte. Orte werden mit darin abgelagerten Gesprächsartikeln, Gesten und Riten verschränkt, so entstehen mental maps, Skizzen einer sich stark verändernden Stadt und Gesellschaft.
Kathrin Rögglas literarischer Bericht aus New York über den Terroranschlag vom 11. September und die Folgen.Kathrin Röggla war am 11. September nur etwa einen Kilometer vom World Trade Center entfernt. »zunächst stand ich vor der frage, was ich damit mache, mit diesem haufen an authentizität, mit diesem scheinbaren aufgehen in einem Ereignis, in diesem zu großen bild, in das man plötzlich wie eingezogen ist oder eingezogen wurde.« In der Folge verfasste sie eine Serie von Texten, die die Veränderungen in New York in den Blick nehmen. Sie beschreibt die Reaktion der Amerikaner auf die Anschläge, lässt einzelne Leute zu Wort kommen, beobachtet das Geschehen in den Straßen von New York und kommentiert die Inszenierung amerikanischer Politik in den Medien. Über die momentane Aktualität hinaus versucht sie, Muster amerikanischer Wirklichkeit sichtbar zu machen.
Roman
»Wir werden die sein, die sich wundern«: Kathrin Rögglas Roman zum NSU-Prozess »Kein Schlussstrich!« Das war die Forderung vieler Stimmen aus der Nebenklage nach dem Urteil des NSU-Prozesses. Zu wenig wurde aufgeklärt, zu viel politisch versprochen. Was genau aber passiert mit einem Prozess, um dessen Grenzen so nachhaltig gestritten wird? Wer beobachtet die dritte Gewalt bei ihrer Arbeit, wenn es um rassistischen Terror und den Angriff auf unsere Demokratie geht? Kathrin Röggla erzählt nicht in der üblichen Vergangenheitsform von einem abgeschlossenen Fall, und sie nimmt die bewusst unprofessionelle Perspektive eines »Wir« ein, das oben auf den Zuschauerrängen sitzt. Doch wer sind »wir« eigentlich, wenn jedes »Wir« durch den Prozess in Frage gestellt wird? Mit großer Genauigkeit, aber auch mit erstaunlicher Komik und Musikalität erzählt Rögglas Roman von den Rollen und Spielregeln des laufenden Verfahrens, um zu einer radikal offenen, vielstimmigen Form der Aufklärung zu kommen. Es ist ein Buch über die aktive Teilhabe all der Menschen, die das Gericht zu einem lebendigen Ort der Demokratie machen. Der Roman »Laufendes Verfahren« war für den Deutschen Buchpreis 2023 nominiert.
Wir schlafen nicht - bk1369; S. Fischer Verlag; Kathrin Röggla; Paperback; 2004