**Der Archipel Gulag** (Original: russisch *Архипелаг ГУЛАГ Archipelag GULAG*) ist ein historisch-literarisches Werk des russischen Schriftstellers, Dissidenten und Trägers des Nobelpreises für Literatur Alexander Issajewitsch Solschenizyn. Der am 28. Dezember 1973 in Frankreich erstveröffentlichte *Archipel Gulag* gilt als sein Hauptwerk und als eines der einflussreichsten Bücher des 20. Jahrhunderts. Es ist das bekannteste Werk der oft im Untergrund entstandenen und verbreiteten Samisdat-Literatur aus der Stalin- und Chruschtschow-Ära in der Sowjetunion und die bedeutsamste Darstellung und Kritik des Stalinismus innerhalb der Literatur. GULag oder Gulag ist ein Akronym für die russische Bezeichnung *Glawnoje Uprawlenije isprawitelno-trudowych Lagerei* (russisch Главное Управление Исправительно-трудовых Лагерей ‚Hauptverwaltung der Umerziehungs- und Arbeitslager‘). Der Titel des Buches bezeichnet das Lagersystem als einen über die ganze Sowjetunion verteilten Archipel, eine abgeschlossene Inselwelt der Unterdrückung und Entmenschlichung. Damit wird auch der Titel des Buches Die Insel Sachalin von Tschechow aufgenommen, in dem dieser Zwangsarbeit und Verbannung im Zarismus beschrieb.
Harry Willets Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)


Lenin in Zürich
- 331 Seiten
- 12 Lesestunden
In der erzwungenen Emigration beschloss Solženicyn, sein lang gehegtes Vorhaben zu verwirklichen – die russische Gesellschaft vor dem bolschewistischen Putsch von 1917 zu erforschen. Das Ergebnis seines Schaffens ist „Rotes Rad“, ein umfangreiches und unvollendetes literarisches Werk, das literarisches Erzählen mit philosophischen, religiösen und politologischen Überlegungen verbindet. „Lenin in Zürich“ ist ein eigenständiger Teil eines der umfangreichen Kapitel von „Rotes Rad“. Solženicyn zeichnet Lenin als einen von einer einzigen Idee besessenen Menschen, der eine weltweite sozialistische Revolution entfesseln will. Lenin erkennt nur seine eigene Meinung an und zieht Spaltungen in seiner Partei Kompromissen vor, selbst auf Kosten seiner eigenen Isolation. Freundschaft kennt er nicht; er verbindet sich nur mit Menschen, wenn er sie für seine Ziele nutzen kann. Er weist sie zurück, wenn sie ihm nicht mehr nützlich sind. Auch mit Unternehmern verbindet er sich, wenn er davon profitieren kann. Zu seinen nützlichen Freunden gehört auch seine Geliebte Inessa Armandová, deren zu unabhängiger Denkweise ihm jedoch missfällt; er bevorzugt Naděždě Krupská, die gehorsam und hingebungsvoll für ihn sorgt. Die Handlung beginnt vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs und endet mit dem bekannten Transport über Deutschland nach Russland im Jahr 1917.