Eine Sammlung sinnreicher okkulter Geschichten
- 356 Seiten
- 13 Lesestunden
Johannes von Tepl, auch bekannt als Johannes von Saaz, war ein böhmischer Schriftsteller deutscher Sprache und einer der frühesten bekannten Prosaautoren im Frühneuhochdeutschen. Sein Werk zeichnet sich durch eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der menschlichen Psyche und ethischen Dilemmata aus, was Leser anspricht, die nachdenkliche und zeitlose Literatur suchen. Seine Kenntnisse in Tschechisch, Deutsch und Latein ermöglichten es ihm, sein Schreiben mit vielfältigen kulturellen und sprachlichen Einflüssen zu bereichern. Diese frühen prosaischen Unternehmungen stellen einen bedeutenden Meilenstein in der literarischen Entwicklung dar und unterstreichen seinen Pioniergeist.




Ein vollständiges illuminiertes Manuskript in 64 Farbtafeln. Johannes von Tepl (ca. 1350-1415) verfasste Der Ackermann aus Böhmen um 1401. Es gilt als eines der wichtigsten Werke der spätmittelalterlichen deutschen Literatur. Das Gedicht besteht aus 34 kurzen Kapiteln, die einen Dialog zwischen einem Ackermann, dessen geliebte Frau kürzlich gestorben ist, und dem Tod darstellen. In den ungeraden Kapiteln beschuldigt der trauernde Ackermann den Tod für seinen Verlust. In den geraden Kapiteln antwortet der Tod auf die Emotionen des Ackermanns mit kalter, zynischer Logik. Im vorletzten Kapitel erscheint Gott und entscheidet den Streit, indem er den Ackermann daran erinnert, dass er sein Leben Gott verdankt, und den Tod daran erinnert, dass er seine Kräfte Gott verdankt. Das letzte Kapitel ist ein Gebet des Ackermanns für die Seele seiner Frau. Sechzehn Manuskripte und 17 frühe Druckausgaben des Werkes sind erhalten. Das vorliegende Manuskript wurde um 1470 in der Werkstatt von Ludwig Hennflin in Stuttgart geschaffen. Es befindet sich derzeit in der Universitätsbibliothek Heidelberg.