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René Steininger

    1. Januar 1970
    Edition Rote Zahlen: In Margine
    Rinforzando
    MIT DER UNSICHTBAREN WELT BEGINNEN
    Tremolando : Gedichte und Geschichten
    • Rinforzando

      • 159 Seiten
      • 6 Lesestunden

      Knapp, wendig, intensiv – der Ton dieser Texte, ihr 'rinforzando', ist programmatisch: Zustandsbeschreibung der Welt und zugleich Strategie einer möglichen poetischen Erwiderung. Schreiben gleichsam wie die Preisboxer kämpfen, mit 'harten Bandagen'. Nah an den Fakten, doch stets unter Rücksicht auf das Verletzliche. Die Gedichte und Geschichten dieser Sammlung verstehen sich als invitation au voyage. Einige laden tatsächlich zum Ortswechsel ein, andere initiieren eine Reise anderer Art: in die Dunkelkammern menschlicher Möglichkeiten. Ob eine Hure von besseren Zeiten träumt, kleine Gauner das Idyll sonnenhungriger Touristen stören oder ein Angestellter den Gewinn seines Lebens in sardonischer Freigebigkeit der stummen Gemeinschaft vermacht – immer legen die Figuren Zeugnis ihrer eigenbrötlerischen, nonkonformistischen Sicht der Dinge ab.

      Rinforzando
    • Edition Rote Zahlen: In Margine

      • 132 Seiten
      • 5 Lesestunden

      Jenes Adorno zugeschriebene Wort 'Auschwitz fängt da an, wo einer im Schlachthof steht und sagt: Es sind ja nur Tiere' ist zu steil, zu sehr von Wut geprägt. René Steininger agiert da ganz anders. Gleich einem Pathologen eruiert er kühl die endogenen, exogenen und iatrogenen Noxen, und diese klinische Kälte camoufliert das genuin Poetische vollkommen. Umso größer die Wucht, mit der das Entsetzen dann aus der Deckung kommt und über vegetative Kanäle auf unser Bewusstsein trifft. Steininger verwendet dabei die dem jeweiligen ›Fall‹ exakt angepassten Instrumente (vulgo ›literarische Formen‹). In der Vielzahl der Textsorten und rhetorischen Mittel (von A wie Anapher bis V wie Vergleich) spiegelt sich die Vielfalt der Wesen und ihrer jeweiligen Habitate, die alle auf diese Weise – ganz im Hegelschen Sinne – in den Erscheinungsformen der Sprache sinnlich erfahrbar werden. Der Titel IN MARGINE ist natürlich Programm, geht es doch um die randständige Tier- und Pflanzenwelt, die somit ins Zentrum des ganzen Buches rückt. Eine andere, vielleicht intelligentere Lesart des Titels aber verweist umgekehrt auf den Menschen, der nur noch als Zaungast ›am Rande‹ erscheint.

      Edition Rote Zahlen: In Margine