Krieg an den Rändern
- 277 Seiten
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Zonen, Linien, Mauern im historischen Vergleich
Allerorts ist seit dem Fall des Eisernen Vorhanges von der Aufhebung von Grenzen die Rede, von Integration und Freizügigkeit als Ausdruck eines zusammenwachsenden ”Global Village”. Die Vervielfachung und Beschleunigung der Kapital-, Waren- und Migrationsströme gilt dafür als Indikator. Es scheint, als gehörten Grenzen der Vergangenheit an. Bei näherem Hinsehen springen gleichwohl alte und neue Barrieren ins Auge. Zwar gibt es keinen Eisernen Vorhang und keine Berliner Mauer mehr, “Schengen” und die Befestigungslinie zwischen den USA und Mexiko grenzen indes Zentralräume von Randgebieten ab. Zudem existieren Mauern zwischen Stadtvierteln unterschiedlicher religiöser und ethnischer Gruppen von Belfast über Ustí/Labem bis Jerusalem. Zur Isolierung der Palästinenser in den besetzten Gebieten wird von Israel eine modernisierte Variante des ”Eisernen Vorhangs” fertiggestellt. Neue Grenzen entstehen durch neue Staatsgründungen von Estland bis Moldawien. Zonen, Linien, Marken und Mauern sind also keineswegs von der Landkarte verschwunden.
In der historischen Betrachtung präsentiert sich die Entwicklung von Finanzmärkten und globalen Geldströmen in engem Zusammenhang mit den jeweils herrschenden internationalen Geldregimen. Unterschieden werden können im Wesentlichen drei Perioden: bis in die 1930er Jahre der Goldstandard, nach dem Zweiten Weltkrieg der Dollar und seit den 1970er Jahren flexible Wechselkurse, die durch abnehmende internationale Regulierungen der Kapitalströme gekennzeichnet sind. Diese Entwicklung bildet den Hintergrund für eine genauere Analyse der globalen Finanzarchitektur. Während die kollektive Erinnerung an die Weltwirtschaftskrise nach 1929 und die Erschütterung der Finanzmärkte nach dem Zweiten Weltkrieg die Grundlage einer stärker interventionistischen Geldpolitik bildeten, wurden ab den 1970er Jahren Regulierungen kontinuierlich abgebaut. Es drängt sich die Frage auf, ob und wie weit die neuartigen Krisenerscheinungen mit der Liberalisierung und Deregulierung der Finanzmärkte in Verbindung stehen.
In diesem Band stehen verschiedene Entwicklungswege, deren Ursachen und Konsequenzen im Mittelpunkt, während globale entwicklungsökonomische Fragen durch theoretische und empirische Analysen beleuchtet werden. Die Beiträge konzentrieren sich auf zentrale strukturelle Formen kapitalistischer Ökonomien und verbinden unterschiedliche kritische Ansätze zur Analyse der ökonomischen Entwicklung in Nord und Süd. Die Untersuchung reicht vom Zusammenhang zwischen Direktinvestitionen, Außenhandel, Verschuldung und Entwicklung bis hin zu Finanzkrisen und der Rolle des Staates. Neben der Analyse sich wandelnder Strukturen wird auch die Rolle entwicklungsrelevanter Akteure betrachtet. Der Inhalt umfasst Themen wie Akkumulation, internationalen Handel, Kapitalverkehr und deren Einfluss auf ungleiche Entwicklung im historischen Vergleich, die Eingliederung in das internationale Handelsregime, sowie die Auswirkungen globaler Güterketten und regionalökonomischer Aspekte. Zudem werden internationale Geldnormen, Verschuldung und deren Einfluss auf (Unter-)Entwicklung sowie die Dynamik von Arbeitsbeziehungen und die Rolle des Staates in der Peripherie thematisiert. Der Band bietet somit einen umfassenden Überblick über die komplexen Zusammenhänge der ökonomischen Entwicklung.
Die Reihe "Biosphäre Sekundarstufe II" wird um ein Themenheft zur Genetik erweitert. Die Hefte sind als Lehr- und Arbeitsbuch konzipiert (s. "Ökologie", ID-A 26/12). Behandelt werden in komprimierter Form die klassischen Inhalte der Genetik, Grundlagen der Molekulargenetik, Biotechnologie und humangenetische Forschungsschwerpunkte. Reihenüblich mit vielen farbigen Fotos und Grafiken illustriert, ist der Band zur Vor- und Nachbereitung des Unterrichtsstoffs bestens geeignet. Neben "Genetik" von D. Baron (ID-A 36/12) und I. Kronberg: "Genetik und Immunbiologie" (BA 11/05) überall einsetzbar. (1 S)
Einleitung Eliane Dominok: Ein kosmisches Schachspiel. Laudatio zum 1. Preis für Eliane Dominok von Miriam Ommeln. Udo Strauß: Menschenspuren. Laudatio zum 2. Preis für Udo Strauß von Hans Otto Seitschek. Maximilian Breu: Mein Nietzsche: Die Sprachentlarvung. Laudatio zum 3. Preis für Maximilian Breu von Heinz Neumann-Riegner. Christina Weidemann: Warum einen Nietzsche-Film? Laudatio zum Sonderpreis für Christina Weidemann von Elke Wachendorff. Jürgen Balitzki: Brückebild. Ulrike Blasius: Mein Nietzsche. Marcus Andreas Born: Nietzsche verstehen? Eine Skizze. Claudia Brändle: Nietzsches Übermensch. Eike Brock: Mein Nietzsche ist dein Nietzsche, ist der je meinige. Benjamin Brückner: Nachwehen. Tabea Cornel: Ein Brief. Ariane Dony: Auf dem Stuhl oder Wie Nietzsche die Hoffnung sah. Manfred Johann Dörr: Wagnis Nietzsche. Dieter Eberwein: Mein Nietzsche. Eine Spurensuche. Herbert Eichhorn: Friedrich Nietzsche - Seine Botschaft. Katja Ertl: Der 'Ecce homo' - eine Autobiographie? Simon Färber: „Über N“ oder „Die Entwertung aller Werte?“ Werner Faßrainer: Nietzsches Versäumnis. Doris Franzbach: Dichter-Los. Manfred Freude: Sensationelle Entdeckung: Bisher Unbekannte „letzte“ Nietzsche-Handschrift entdeckt. Boris Grbavac: Fluch auf Nietzsche. Martin A. Hainz: 1000 Worte, Bild und Bilder zu Nietzsche. Franz Lukas Hell: Mein Nietzsche oder die Geschichte eines Suchenden. Gerhard Hofweber: Wie man wird, was man ist - eine Spur im Zarathu