»Gibt es einen Gott woher das Übel? Gibt es keinen woher das Gute?« Die Szene prägt sich ein: Boethius sitzt im Gefängnis, Folter und Hinrichtung stehen ihm bevor. Er weiß sich unschuldig und beklagt sein ungerechtes Schicksal. Er versteht den Lauf der Welt nicht mehr und verfällt einer depressiven Lethargie. Da erscheint eine Frau, die Philosophie, und weist ihn zurecht. Der »Trost der Philosophie« gehört zu den berühmtesten Texten der spätantiken Literatur. Zum Tode verurteilt, empfängt Boethius im Kerker den Besuch der Philosophie. Im Gespräch mit ihr beschwört er noch einmal die große Denktradition der antiken Philosophie als Trostspenderin des Menschen, ehe sie der christlichen Welterklärung weichen muss. Mit einem Nachwort von Kurt Flasch.
Laila Straume-Zimmermann Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)


Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.) war Anwalt, Politiker und Philosoph sowie der bekannteste Redner Roms. Seine umfangreichen Schriften zählen zu den bedeutendsten Zeugnissen der römischen Antike. Der philosophische Traktat "Vom höchsten Gut und vom größten Übel" entstand 45 v. Chr. und ist Teil von Ciceros Plan, große Teile der griechischen Philosophie in lateinischer Sprache zugänglich zu machen. In Form von Gesprächen werden in fünf Abschnitten wichtige Positionen der hellenistischen Tradition behandelt: Die Bücher 1 und 2 setzen sich kritisch mit epikureischen, die Bücher 3 und 4 mit stoischen Gedanken auseinander; Buch 5 schließlich offenbart Ciceros Neigung zu den Auffassungen des Peripatos, einer auf Aristoteles zurückgehenden philosophischen Schule. Das Hauptanliegen der Erörterungen ist die Suche nach den Grundsätzen praktischer Lebensbewältigung und dem alles bestimmenden Ziel, an dem sich jedes menschliche Handeln orientieren muss.