Denen helfen, die ganz unten sind und scheinbar kaum Chancen haben, aus der Szene, dem Bahnhofsmilieu, der Drogenabhängigkeit oder Prostitution herauszukommen, das ist Aufgabe von StreetworkerInnen. Doch wie kann ihre Hilfe aussehen und mit welchen Erfolgen können sie rechnen? Mit dieser Frage haben sich auch die beiden AutorInnen auseinandergesetzt, die auf jahrelange Erfahrungen als StreetworkerInnen in Münster zurückgreifen können und deren Hauptanliegen es stets war, auf der Straße Überlebenshilfen anzubieten oder Wege aus der Wohnungslosigkeit zu finden. Anhand exemplarischer Darstellungen und Auswertungen einzelner Lebensgeschichten einerseits sowie empirischer Analyse von fast 400 Lebensverläufen Jugendlicher und Erwachsener andererseits, haben sie Veränderungsnotwendigkeiten und Handlungsanforderungen herausgearbeitet, die zur Qualifizierung im Umgang mit diesen „Straßenkindern“ beitragen und Mut machen, sie zu unterstützen und auf ihrem Weg zu begleiten.
Martina Bodenmüller Bücher


Auf der Straße leben
- 148 Seiten
- 6 Lesestunden
„Auf der Straße leben“ heißt, in einer existentiellen Notlage zu sein. Alltägliche Dinge wie Essen, Schlafen oder Duschen fehlen und müssen mühsam organisiert werden, oft durch illegale Praktiken. Für Mädchen und junge Frauen bedeutet dies gleichzeitig, der Stigmatisierung und Diskriminierung als „Straßenmädchen“ ausgesetzt zu sein - von seiten der Szene, durch Passanten, aber auch durch die Jugendhilfe. Dennoch scheint das Straßenleben immer noch erträglicher zu sein als das, was die Mädchen und jungen Frauen in ihren Familien oder Heimen vorher erlebt haben. Und auch die Angebote der Jugend- und Wohnungslosenhilfe bieten anscheinend oft nicht das „Zuhause“, was die Mädchen und Frauen suchen - warum sonst ziehen sie die Schlafplätze bei Bekannten oder in Parks immer wieder den betreuten Angeboten vor? Martina Bodenmüller hat Mädchen und junge Frauen befragt, die auf der Straße leben. In lebensgeschichtlichen Interviews erzählen die Betroffenen von ihrem Alltag, ihrem Leben, ihren Erfahrungen, Wünschen und Hoffnungen. Aus der Auswertung ergeben sich Ansätze für pädagogisches Handeln, das an den Bedürfnissen der Mädchen und jungen Frauen ansetzt und ihrer Lebenswelt gerecht wird.