Wo kommen wir her? Wie sind wir geworden, wer wir sind? In Zeiten der Neuordnung der westlichen Welt und wachsender Orientierungslosigkeit müssen wir uns in Europa diese Fragen dringlicher denn je stellen. Géraldine Schwarz führt uns durch mehr als zweitausend Jahre europäischer Geschichte, von den Anfängen bis heute, und zeigt: Wenn wir uns auf unsere gemeinsamen Wurzeln besinnen, können wir auch unserer Gegenwart Sinn verleihen. Anhand von drei zentralen historischen Säulen – Christentum, Kapitalismus und Freiheit – erzählt sie Europa mit seinen Licht- und Schattenseiten, weit abseits der engen Grenzen nationaler Narrative. Sie führt vor Augen, wie vielseitig und verwoben die Entwicklungen auf unserem Kontinent sind. Von der Erfindung der Demokratie über die Ausbreitung des Christentums, den Aufstieg zur wirtschaftlichen und kolonialen Weltmacht bis zu den großen Aufbrüchen für Freiheit spürt sie Querverbindungen der europäischen Geschichte nach, fördert die bis heute einenden wie auch widerstreitenden Ideen zutage. Ein packendes Panorama, das uns daran erinnert: Europa ist nicht etwa ein abstraktes Konstrukt, sondern lebendige Realität.
Géraldine Schwarz Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)



Those Who Forget
- 320 Seiten
- 12 Lesestunden
During the war, Geraldine Schwarz's grandparents were neither heroes nor villains - they just followed the current. Afterwards they wanted to forget, to bury it all under the wreckage of the Third Reich.
Géraldine Schwarz beleuchtet in ihrem Werk die europäische Geschichte und die aktuellen rechtpopulistischen Strömungen. Ihre zentrale These besagt, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte nach dem letzten großen Krieg entscheidend für das heutige politische Klima ist. Die deutsch-französische Autorin verknüpft ihre Familiengeschichte mit historischen Ereignissen und nutzt reichhaltiges Quellenmaterial, um überraschende Zusammenhänge aufzuzeigen. Ein Schlüsselmoment ihrer Recherche ist die Entdeckung, dass ihr deutscher Großvater, ein NSDAP-Mitglied, 1938 ein jüdisches Unternehmen in Mannheim erworben hat. Nach dem Krieg verweigerte er dem Überlebenden der Familie Löbmann, Julius, Reparationen. Diese Erkenntnis führt sie zu einer dreigenerationenübergreifenden Untersuchung, die auch die Rolle ihres Großvaters mütterlicherseits im Vichy-Regime beleuchtet. Schwarz veranschaulicht die unterschiedlichen Umgangsweisen mit der nationalen Geschichte: Während Deutschland Mitläufertum thematisiert, wird dies in Frankreich weitgehend ausgeblendet. Diese Diskrepanz beeinflusst das Verständnis individueller Verantwortung und das kollektive Bewusstsein für die Gefahren des Rechtspopulismus. Sie argumentiert, dass die Willkommenskultur Ausdruck eines geschulten europäischen Humanismus ist. Dort, wo die Auseinandersetzung mit der Kollaboration fehlt, erstarken rechtpopulistische Parolen. Ihr Werk ist ein persönliches Plädoyer für die F