Richard Dehmel in der Mark und in Berlin
- 28 Seiten
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Denkmale sind in Deutschland ein heikles Thema, da ihre Bewertungen stark variieren. Eine historisch bedeutende Person oder Begebenheit wird selten von allen Deutschen gleich beurteilt, was vor allem von politischen Ansichten und der Toleranz des Betrachters abhängt. Deutschland ist führend in der Anzahl nationaler Denkmale mit vierundzwanzig Stätten, während Länder wie Frankreich und die Türkei nur jeweils eines besitzen. Denkmale reflektieren nicht die Gegenwart oder das Ereignis, dem sie gewidmet sind, sondern den Zeitgeist ihrer Entstehung. Dies erklärt die Vielzahl an Denkmälern, die Wilhelm I. und Bismarck gewidmet sind, im Gegensatz zu der bescheidenen Gedenkstele für den gescheiterten Hitler-Attentäter Georg Elser, die kaum sichtbar ist. Diese Unterschiede stehen im Zusammenhang mit dem staatlich geförderten Mythos der Heldenverklärung, der seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland als Staatsdoktrin gilt. Ein neu entstehender Nationalismus fand seinen Ausdruck in der Gestaltung von Denkmälern. Das Buch untersucht, wie und warum diese Entwicklungen stattfanden und beleuchtet die komplexe Beziehung zwischen Denkmälern, Geschichte und nationaler Identität.
Ein Anthologie, herausgegeben von Klaus Kühnel
Landschaften sind wie Menschen: ihre Wirkung hängt vom Betrachter ab. Was für den einen Langeweile bedeutet, inspiriert den anderen zu Kreativität. Schreibende nutzen den Stift, um ihre Glücksmomente festzuhalten und mit anderen zu teilen. Diese unterschiedlichen Perspektiven führen zu variierenden Texten, sei es in Form von Sonetten oder freien Rhythmen. Auch die regionalen Dialekte fließen in die Werke ein, was das Engagement der Poeten für den Erhalt ihrer bedrohten Sprachen verdeutlicht. In der Anthologie kommen neunzehn Autor*innen aus Ost- und Westdeutschland mit insgesamt 160 Gedichten zu Wort, die hier erstmals gemeinsam veröffentlicht werden. Neben bekannten Namen wie Annerose Kirchner und Ulrike Almut Sandig sind auch weniger bekannte Stimmen vertreten. Ähnlich verhält es sich mit bildenden Künstler*innen: Jeder bringt seine eigene Sicht auf die Landschaften zu Papier, was zu unterschiedlichen grafischen Ergebnissen führt. Diese Vielfalt zeigt, dass Landschaften, wie Menschen, unterschiedlich wahrgenommen werden. Die zehn Künstler*innen in der Anthologie, ob über neunzig Jahre alt oder unter vierzig, belegen eindrucksvoll, dass jede individuelle Perspektive zu einzigartigen, künstlerisch wertvollen Darstellungen führt.