Der Autor Volker Schürmann beleuchtet den Unterschied zwischen Verstehen und Erklären und führt in die philosophische Hermeneutik ein, die über die übliche Methodenlehre hinausgeht. Er stützt sich auf Georg Misch und thematisiert die Freiheit im Verständnis. Besonders innovativ ist die Perspektive der Sportphilosophie, die körperliche Bewegungen als Ausgangspunkt für eine praxeologische Hermeneutik nutzt. Schürmann argumentiert, dass das Verstehen sportlicher Bewegungen eine essentielle Rolle spielt, insbesondere in einer Zeit, in der Big Data oft das Verstehen zugunsten bloßer Mustererkennung vernachlässigt.
Volker Schürmann Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)





Spekulativer Marxismus
Studien zu Hans Heinz Holz. Mit einem Beitrag von Dietmar Dath zur dessen ästhetischer Theorie
Hans Heinz Holz gehörte zu den entschiedensten Verfechtern der Position, dass der Marxismus eine Philosophie ist. Marx und Engels sind ohne Anknüpfung an Hegel nicht zu haben, gerade weil es darauf ankommt, die Welt nicht nur verschieden zu interpretieren. Um politisch eine Stückwerktechnologie zu unterlaufen, st eine Idee von Welt im Ganzen nötig, also ein metaphysisches Modell. Der Marxismus tritt als kämpferische Gegenposition gegen jede alte Metaphysik das Erbe dieser Metaphysik an. Mit Engels sind politische Bewegungen Teil der Philosophiegeschichte. Was das Werk von Holz einzigartig macht, ist ein damit eng verflochtenes Paradox. Nur eine Idee von Welt im Ganzen sichert die unaustauschbare Stellung des Individuellen. Deshalb ist sein Werk ohne Leibniz nicht zu haben. Das Individuelle ist Spiegel des Ganzen der Welt, unaustauschbar durch den Ort, von dem aus es spiegelt.
Enzyklopädie Philosophie
- 3247 Seiten
- 114 Lesestunden
Die Philosophie unterscheidet sich von den empirischen Wissenschaften durch das Fehlen einer festen Terminologie, da ihre Begriffe eng mit den systematischen Bemühungen der jeweiligen Philosophen verknüpft sind. Ein Wörterbuch philosophischer Begriffe muss daher einen Kompromiss zwischen begriffsgeschichtlicher Darstellung und terminologischen Fixierungsvorschlägen finden. Die vorliegende Enzyklopädie orientiert sich an den Leitideen "Pluralismus", "Demokratie" und "Enzyklopädie", um der Vielfalt des Philosophierens gerecht zu werden. Die bekannte Form seit der Aufklärung bietet einen Rahmen, in dem die pluralen ethisch-politischen Lebensformen des Menschen reflektiert werden, was der Herausgeber als "epistemische Demokratie" bezeichnet. Diese Enzyklopädie wird nicht zur Durchsetzung einer bestimmten philosophischen Strömung genutzt, sondern bleibt im besten Sinne pluralistisch. Leser finden auch Informationen zu oft ignorierten philosophischen Richtungen wie der Dekonstruktion. Jeder Artikel enthält einen begriffs- bzw. problemgeschichtlichen Teil sowie eine Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes mit Kurzbibliografie. Ein Stichwortverzeichnis sowie ein Personen- und Sachregister erleichtern die Orientierung in diesem zweibändigen Werk. Sandkühler hat kompetente Autoren gewonnen, sodass die Enzyklopädie als vorbildliches Nachschlagewerk gilt, das in keiner philosophischen Bibliothek fehlen sollte.
Philosophie: Zur Struktur hermeneutischen Sprechens
Eine Bestimmung im Anschluß an Josef König
- 423 Seiten
- 15 Lesestunden
In hermeneutischem Sprechen drückt sich ein Sinn aus, der „zwischen den Zeilen“ steht. Einschlägig sind Ironie, Metaphorik, Gedichte sowie Orakelsprüche. Schürmann bestimmt die allgemeine Struktur hermeneutischen Sprechens als vermittelte Unmittelbarkeit. Dieses systematische Anliegen wird mit Interpretationen zu Josef König und Georg Misch verbunden. Entgegen der Auffassung, die Konzeption sei nur eine Variante Diltheyscher Philosophie, stellt Schürmann sie als eine philosophische und nicht bloß methodische Hermeneutik heraus.