Traditionell wird das Totenbuch der Tibeter in Anwesenheit eines Verstorbenen oder Sterbenden gelesen und hat einen tiefgreifenden Einfluss auf die westliche Kultur ausgeübt. Es gilt als das einflussreichste und bekannteste Werk der tibetischen Buddhismus-Literatur. Der Text gibt den kürzlich Verstorbenen Anweisungen, wie sie die neunundvierzig Tage nach dem Tod und vor der Wiedergeburt bewältigen können – eine Zeit, die von Visionen sowohl friedlicher als auch furchterregender Gottheiten geprägt ist. Während dieser „Bardo“-Phase müssen die Individuen erkennen, dass diese Visionen nichts anderes sind als Erfindungen ihres eigenen Geistes. Durch das Erwachen zu dieser Erkenntnis kann die Angst überwunden werden. Doch es ist nicht nur ein Buch für die Toten; es ist auch ein Handbuch für das Leben und hat heute die gleiche Relevanz wie im achten Jahrhundert.
Walter Y Evans-Wentz Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)
Walter Yeeling Evans-Wentz war ein Anthropologe und Schriftsteller, der eine Pionierarbeit bei der Erforschung des tibetischen Buddhismus leistete. Seine frühe Faszination für esoterische Lehren trieb ihn zu einer lebenslangen Hingabe an die Erforschung vielfältiger religiöser und mythologischer Traditionen an. Durch akademische Studien an renommierten Institutionen und ausgedehnte globale Reisen kam Evans-Wentz schließlich direkt mit tibetischen religiösen Texten in Berührung, die zum zentralen Schwerpunkt seines einflussreichen Werkes wurden.
