Henry David Thoreau war ein amerikanischer Schriftsteller, Naturforscher und Denker, dessen Werk sich mit den Themen des einfachen Lebens in der Natur und des zivilen Ungehorsams befasst. Seine Betrachtungen über das Leben im Einklang mit der natürlichen Welt nahmen die moderne Ökologie vorweg, und seine Philosophie des gewaltlosen Widerstands beeinflusste maßgeblich Schlüsselfiguren des 20. Jahrhunderts. Thoreau setzte sich für individuellen Widerstand gegen ungerechte Staaten ein und untersuchte die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt mit tiefer Introspektion. Sein im Transzendentalismus verwurzeltes Schreiben inspiriert bis heute zur Reflexion über persönliche Integrität und gesellschaftliche Verantwortung.
Von Natur und Zivilisation, Einsamkeit und Freundschaft, Wissenschaft und Politik
Ein Paar Stiefel, eine Hose, ein Teller und nichts als die eigene Gesellschaft: Um eine Existenz in Einfachheit und Bewusstheit zu erproben, zog sich Thoreau zwei Jahre lang in die Wälder Neuenglands zurück. Seine unvoreingenommenen Beobachtungen und mutigen Einsichten sind 200 Jahre alt und wie für uns heute geschrieben.
Das Buch enthält die Schrift: "Leben Ohne Prinzipien" In neuer Übersetzung. Kommentierte Ausgabe: - Ausführliche Anmerkungen zur Neuübersetzung, - Hinweise zu historischen Hintergründen des Werkes - und zu den Bedeutungen verschiedener Textabschnitte.
Im Herbst 1853 unterbricht Henry David Thoreau die Arbeit an dem Manuskript seines wichtigsten Werks, »Walden«, um in die Wälder von Maine zurückzukehren. Schon einmal, sieben Jahre zuvor, hat er sich dorthin aufgemacht, um den »Großen Berg« zu besteigen (dt. »Ktaadn«, 2017), nun gilt sein Interesse den Elchen - und neben diesen majestätischen und scheuen Tieren den Ureinwohnern, ihrer Lebensweise und Sprache, sowie den ausgedehnten Kiefernwäldern, die zunehmend Spuren ökonomischer Vernutzung zeigen. Thoreau hat einen Blick für diese Verheerungen und macht sich keine Illusionen darüber, was sie für Mensch und Natur bedeuten, aber er bewegt sich mit der Achtsamkeit eines Gastes und der Lust eines Entdeckers durch diese Landschaft, als hätte sie vor ihm noch keiner betreten. Die Notizen, die er dabei macht, werden später unter dem Titel »Chesuncook« zu einem Vortrag, dessen Humor und Empfindungsreichtum, dessen Lebendigkeit und Ernst begeistern. Während seinen Begleitern der getötete Elch vom Fell bis zum Geweih zur Trophäe wird, bringt Thoreau als Andenken seiner Reise Schneeschuhe mit.
Wofür lebe ich – und lebe ich überhaupt richtig? Der amerikanische Schriftsteller Henry David Thoreau beantwortete diese Frage, indem er sich zwei Jahre lang tief in die Wälder von Massachusetts zurückzog, um eine Existenz in Einfachheit und Bewusstheit zu erproben. In seinem berühmten Buch »Walden« von 1854, dem die Texte dieses Bandes entnommen sind, hat er seine Erfahrungen vom »alternativen« Leben mitgeteilt. Es hat Menschen vieler Generationen Wege zurück zur Natur und zum freien Betätigen des Verstandes gewiesen – und regt noch heute dazu an.
Eines jener Bücher, die die Welt verändern: Thoreaus Essay Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat , den er 1849 aus Protest gegen die amerikanische Eroberungs- und Sklavenpolitik veröffentlichte und der nun erstmals in einer zweisprachigen Leinenausgabe erscheint. Nicht so sehr ein Pamphlet als schlicht große Poesie.
oder Vom Leben im Wald - Übersetzt von Fritz Güttinger, mit einem Nachwort von Susanne Ostwald
608 Seiten
22 Lesestunden
Pflichtlektüre für alle Fortschrittsskeptiker, Sinnsucher, Weltflüchtige sowie Wald- und Naturliebhaber Ein Klassiker von enormer Brisanz: ein leidenschaftliches Plädoyer für Verantwortung, Selbstbestimmung und ein naturnahes, ressourcenschonendes Leben. Nirgendwo finden sich die besseren Argumente für Achtsamkeit und Nachhaltigkeit, Minimalismus und Vegetarismus. Was ist im Leben wirklich von Bedeutung? Um dies herauszufinden, kehrte Henry David Thoreau vor über hundertfünfzig Jahren der Zivilisation den Rücken und zog hinaus in die Stille der Wälder. Am Walden-See in Concord, Massachusetts, verbrachte er zwei Jahre in einer selbst gebauten Holzhütte, um «zu sehen, ob ich nicht lernen könne, was es zu lernen gibt, damit mir in der Stunde des Todes die Entdeckung erspart bleibe, nicht gelebt zu haben». Der grandiose Selbsterfahrungsbericht «Walden» legt Zeugnis von seiner Suche ab: mit sensiblen, poetischen Naturbeschreibungen und dem glaubhaften Plädoyer für echte Naturverbundenheit und ein selbstbestimmtes Dasein. Längst ist dieses Buch zu einer Art grüner Bibel geworden, in der man die besten Argumente für Nachhaltigkeit, Ökologie, Vegetarismus und Minimalismus findet.
Als Henry David Thoreau sich 1857 entschließt, gemeinsam mit einem Freund die Urwälder von Maine zu durchqueren, heuert er einen Penobscot an. Joseph Polis heißt der Mann, er hat ein Kanu, und er ist genau der Richtige für die nicht ungefährliche Expedition durch die Wälder, Sümpfe und Seen. Versehen mit dem nötigen Proviant und der richtigen Kleidung, machen sie sich auf ihren Weg durch das unentdeckte Land. Thoreau lernt viel auf dem Weg, nicht zuletzt durch »Joe« an seiner Seite, der uraltes Wissen und die Vorteile der Zivilisation zu verbinden weiß. Er erkennt, was ihm die Sprache der Natur vermitteln kann, wenn er ihre Zeichen zu deuten und ihren vielen Stimmen zu lauschen versteht. Ein faszinierender Bericht aus der Zeit der wahren Entdeckung Amerikas und aus der Feder eines großen Vordenkers des gelingenden Lebens.
In dieser Sammlung von sowohl klassischen Texten als auch zum Teil auf deutsch noch nicht erschienenen Essays macht Thoreau eindringlich auf die Notwendigkeit persönlicher Verantwortung und höherer Prinzipien aufmerksam, durch die man sich führen kann und muss, wenn die Welt chaotisch und unbegreiflich scheint. Genau das macht Thoreau zu einem die Zeiten überdauernden Philosophen, da wir auch heute noch bei ihm Hinweise darauf finden, wie wir ein Leben im Einklang mit der Umwelt führen können.