Eines Morgens lässt die Mittfünfzigerin Gemma ihr Leben in Rom hinter sich und fliegt mit ihrem Sohn Pietro nach Sarajevo. Die Stadt ist schwer gezeichnet von vier schrecklichen Kriegsjahren. Sie werden erwartet von Gojko, der Gemma während der Olympischen Winterspiele 1984 mit der Liebe ihres Lebens bekannt gemacht hat: mit Diego, dem wilden Fotografen aus Genua. Er lebt nicht mehr, doch ein paar seiner Arbeiten werden jetzt zur Erinnerung an den Bosnienkrieg ausgestellt. Gemma wird von der Vergangenheit eingeholt. Die süße, unschuldige Zeit vor dem Krieg: zwei furchtlose junge Menschen und ihre leidenschaftliche, bedingungslose Liebe in einer unversehrten Stadt. Auf immer ist diese Liebe untrennbar an Sarajevo gebunden. Dort kam 1992, während die ersten Bomben fielen, der von Gemma so heiß ersehnte und erkämpfte gemeinsame Sohn zur Welt. Und das, obwohl sie doch unfruchtbar war ... Wie der Krieg und diese Geburt schicksalhaft verknüpft sind, wie Liebende sich finden und zueinanderhalten und wie zuletzt Güte, Hoffnung und Gerechtigkeit siegen, davon erzählt Margaret Mazzantini so mitreissend, wie man es selten gelesen hat.
Alina Pawłowska-Zampino Bücher




Meine geniale Freundin
Band 1 der Neapolitanischen Saga (Kindheit und frühe Jugend) | Das beste Buch des 21. Jahrhunderts (New York Times)
- 487 Seiten
- 18 Lesestunden
In einem volkstümlichen Viertel Neapels wachsen sie auf, derbes Fluchen auf den Straßen, Familien, die sich seit Generationen befehden, das Silvesterfeuerwerk artet in eine Schießerei aus. Hier gehen sie gemeinsam in die Schule, die unangepasste, draufgängerische Lila und die schüchterne, beflissene Elena, beide darum wetteifernd, besser zu sein als die andere. Bis Lilas Vater sein brillantes Kind zwingt, in der Schusterei mitzuarbeiten, und Elena mit dem bohrenden Verdacht zurückbleibt, das Leben zu leben, das eigentlich ihrer besten, ihrer so unberechenbaren Freundin zugestanden hätte.
M. Der Sohn des Jahrhunderts
- 832 Seiten
- 30 Lesestunden
Sechs Jahre benötigt Benito Mussolini, um in der politischen Landschaft des krisengeschüttelten Nachkriegsitaliens zur einflussreichsten Figur zu werden. In dieser Zeit verankert er den Faschismus als Staatstheorie und etabliert ein autoritäres Regime. Der Roman spiegelt die europäische Geschichte wider und dient als Mahnmal gegen die Rückkehr des Faschismus. Im Jahr 1919 ist Italien ein politisches Trümmerfeld. Der Erste Weltkrieg hat die Regierung geschwächt, während sozialistische und rechtsnationale Gruppen an Einfluss gewinnen und die politischen Institutionen infrage stellen. Frustrierte Kriegsheimkehrer ziehen durch die Straßen und finden in Mussolini, dem Gründer von Il Popolo d’Italia und ehemaligen Chef des linken Flügels der sozialistischen Partei, einen Anführer. Er mobilisiert die ehemaligen Kämpfer zu gemeinsamen Aktionen gegen die politische Linke. In Zeiten politischer Unsicherheit gelingt es ihm, verschiedene Gruppierungen unter einem gemeinsamen Banner zu vereinen. Bis zum berühmten Marsch auf Rom 1922 hat Mussolini seine Macht rasant ausgebaut und den Faschismus als Staatsideologie festgeschrieben. Kritiker loben das Werk als beispiellose Auseinandersetzung mit Mussolinis Erbe und als Lehrstunde des Antifaschismus.
Gomorrha : Reise in das Reich der Camorra
- 364 Seiten
- 13 Lesestunden
Die süditalienische Camorra ist tief im internationalen Drogenhandel verwickelt, transportiert große Mengen Giftmüll und dominiert den Textil- sowie Zementhandel. Ihre Aktivitäten erstrecken sich bis nach Deutschland, Schottland und China und fordern jährlich hunderte von Opfern. Der junge Journalist Roberto Saviano, selbst aus Neapel stammend, hat unter Lebensgefahr vor Ort recherchiert und ein eindringliches Buch verfasst, das die Macht der Camorra beleuchtet. Diese beruht auf Schweigen, dem Saviano die Kraft des Wortes entgegensetzt. Aufgrund seiner Enthüllungen lebt er seitdem versteckt und wird von Bodyguards beschützt. Für sein engagiertes Schreiben erhielt Saviano 2009 den Geschwister-Scholl-Preis, nicht nur für sein Buch, sondern für seinen gesamten Beitrag zur Aufklärung über die Verbrechen der Camorra. In seiner Dankesrede thematisiert er den täglichen Kampf gegen die Einschüchterungen und die Notwendigkeit, trotz aller Bedrohungen zu schreiben. Für ihn bedeutet Schreiben, sich nicht von Angst und Verzweiflung besiegen zu lassen und dem eigenen Gewissen treu zu bleiben.