Dana Schmalz analysiert das Bevölkerungswachstum seit 1800 und die damit verbundenen politischen Mahnungen, die auf Thomas Malthus zurückgehen. Sie zeigt, wie das „Bevölkerungsargument“ von Regierungen genutzt wird, um reproduktive Rechte einzuschränken und rassistische sowie antifeministische Ideologien zu fördern.
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Das Bevölkerungsargument 11266
Wie die Sorge vor zu vielen Menschen Politik beeinflusst
Mit heute über acht Milliarden Menschen hat sich die Weltbevölkerung innerhalb von 200 Jahren etwa verachtfacht. Diese Tatsache werde, so die Juristin Dana Schmalz, zunehmend für teils radikale Diskurse und extremistische Narrative missbraucht. Für Schmalz ist der Einbezug demografischer Entwicklungen zwar legitim, etwa bei der Planung öffentlicher Aufgaben und Investitionen. Doch würden in vielen Debatten politische und historische Rahmenbedingungen - wie etwa koloniale Ausbeutungsstrukturen - für die Entstehung und Verstetigung von Armut ausgeblendet oder ein hohes Bevölkerungswachstum als vermeintliche Erklärung für gesellschaftliche und ökologische Probleme herangezogen. Zudem würden Faktoren wie Bevölkerungswachstum und Geburtenrate oftmals überbewertet, strategisch eingesetzt oder seien Ausdruck einer einseitigen, oftmals rassistisch geprägten Weltsicht. Nicht zuletzt wurden, so Schmalz, im Kontext der Bevölkerungspolitik in der Vergangenheit an verschiedenen Orten erhebliche Rechtsverletzungen begangen, wie Zwangssterilisationen oder andere Arten erzwungener Geburtenkontrolle, oftmals an indigenen Bevölkerungsgruppen oder anderen Minderheiten. Dabei seien der Ressourcenverbrauch und die Erderhitzung weniger auf die Größe von Bevölkerungen zurückzuführen als vielmehr auf den Lebensstil, Konsummöglichkeiten und ungerechte weltweite Verteilungsstrukturen.
Focusing on the intersection of democratic theory and refugee law, this book offers a comprehensive exploration of critical questions in these fields. It serves as a vital resource for academics and researchers engaged in migration studies, legal theory, and political theory, providing insights that bridge legal frameworks and democratic principles.