Seit ihre Mutter ihr das Schwimmen beigebracht hat, fährt Katharina Hagena fast jeden Sommer mit ihrer Familie nach Spiekeroog. Mit geschlossenen Augen kann sie noch immer die verschiedenen Wege zum Strand am Duft erkennen. Hagena erzählt vom Baden bei Meeresleuchten, vom Zeltplatzkiosk als Ort der Verheißung und von einem Sand, der beim Darübergehen aufschreit. Sie berichtet von vergeblichen Bernsteinsuchen, der Heilkraft von Strandkörben bei gebrochenem Herzen, von Schiffsunglücken, Seenebel und dem Verschwinden der Wellhornschnecke. Hagenas Erinnerungen und Gedanken schärfen die Sinne für die Zerbrechlichkeit der einzigartigen Insel und sind zugleich ein Nachdenken über Sprache, über das In-Worte-Fassen dessen, was nicht bleibt, seien es eine Sandbank, der Geruch von Strandwermut oder das möwenfarbene Haar ihrer Mutter.
Katharina Hagena Bücher
Katharina Hagena erforscht in ihrem Werk tiefgründige psychologische Abgründe und beleuchtet die Komplexität menschlicher Beziehungen. Ihr Schreibstil zeichnet sich durch sprachliche Präzision und Musikalität aus, die auf meisterhafte Weise eine eindringliche Atmosphäre schaffen. Wiederkehrende Themen in ihren Erzählungen sind Erinnerung, Identität und der fortwährende Einfluss der Vergangenheit auf die Gegenwart. Hagena schreibt mit einem feinen Gespür für Details und erschafft Charaktere, die sowohl glaubwürdig als auch emotional berührend sind.







Herzkraft
Ein Buch über das Singen
Eine literarische Erkundung der Wirkmacht des Singens von der Bestsellerautorin Katharina Hagena. Singen macht stark und zugleich verletzlich. Singen stiftet Frieden und befeuert Kriege. Singen ist Schmerz und Freude, Widerstand und Wiegenlied, Bühne und Dusche, Willkommen und Abschied, Leben und Tod. Das Lied hat seinen Ursprung in der Liebe, und die Literatur hat ihren Ursprung im Lied. Denn im Schreiben wie im Gesang wird das Innerste nach außen getragen. Aber nicht nur diesen Zusammenhang erkundet die Autorin und Literaturwissenschaftlerin Katharina Hagena. Sie richtet den Blick auch auf die Musik, Physiologie, Soziologie, Kulturgeschichte und das, was mit uns geschieht, wenn wir anfangen zu singen. Dieser Band ist eine mitreißende Gesamtkomposition, die man liest, hört und fühlt.
Was die wilden Wellen sagen
Der Seeweg durch den Ulysses
'Ich würde gern mal was Kleines übers Meer schreiben', hat James Joyce gegen Ende seines Lebens einmal gesagt. Längst hatte er zu diesem Zeitpunkt mit dem Ulysses nicht nur den wichtigsten Roman des zwanzigsten Jahrhunderts vorgelegt, sondern auch ein Buch, das sich bei genauerem Hinsehen von der ersten bis zur letzten Seite als meerdurchrauscht und sturmumtost entpuppt. Im Ulysses erzählt Joyce einen Tag im Leben des Annoncenverkäufers Leopold Bloom, der sich auf eine Irrfahrt durch die Straßen und Kneipen Dublins begibt. Während das Wasser dabei auf der ersten Seite lediglich in einer Rasierschüssel schwappt, brandet schon bald Brecher um Brecher an, taumeln hungerschwere Möwen durch den Himmel, tanzen Sirenen in Seidenstrümpfen, spinnen Vollmatrosen Seemannsgarn, steigen, wirbeln, toben Sintfluten, Maelströme, Wasserhosen; kurz: Joyce zelebriert 'die skrotumzusammenziehende See' – und zwar mit allem, was dazugehört. Joyce-Expertin Katharina Hagena, die sich ganz der Ergründung des schier unergründlichen Ulysses verschrieben hat, eröffnet mit dem Seeweg eine ebenso abenteuerliche wie höchst vergnügliche Reiseroute durch das gewaltige Jahrhundertwerk – und erfüllt Joyce en passant einen sehnlichen Wunsch: 'Dass endlich mal jemand sagt, dass das Buch verdammt lustig ist.'
Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den Sommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer verschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln. Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Töchter. Iris bleibt eine Woche allein im Haus. Sie weiß nicht, ob sie es überhaupt behalten will. Sie schwimmt in einem schwarzen See, bekommt Besuch, küsst den Bruder einer früheren Freundin und streicht eine Wand an. Während sie von Zimmer zu Zimmer läuft, tastet sie sich durch ihre eigenen Erinnerungen und ihr eigenes Vergessen: Was tat ihr Großvater wirklich, bevor er in den Krieg ging? Welche Männer liebten Berthas Töchter? Wer aß seinen Apfel mitsamt den Kernen? Schließlich gelangt Iris zu jener Nacht, in der ihre Kusine Rosmarie den Unfall hatte: Was machte Rosmarie auf dem Dach des Wintergartens? Und wollte sie Iris noch etwas sagen? Iris ahnt, dass es verschiedene Spielarten des Vergessens gibt. Und das Erinnern ist nur eine davon.
Die Poesie der Schlaflosigkeit – Katharina Hagenas neuer Roman In einer einzigen schlaflosen Nacht erzählt die Schlafforscherin Ellen Feld die Geschichte von dem, was sie verlor, und denen, die sie liebt. Und über das, was nicht geweckt werden darf. Während unter ihr die Hamburger U-Bahnen vibrieren, denkt sie an ihr Heimatdorf Grund zwischen Kieswerk und Spargelfeldern, an Andreas, den sie nur ein Mal geküsst hat, an ihre große Tochter Orla, die Gedichte raucht und Windharfen baut, an ihren Liebhaber Benno, der einem Deserteur auf der Spur ist und selbst abtrünnig wird. Und sie denkt an den kleinen Renaissance-Chor, den ihr Vater ins Leben rief, um seine schlafende Frau aus der Unterwelt zu singen. Marthe Grieß singt auch in diesem Chor, der immer nur das eine Lied probt: »Komm, schwerer Schlaf«. Sie streift durch die Rheinauen, beobachtet die Graureiher und ihre Mitsänger. Keiner weiß, wer sie ist, aber es gibt ein Geheimnis, das sie alle miteinander verbindet.
Fünf Menschen auf der Suche nach Wahrheit und Trost. Katharina Hagenas Roman entführt uns zu den Polarlichtern in der atemberaubenden Weite Kanadas. Er erzählt von Menschen, die etwas verloren haben – die Liebe, eine Freundin, die Mutter oder sich selbst. Da ist die Botanikerin Daphne Holt, die in der kanadischen Wildnis nach einer Freundin sucht und auf ein Geheimnis stößt. Da ist der Musiker in seinem Hausboot, der den letzten Willen seiner Frau erfüllt und auf dem zugefrorenen See das Nordlicht erwartet. Der zwölfjährige Richard sieht überall mögliche Wege zum Planeten Tschu, auf dem er seine Mutter und seine Schwester vermutet. Und da ist die verwirrte Dame, in deren Kopf sich die weiße Leere schon ganz ausgebreitet hat. Schließlich erfindet die Erzählerin ihre eigene Geschichte, einen Thriller über die Verbrechen einer skrupellosen Ölfirma, bei dem sie selbst in Lebensgefahr gerät. Ein bewegendes, fesselndes Buch, das in magischen Bildern von der rettenden Macht der Fantasie erzählt.
Für Kinder und Erwachsene: ein Buchstaben-Kunstwerk zum Alphabet Albert Abatros albert, das Chamäleon sorgt für Computer-Chaos, Frank Frosch formt Fruchtfliegen-Frikadellen und Ziege Zita zeichnet Zaunkönige: In Katharina Hagenas 26 kurzen Tiergedichten beginnt jedes Wort mit dem jeweiligen Buchstaben des Alphabets – von A-Z, vom Albatros bis zum Zebra. Stefanie Clemens Bilder illustrieren die Fabulierkunstwerke kongenial frech, lustig und abwechslungsreich. Ein Fundgrube für Wörterliebhaber, Bilderbuchfans und alle, die Lust haben, selber einmal auszuprobieren, welch aberwitzige Sätze beim Alliterieren zustande kommen! Ein Abc-Bilderbuch mit Alliterationsgeschichten (Tautogramme) von Bestsellerautorin Katharina Hagena („Der Geschmack von Apfelkernen“), mit aufwendigen Illustrationen von Stefanie Clemen.


