Hubert Müller Bücher





Seit Erscheinen der ersten Auflage des Handbuchs des katholischen Kirchenrechts hat sich sowohl die universalkirchliche als auch die teilkirchliche Gesetzgebung der katholischen Kirche erheblich weiterentwickelt. Aus diesem Anlass haben wir eine zweite, grundlegende Neubearbeitung aufgelegt, die auch die jüngsten Erlasse berücksichtigt. In seiner Einteilung folgt das Handbuch wie bisher im wesentlichen der Systematik des Codex Iuris Canonici. Neu hinzu gekommen sind Beiträge über die rechtliche Verfasstheit des Volk Gottes/die Erklärung des Kirchenaustritts/das kirchliche Dienst- und Arbeitsrecht/die kirchlichen Bwegungen/die Selig- und Heiligsprechungen/den Eid/den kirchlichen Datenschutz. In insgesamt 121 Beiträgen stellen 55 Fachleute aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich und Ungarn das Recht der katholischen Kirche systematisch dar. Das Handbuch dient sowohl den Erfordernissen des akademischen Unterrichts und der Fort- und Weiterbildung als auch der Gerichts- und Verwaltungspraxis sowie den Bedürfnissen der Pastoral.
Die Briefe an Lucilius bilden wohl den Höhepunkt von Senecas philosophischem Schaffen. Denn nicht als Briefe dürfen sie gelesen und beurteilt werden, sondern durchaus als philosophische Abhandlungen über allerlei Themen. Möglich ist ja, daß einige wirkliche Briefe an den Freund Lucilius den Grundstock bildeten. Aber aus dem Weiteren geht es deutlich hervor, daß hier ein für die Öffentlichkeit bestimmtes Werk heranwuchs, von dem sich Seneca die größte Wirkung auf die Nachwelt versprach. Manche dieser Briefe werden also wohl kaum zur Absendung gekommen sein, sondern wurden nur zum Ausbau der Sammlung geschrieben. Sind sie doch auch sämtlich keine brieflichen Mitteilungen, wie ihr Titel vermuten läßt und wie wir aus dem Altertum die besten Muster im richtigen Sinne des Wortes besitzen. Seneca nimmt diese Form nur als Mittel, seine Gedanken über die verschiedensten Themen auszusprechen, oft auch auf eine wohl nur gedachte Antwort aufs neue einzugehen. Wir haben intime kleine Predigten vor uns, die von edelster Ethik erfüllt sind, und wir können uns daher auch gut vorstellen, daß auf die beginnende christliche Epoche von allen Schriften Senecas die Briefe wohl am meisten einwirkten.