„Alles, was über dieses Buch gesagt werden kann, ist nur tastendes Nebenher. Man muß es selbst nachlesen, Zeile für Zeile, wie hier aus einem oft lieblichen Zusammensein von Ironie und Pietät die drohende Strenge des letztes Gerichts auftaucht. Mit diesem Buch nun wächst er vollends in die Nähe großer, zeitlos-prophetischer Kunst, eines Dante, eines Hölderlin. Was einer stammelnden Generation versagt blieb, woran sie sich ekstatisch verblutete: in diesen Fragmenten tritt es als künstlerische Vollendung in unsere Tage.“ Hans Sahl, in: Das Tagebuch (Januar 1927) „… so entsteht dieselbe Atmosphäre des Grauens und der Qual, die im Prozeß (grauenhafter, spukhafter) zu spüren war. Fragt man mich aber, welches der beiden Werke , schöner‘ ist, so muß ich bekennen: das Schloß. Denn in diesem Werk ist der große Erzähler Franz Kafka der Märchendichter, den seine kleineren früheren Werke ahnen ließen. Es gibt zauberhafte Seiten in diesem Märchen-Roman, seltsam humoristische Seiten, die ein Grauen und ein Lachen zugleich im Leser erwecken.“ Ludwig Winder, in: Bohemia (Januar 1927)
Karel Hruška Bücher






Erzählungen: - Metzengerstein - Eine Geschichte aus Jerusalem - Stelldichein - Berenice - Morella - König Pest - Eine nicht unallegorische Geschichte - Ligeia - Das System des Doktor Teer und Professor Feder - Eleonora - Das ovale Portrait - Die Maske des roten Todes - Die Augengläser - Du bist der Mann - Die Sphinx - Hopp-Frosch - Von Kempelens Erfindung Phantastische Fahrten: - Das Manuskript in der Flasche - Die unvergleichlichen Abenteuer eines gewissen Hans Pfaall - Ein Sturz in den Malstrom - Die längliche Kiste - Der Elch - Die Domäne von Arnheim - Landors Landhaus Der Geist des Bösen: - Der Untergang des Hauses Usher - William Wilson - Der Mann in der Menge - Die Grube und das Pendel - Das verräterische Herz - Der schwarze Kater - Eine Erzählung aus den rauhen Bergen - Das vorzeitige Begräbnis - Mesmerische Offenbarung - Der Kobold der Perversion - Die Tatsachen im Fall Valdemar - Das Faß Amontillado Detektivgeschichten: - Die Morde in der Rue Morgue - Das Geheimnis um Marie Rogets Tod - Der Goldkäfer - Der entwendete Brief Gedichte und Prosa: - Schatten - Eine Parabel - Schweigen - Eine Fabel Gedichte: - Tamerlane - Der Rabe - Ulalume - Annabel Lee
Der Prozess
- 230 Seiten
- 9 Lesestunden
„Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet“ - damit beginnt der im Januar 1915 fertiggestellte Roman (hier in wissenschaftlich einwandfreier Ausgabe), der in typisch kafkaesker Weise den Sinn eines Einzelschicksals mit der Sinnlosigkeit des Daseins zu verknüpfen sucht. Josef K., dessen eigenes Verhalten Rätsel aufgibt, verstrickt sich in die hohle Form einer Gerichtsadministration, deren Rechtsgrundlagen nebulös bleiben. Auch Josef K. s Vorstellungen von Recht und Gesetz erscheinen so abwegig, dass seine schließliche Exekution den erlösenden Schlusspunkt unter das Scheitern eines Individuums setzt, das es nicht geschafft hat, sich vom vorausgesetzten Vorwurf einer generellen Schuld zu befreien. Kafka selbst fühlte sich Zeit seines Lebens von zwanghaften Schuldgefühlen verfolgt, die vor allem seine Beziehungen zu Frauen vergifteten.
Ein Landarzt und andere Prosa
Kafka, Franz – Deutsch-Lektüre, Deutsche Klassiker der Literatur – 9675
Dieser Band versammelt Erzählungen und Kurzprosa von Franz Kafka aus den Jahren 1916 bis 1924: die Sammlungen »Ein Landarzt« und »Ein Hungerkünstler« sowie die bedeutendsten kurzen Texte aus dem Nachlaß.
Rainer Maria Rilke, 1875 in Prag geboren, 1926 in Val Mont (Schweiz) gestorben, zählt zu den bedeutendsten Dichtern der Moderne. Sein Ruhm begründete er als Lyriker, doch auch als Prosaautor machte er sich einen Namen. Sein "Malte Laurids Brigge" gehört zu den wichtigsten deutschsprachigen Romanen des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. In diesem Band sind zwei Erzählungen aus Rilkes früher Prager Zeit versammelt, die 1899 erschienenen "Zwei Prager Geschichten". Beide Texte geben einen Einblick in das intellektuelle und politische Klima im Böhmen der Jahrhundertwende.
Der Gedichtband Larenopfer (1895) des erst zwanzigjährigen Rainer Maria Rilke (1875–1926) ist ganz seiner Heimatstadt Prag gewidmet. Wie ein poetischer Fremdenführer geleitet er den Leser durch die „Goldene Stadt“, blickt vom Hradschin hinab auf ihre Türme, Kuppeln und Paläste, erinnert an ihre Geschichte und gedenkt ihrer Bewohner. Während im ausgehenden 19. Jahrhundert die nationalen Spannungen im Land beständig zunehmen, bilden das tschechische, das deutsche und das jüdische Volk im Larenopfer noch eine selbstverständliche Einheit – so lebt in Rilkes Gedichten eine Stadt fort, wie es sie heute nicht mehr gibt.
Jan Nerudas (1834–1891) erstmals im Jahre 1878 veröffentlichte Jugenderinnerungen Kleinseitner Geschichten führen das Lesepublikum zurück in die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Die Prager Kleinseite war damals ein verträumter Stadtteil mit engen, nur schwach von Laternen erleuchteten Gassen, stolzen Adelspalästen und prächtigen Kirchen. In diesem bis heute nahezu unveränderten Umfeld begegnete Neruda jenen Originalen aus dem einfachen Volk, denen er mit dem vorliegenden Werk ein literarisches Denkmal setzte: die um die Zukunft ihrer Tochter besorgte Frau Lakmus, den alternden Junggesellen Doktor Loukot, den hoffnungsvollen Dichter Bavor, die Fräulein Mathilde, Clara, Marie u. v. a.
Der 1842 erschienenen Novelle Die Judenbuche von Annette von Droste-Hülshoff liegt eine wahre Begebenheit zugrunde. Es ist die Geschichte des aus verarmten Verhältnissen stammenden Friedrich Mergel, dessen Mord an dem Juden Aaron erst Jahrzehnte nach der Tat aufgedeckt werden kann. Das große Interesse an Annette von Droste-Hülshoffs bekanntester Erzählung hat nicht nur mit dem Stoff zu tun: ein historisch verbürgter Kriminalfall, das westfälische Dorfmilieu und das Zeitkolorit (der Untertitel lautet: "Ein Sittengemälde aus dem gebirgigten Westfalen"); es ist vor allem die Darstellungsweise, die durch scheinbare oder tatsächliche Dunkelheit oder Mehrdeutigkeit eine Vielzahl von Deutungen und Deutungsebenen möglich macht. Diese Kunst der Darstellung macht Droste-Hülshoffs Judenbuche zu einem herausragenden Beispiel der Novellistik des 19. Jahrhunderts.
Der Mädchenhirt : Ein Roman
- 175 Seiten
- 7 Lesestunden
Das Weib als holdes Wesen
- 85 Seiten
- 3 Lesestunden



