Die Richtlinientätigkeit der Bundesärztekammer in der Transplantationsmedizin
Eine Untersuchung am Beispiel der Richtlinie zur Lebertransplantation
- 267 Seiten
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Die Arbeit behandelt das Transplantationsrecht, ein medizinrechtliches Dauerthema, und konzentriert sich auf die von der Bundesärztekammer durch das Transplantationsgesetz zugewiesene Richtlinienkompetenz im Bereich der postmortalen Organtransplantation. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der rechtlichen Würdigung der spezifischen Richtlinie zur Lebertransplantation, insbesondere im Kontext des Transplantationsskandals. Das Transplantationsrecht ist seit Jahrzehnten Gegenstand intensiver Diskussionen und verfassungsrechtlicher Kritik, besonders hinsichtlich der Regelungen für die postmortale Organtransplantation. Angesichts begrenzter Ressourcen und der Notwendigkeit, Vergabeentscheidungen zu treffen, die oft den Tod für nicht ausgewählte Patienten bedeuten, sind diese Regelungen von enormer Bedeutung. Nach langem Zögern erließ der Gesetzgeber ein Gesetz zur Regulierung des Transplantationswesens und delegierte wesentliche Entscheidungskompetenzen an nicht-staatliche Institutionen. Die Arbeit untersucht die Richtlinienkompetenz der Bundesärztekammer anhand eines konkreten Beispiels. Der Inhalt umfasst die medizinische Entwicklung der Organtransplantation, die historische Entwicklung des Transplantationsrechts in Deutschland, die aktuellen Rechtsgrundlagen, die dogmatische Einordnung der Richtlinienkompetenz sowie eine rechtliche Analyse der Richtlinie zur Wartelistenführung und Organvermittlung zur Lebertransplantation.
