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Mike Porath

    Mütter Die Geniefigur in der deutschsprachigen Literatur 1750 1950
    • Mütter Die Geniefigur in der deutschsprachigen Literatur 1750 1950

      Versuch einer analytischen Neubewertung

      • 744 Seiten
      • 27 Lesestunden

      Die Studie betrachtet das "Genie" als etwas Gebärendes und Lebens-Verantwortendes, was eine mütterliche Perspektive eröffnet. Sie basiert auf Julia Kristevas Überlegung, dass das "weibliche Genie" als "Frau und Mutter" in der Lage ist, das menschliche Subjekt entscheidend zu beeinflussen und zu verändern. Bisher wurde "Genie" nicht als Ausdruck absoluter Subjektivität wahrgenommen, und die geschlechtsspezifische Dimension des Begriffs wurde oft übersehen. Die Untersuchung schließt diese Forschungslücken durch die Analyse von 20 bedeutenden Kanontexten der deutschsprachigen Erzähl- und Dramenliteratur von 1750 bis 1950. Dazu gehören zentrale Werke wie Goethes "Faust I", E. T. A. Hoffmanns "Kater Murr", Nietzsches "Zarathustra", Musils "Mann ohne Eigenschaften" und Th. Manns "Doktor Faustus". Zudem werden Texte betrachtet, die bislang nicht mit dem Konzept des "Genies" in Verbindung gebracht wurden, wie Klopstocks "Messias", Jean Pauls "Schulmeisterlein Wutz", Bonaventuras "Nachtwachen", Jahnns "Fluß ohne Ufer" und Max Frischs "Homo faber". Die Struktur der Untersuchung gliedert sich in zwei Teile: die Geniefigur und die Mütter, mit einem Fokus auf weiblich-mütterliche Göttlichkeit sowie deren Inversion und Persistenz im genannten Zeitraum.

      Mütter Die Geniefigur in der deutschsprachigen Literatur 1750 1950