Kriege brechen aus, Demokratien geraten ins Wanken, Tech-Giganten übernehmen kritische Infrastruktur und die Grenzen zwischen Wirtschaft und Militär lösen sich auf – die globale Ordnung bröckelt sichtbar. Inmitten dieser tektonischen Verschiebungen setzen Sandro Mezzadra und Brett Neilson mit »Der Rest und der Westen« ein radikales Denkzeichen. Es ist eine präzise und provokante Analyse der aktuellen Weltlage. Die Autoren zeigen, wie sich globale Machtverhältnisse im Kontext von Krieg, Krise und wirtschaftlicher Transformation verschieben – und wie sich dabei neue Formen des Imperialismus herausbilden. Sie sezieren die Illusion eines souveränen Westens und zeigen: Der neue Imperialismus operiert smart, dezentral – und global. Die einstige Erzählung vom »Westen« als Triebkraft von Fortschritt und Sicherheit gilt nicht mehr. Die Realität heute, so die Analyse, sind verschwimmende Grenzen und Koalitionen, angetrieben von Ökonomie, Gewalt und globaler Mobilität. In messerscharfen Analysen decken sie auf, wie Macht heute durch Finanzströme, Lieferketten und Algorithmen fließt. »Der Rest und der Westen« ist ein provozierendes Buch – es stellt unbequeme Fragen und zwingt dazu, das politische Denken neu zu bestimmen. Wer die Zukunft verstehen will, kommt an diesem Werk nicht vorbei.
Brett Neilson Bücher


Seit ihrer Erfindung ist die Fotografie von der Gewinnung und Ausbeutung natürlicher Rohstoffe abhängig. Während die analoge Bildproduktion im 19. und 20. Jahrhundert auf Kupfer, Kohle, Silber und Papier basierte, benötigt die Fotografie im Smartphone-Zeitalter seltene Erden und Metalle wie Koltan, Kobalt und Europium. Die Publikation beleuchtet die Materialgeschichte dieser Rohstoffe im Kontext der Fotografie und verknüpft sie mit der Geschichte ihres Abbaus, der Entsorgung und dem Klimawandel. Sie erzählt die Geschichte der Fotografie als Teil der industriellen Fertigung und zeigt, wie das Medium in die menschgemachten Veränderungen der Natur verwickelt ist. Die Ausstellung präsentiert zeitgenössische Arbeiten von Künstlern wie Ignacio Acosta, Lisa Barnard, F&D Cartier, Susanne Kriemann und vielen anderen sowie historische Werke von Eduard Christian Arning, Hermann Biow und weiteren, ergänzt durch Material aus dem Agfa Foto-Historama, dem Eastman Kodak Archive und dem FOMU Antwerpen sowie Mineralproben von Alexander von Humboldt aus dem Museum für Naturkunde in Berlin. Esther Ruelfs ist Kunsthistorikerin und leitet die Sammlung Fotografie und Neue Medien im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg. Boaz Levin ist Schriftsteller, freier Kurator und Mitbegründer des Research Center for Proxy Politics.