Legendär sind die Star-Interviews von Tom Kummer, die seit den frühen neunziger Jahren in zahlreichen Magazinen veröffentlicht wurden. „Die Leute wurden süchtig nach meinem Stoff“, sagt Kummer und erzählt erstmals, was wirklich in ihm vorging. Blow Up ist mehr als die Aufarbeitung eines Skandals um gefälschte Interviews; es ist die Geschichte eines Grenzgängers, der im Zeitalter von Show und Fakes nach dem richtigen Leben sucht. Es handelt von einer exemplarischen Jugend in engen Verhältnissen, dem tragikomischen Scheitern als Tennisprofi und dem Neuanfang als junger Wilder in Berlin. Kummer schildert seine Abenteuer als Reporter bei Tempo und seine ruhmreiche wie abgründige Zeit als Star-Interviewer in Hollywood. Er polarisiert: Für die einen ist er kriminell, für andere ein genialer Konzeptkünstler. Seine Memoiren sind ein Glücksfall, der an die Tradition des Gonzo-Journalismus anknüpft und eine wilde Reise ins Herz einer Gesellschaft beschreibt, in der Lüge und Wahrheit sich immer ähnlicher sehen. Kummer liefert mit großer Verspätung und ein wenig Reue eine wirklich wahre Geschichte über das Überschreiten publizistischer Grenzen im Interesse von Glamour und Originalität. Ein Buch mit großen feinen Momenten, das möglicherweise zukünftige Popforscher inspirieren wird.
Tom Kummer Bücher






Tom liebt Nina. Nina liebt Tom. Sie hat nur noch wenige Tage zu leben. Die größte Liebesgeschichte seit Love Story. So jemanden wie Nina hat Tom noch nie gesehen: Sie sieht aus wie ein Knabe und hat diesen Gangsterblick, der keine Schwächen zulässt. Er selbst bastelt Feuerbomben und inszeniert Geschichten, die wie die Wahrheit klingen. In Barcelona lernen sie sich kennen, in Berlin experimentieren sie mit Sex, Pop und Drogen, und in L. A. gründen sie eine Familie. Nina & Tom sind das ungleiche Paar, das nur die Extreme kennt. Doch nun, nach dreißig gemeinsamen Jahren, ist Nina krank. Sie wird sterben. Und niemand kann sie davon abhalten, ihre letzten Tage in Freiheit zu verbringen. Ein Buch, wie es nur das Leben schreiben kann. “’Wir sind Engel der Hölle’, sage ich zu Nina, als wir in der Lufthansa-Maschine die Anden überqueren. Sie legt ihren Arm über meine Schulter. Ich lege meine Finger auf ihre Wange und streiche hinunter bis zum Kinn. Ich sehe, wie ihre Lippen zittern: ‘Tom’, sagt sie, ‘wie wollen wir jetzt weiterleben?’” Tom Kummer, der »Bad Boy« des deutschen Journalismus, hat der Frau ein Denkmal gesetzt, von der ihn nur der Tod scheiden konnte: ein durch und durch erschütterndes Buch.
»Tom Kummer ist der Johnny Cash der deutschen Literatur.« Philipp Theisohn Ein Vater kehrt mit seinem Sohn zurück in sein Heimatland. Er hat seine Frau verloren und eines seiner Kinder in Los Angeles zurückgelassen. Nachts fährt er als Chauffeur internationale Führungskräfte und afrikanische Diplomaten durch die Schweizer Berglandschaft. Er muss ein neues Leben finden, eine Zukunft. Für sich und seinen Sohn. Aber irgendwie auch für die ganze verfluchte Menschheit. Der Erzähler Tom arbeitet als VIP-Fahrer, holt Führungskräfte und afrikanische Diplomaten vom Flughafen ab und bringt sie nach Zürich oder Bern. Unterwegs durch die Nacht entspinnen sich Dialoge voller Fremdheit, Witz oder unheimlicher Intimität. Oft schweifen seine Gedanken ab von der Straße hin zu den Wanderungen mit seinem Vater zum schwarzen Mönch, noch öfter hin zu Nina, seiner verstorbenen Frau. Sie flüstert ihm ein, führt in zu den Narben der Landschaft. Orte, an denen Unfälle geschehen sind, Flugzeugabstürze und andere Machtproben des Schicksals. Morgens nach der Arbeit setzt er sich ans Bett seines schlafenden Sohnes, streicht ihm über die Haut. Doch die Fahraufträge werden obskurer, das paradiesische Schweizer Panorama trügt und es wird immer schwieriger zu deuten, ob die Düsternis in der Welt nur einem Trauma entspringt oder traurige Realität ist.
Unter Strom
Roman
Wie frei kann man sein als Einer von Zweien? Die Neunziger. Zwei Frauen Mitte dreißig auf einem Roadtrip durch den Schweizer Hochsommer. Ihnen macht keiner was vor. Nina und Sarah sind Blutsgeschwister seit Jugendtagen und echte Femme Futures: stilbewusst, kaltschnäuzig und zusammen nicht aufzuhalten. Doch was, wenn sie nicht dasselbe Ziel ansteuern? Mit Mitte dreißig verlässt Nina ihren langjährigen Partner in Los Angeles und kehrt zurück in die Schweiz zu ihrer Freundin Sarah, inzwischen eine erfolgreiche Menschenrechtsanwältin. Eine Woche, bevor Nina sich entscheiden muss, für einen Partner, für oder gegen Kinder, einen Wohnort, den Beruf. Rasante Motorradfahrten durch die flirrende Berglandschaft, Nacktbaden in kühlen Bergseen – für Nina ist der Trip ein großes Revival der Freiheit, doch Sarah sieht darin den Beginn einer langen Partnerschaft. Und ein Sommerfest in ihrer Villa am Bielersee soll ihr Anfang sein … Wieviel Freiheit verträgt der Mensch, wieviel Einfluss tut ihm gut? »Unter Strom« stellt die innersten Fragen der Zweisamkeit, so leidenschaftlich und einfühlsam wie es neben Tom Kummer nur wenige können. »Tom Kummer schreibt mit einer ungeheuren sprachlichen Zärtlichkeit.« SWR
Sind wir nicht alle ein bisschen Knut? Ein kleiner Eisbär bringt die Herzen zum Schmelzen. - Mit bislang unveröffentlichten Fotos!
Krachkultur 21/2020
- 200 Seiten
- 7 Lesestunden
Die KRACHKULTUR bringt bahnbrechende Literatur aus der ganzen Welt. Große Autoren und neue Stimmen. Leise und laute. Zu heiklen Themen wie Heimat und Sexismus, und zu den schönen Momenten im Leben, die im Alltag untergehen. Die spannende Literaturzeitschrift für heute. Jedes Heft sorgt für Debatten, von FAZ bis Neues Deutschland. Die Süddeutsche sagt, die KRACHKULTUR tanzt „niemandes Pfeife nach“. FAZ Woche nennt sie „ein kleines Mirakel“. Der Bayerische Rundfunk mahnt: „Nicht versäumen!“ Für das Hamburger Abendblatt ist die Krachkultur gar „Pflichtlektüre für Literaturkenner“. Und Welt kompakt urteilt: „Es gibt in KRACHKULTUR kaum einen Beitrag, sei es Gedicht, Story oder Essay, der sich nicht der Lektüre lohnte.“ Die KRACHKULTUR wird mit Texten die Welt nicht aus den Angeln heben – aber sie rüttelt sie manchmal gehörig durch. Im aktuellen Heft steht ein Interview mit Colson Whitehead, der für Underground Railroad und Die Nickel Boys gleich zweimal den Pulitzer-Preis erhielt. Außerdem geht es um das Frauenbild im Deutschrap, ein Violine spielendes Wunderkind in der DDR, Beethovens Sterbezimmer und einen mehr oder weniger echten Tag im Leben von Bob Dylan. Mit dabei sind Skandalautor Tom Kummer, Pop-Literat Eckhart Nickel, der große englische Lyriker Philip Larkin und Bestseller-Biologe Josef H. Reichholf.