Viktor Jerofejews Roman, der in Auszügen in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und dem New Yorker erschien, thematisiert die Auseinandersetzung mit einem mächtigen Vater, einem Vertreter der Nomenklatura und politischen Berater Molotows. Der Erzähler muss diesen Vater überwinden, um als Schriftsteller in die Welt zu treten. Aufgewachsen im Herzen der politischen Macht, war sein Vater Berater und Dolmetscher Stalins und später Botschafter im Westen. Die Welt der privilegierten Elite wird mit melancholischem Spott dargestellt, während die kindliche Perspektive des Erzählers, der seinen Vater liebt, erhalten bleibt. Diese Spannung zwischen kindlichem Blick und historischem Wissen prägt den Text. Letztlich erzählt der Roman von der Geburt eines Schriftstellers und Dissidenten, der durch den politischen Mord an seinem Vater paradoxerweise zur Freiheit gelangt. Die Präsenz des 'Ermordeten' während der politischen Verfolgung zeigt die menschliche Größe der Protagonisten und verleiht dem literarischen Zeitzeugnis eine tiefere Dimension.
Victor Erofeev Bücher
Victor Erofeevs frühe Auseinandersetzung mit in der Sowjetunion verbotener Literatur, beeinflusst von Autoren wie Nabokov und de Sade, prägte seinen provokanten literarischen Weg. Sein Werk taucht tief in die dunkleren Ästhetiken von Sex, Gewalt und Tod ein und verwendet dabei oft einen grotesken und beunruhigenden Stil. Erofeev ist bekannt für seine radikalen künstlerischen Manifeste, in denen er kühn das Ende des sozialistischen Realismus verkündet und eine neue "Böse"-Literatur propagiert. Mit seinen Romanen und Essays bietet er unkonventionelle und oft kontroverse Interpretationen der russischen Gesellschaft und ihres literarischen Erbes.


Präsentiert eine definitive Sammlung von Kurzgeschichten, die zwischen 1978 und 1990 entstanden sind, von einem der umstrittensten avantgardistischen Autoren Russlands. Diese Geschichten fangen die letzten Atemzüge der Sowjetunion ein und spiegeln den Widerstand des Autors gegen sowjetische Werte wider.