Der vorliegende Band versammelt sieben neue Erzählungen Haruki Murakamis - "long short stories", die wohl zum Zartesten und Anrührendsten zählen, das je von ihm zu lesen war. Und doch sind sie typisch Murakami, denn sie handeln von versehrten, einsamen Männern. Männern, denen zu ihrem Glück etwas ganz Entscheidendes fehlt ...
Jacques Westerhoven Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)






Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im Namen tragen. Nur Tsukuru fällt aus dem Rahmen und empfindet sich – auch im übertragenen Sinne – als farblos. Als er nach der gemeinsamen Schulzeit nach Tokyo geht, tut dies der Freundschaft keinen Abbruch. Zumindest nicht bis zu jenem Sommertag, an dem Tsukuru voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt – und herausfindet, dass seine Freunde ihn plötzlich und unerklärlicherweise schneiden. Er erhält einen Anruf: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen fernhalten, er wisse schon, warum. Verzweifelt kehrt Tsukuru nach Tokio zurück, wo er ein halbes Jahr am Rande des Selbstmords verbringt. Viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-Jährige seiner neuen Freundin Sara und stellt sich, von ihr ermutigt, den Dämonen seiner Vergangenheit.
Ein unzufriedener Mann von 30 Jahren, gerade ohne Arbeit und von seiner tüchtigen Frau zur Selbsterforschung ermutigt, so einer ist Murakamis Held Toru Okada in diesem schillernden Roman. Wenn er fliegen kann, dann eher wie ein Spielzeugvogel, von wer weiß wem aufgezogen. Vor diesem "Mister Aufziehvogel" tun sich plötzlich Wirklichkeiten auf, von denen er bisher nichts ahnte. Erotische, ökonomische und politische Unbekannte dringen zu ihm vor: eine kesse, intelligente 16jährige, eine Wahrsagerin, ein alter Offizier, und alle schleppen sie ihre seltsamen Geschichten in Torus stilles Haus - Geschichten, die sich als insgeheim miteinander verbunden erweisen. Selbst über die eigene Ehe, über scheinbar so treue Frau drängen sich dem Helden schwindelerregende Vermutungen auf. Unter dem Alltagsleben der Großstadtgesellschaft wirken noch andere Kräfte: geheime, abgründige Begierden, die Historie mit ihren millitärischen Untaten aus dem japanisch-chinesischen Krieg; vielleicht gar so Altmodisches wie das Schicksal. Haruki Murakami rührt an beunruhigende Empfindungen, die auch den Europäer am Ende des 20. Jahrhunderts umtreiben. Als dem westlichen Erleben zugewandter Erzähler schon lange international ein Geheimtip, erkundet Haruki Murakami die Seele des globalisierten Menschen. Ein Welterfolg, ein hochorigineller zeitgenössischer Roman.
Als Tengo seinen komatösen Vater im Krankenhaus besuchen will, findet er in dessen Krankenbett eine »Puppe aus Luft« vor, die ein Abbild Aomames als junges Mädchen in sich birgt. Er greift nach ihrer Hand, und eine unsichtbare Verbindung entsteht. Fortan wartet Tengo darauf, der Puppe nochmals zu begegnen, doch vergebens. War das Signal nicht stark genug, um die zwischen Leben und Tod schwankende Aomame zu retten?
Wilde Schafsjagd
- 305 Seiten
- 11 Lesestunden
Der dreißigjährige namenlose Held, geschieden, intelligent, müde. Sein Partner: ein Trinker. Seine Freundin: ein etwas gewöhnliches Mädchen mit übersinnlich schönen Ohren. Außerdem der Alte, gequält von einem golfballgroßen Gehirntumor; ehemaliger Kriegsverbrecher, Boss der Rechten und Ultrarechten, Herr über ein Imperium aus Politik, Finanzen und Massenmedien. Und dessen Sekretär: ausgebildet in Amerika und effizient bis zur Perfektion. Vor allem aber das Schaf.
»Als mein fünfzehnter Geburtstag gekommen war, ging ich von zu Hause fort, um in einer fernen, fremden Stadt in einem Winkel einer kleinen Bibliothek zu leben.« – Es erzählt Kafka Tamura, und seine Reise führt in Wirklichkeit aus der realen Welt hinaus in sein eigenes Inneres. Eine schicksalhafte Prophezeiung, der Geschichte von Ödipus gleich, lenkt Kafkas labyrinthischen Weg. ›Kafka am Strand‹ heißt das Bild an der Wand von Saeki, der rätselhaften Leiterin jener kleinen Bibliothek. Und ›Kafka am Strand‹ heißt auch der Song aus der Zeit, als Saeki noch Pianistin war und einen jungen Mann leidenschaftlich liebte, sie waren ein Paar wie Romeo und Julia. Die Wege des Erzählers Kafka kreuzen sich auf geheimnisvolle Weise mit denen von Saeki und denen eines alten Mannes, der die Sprache der Katzen versteht und Spuren folgt, die in eine andere Welt weisen.
Makioka Sisters
- 530 Seiten
- 19 Lesestunden
In Osaka in the years immediately before World War II, four aristocratic women try to preserve a way of life that is vanishing. As told by Junichiro Tanizaki, the story of the Makioka sisters forms what is arguably the greatest Japanese novel of the twentieth century, a poignant yet unsparing portrait of a family–and an entire society–sliding into the abyss of modernity. Tsuruko, the eldest sister, clings obstinately to the prestige of her family name even as her husband prepares to move their household to Tokyo, where that name means nothing. Sachiko compromises valiantly to secure the future of her younger sisters. The unmarried Yukiko is a hostage to her family’s exacting standards, while the spirited Taeko rebels by flinging herself into scandalous romantic alliances. Filled with vignettes of upper-class Japanese life and capturing both the decorum and the heartache of its protagonist, The Makioka Sisters is a classic of international literature. From the Hardcover edition.
