Kabinettstückchen des kolumbianischen Nobelpreisträgers (Jg. 1928) über die auf wahren Begebenheiten beruhenden Erlebnisse von Lateinamerikanern in Europa.
Mieke Westra Bücher






Das Klingsor-Paradox
- 508 Seiten
- 18 Lesestunden
1945: Ein Skandal in Liebesdingen hat den Physiker Francis P. Bacon seine Universitätskarriere gekostet. Nun macht er sich im Auftrag der US-Army auf die Suche nach jenem Wissenschaftler, der unter dem Decknamen Klingsor für das Atomprogramm der Nazis verantwortlich war. Zusammen mit dem Mathematiker Gustav Links verfolgt er Spuren, befragt Max Planck, Werner Heisenberg und Niels Bohr - und stößt auf ein Netz von Intrigen, Missgunst und Verrat. Ist Heisenberg Klingsor? Oder ist der Verräter an Bacons Seite? Jeder könnte Klingsor sein ...
Roman über Aufstieg, Triumph, und Mythos Eva Pérons, der Frau (1919-1952) des argentinischen Präsidenten.
Aura
- 94 Seiten
- 4 Lesestunden
Aura ist eine erotisch phantastische Novelle. Ebenso modern wie einer romantischen Erzähltradition verpflichtet, bannt ihr dunkler magischer Zauber, ihr vampirhafter Sog und Spuk den Leser von der ersten bis zur letzten Zeile. Ihr zentrales Thema ist die sexuelle Begierde. Diese treibt den jungen Historiker Felipe Montero in den Bannkreis zweier Frauen, die in Wirklichkeit ein- und dieselbe Person sind: die zwanzigjährige Aura und die uralte Senora Consuelo. In einem Patrizierhaus aus der Kolonialzeit Mexikos inszeniert Fuentes die Geschichte einer Leidenschaft, in der das weibliche Verlangen die Aporien des Daseins - Jugend und Alter, Tod und Leben - zu überwinden scheint.
Die junge libanesische Reederin Warda Bashur hat sich in den Kopf gesetzt, einen geerbten Tramp Steamer von zweifelhafter Seetüchtigkeit als Frachtschiff zu betreiben. Der baskische Kapitän Jon Iturri lässt sich auf das ungewöhnliche Abenteuer ein – überwältigt von der eigentümlichen Schönheit der jungen Frau. Von Zeit zu Zeit kommt sie unvermutet an Bord. Er weiß, dass ihre Liebe dauert, solange der Tramp Steamer über die Meere vagabundieren kann.
In einer spannenden Reportage in der Ichform läßt Gabriel García Márquez den chilenischen Filmregisseur Miguel Littín von seinen Abenteuern berichten, als dieser illegal einen Film über das Leben unter der Diktatur dreht. Littín, der zur Zeit der ›Unidad Popular‹, der Volksfrontregierung unter Allende, eine bekannte Persönlichkeit war, gehört zu den Exilchilenen, denen es verboten ist, in ihr Land zurückzukehren. Aber nach 12 Jahren im Exil wagt er es. Das Unternehmen wird generalstabsmäßig geplant: Drei internationale Filmteams reisen unter unterschiedlichen Vorwänden ein, Littín selbst legt sich eine neue Identität zu; unterstützt von Widerstandsorganisationen drehen die drei Teams unter Littíns Regie in ganz Chile, sogar im Präsidentenpalast direkt unter Pinochets Nase. In einem aufregenden Katz- und Maus-Spiel wird die allgegenwärtige Militärpolizei immer wieder an der Nase herumgeführt, das Filmmaterial ins Ausland geschleust. Littíns Plan ist gelungen: »Acta general de Chile«, Generalabrechnung mit Chile, von der es eine Fernsehdokumentation und einen Kinofilm gibt.
Maytas Geschichte ist ein Roman über die revolutionäre Hoffnung und die organisierte Linke, über Peru heute, über politisches Handeln — seine Notwendigkeit und sein Scheitern —, die eindringliche Studie eines politischen Charakters und nicht zuletzt die Standortbestimmung eines Intellektuellen in einer zerrissenen Situation, die Gleichgültigkeit nicht zuläßt.
Der General in seinem Labyrinth
- 359 Seiten
- 13 Lesestunden
Noch heute wird General Simon Bolivar, siegreicher Anführer der südamerikanischen Kolonien im Unabhängigkeitskrieg gegen Spanien, in ganz Lateinamerika als Befreier verehrt. Vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse schildert Gabriel Garcia Marquez in seinem neuen Roman das faszinierende Leben dieses Mannes, von seinem Aufstieg zur Macht bis zum bitteren Niedergang. Er entwirft dabei das ergreifende Porträt eines Menschen "im Labyrinth seiner Leiden und verlorenen Träume".
In einem abgelegenen Geröllfeld wird die Leiche des Mestizen Palomino Molero, Rekrut der peruanischen Luftwaffe, gefunden. Die mit der Mordaufklärung beauftragten Polizisten stossen bei den Militärs des nahegelegenen Stützpunktes auf eine Mauer des Schweigens
Carlos Prullàs nimmt an den Proben seines neusten Stückes teil. Regie führt wie immer sein ältester Freund Gaudet, in der Starrolle Mariquita Pons, mit der noch jedes seiner Stücke zum Renner wurde. In diesem schwül-heißen August aber scheinen sich die Dinge zu verschieben: Erst entdeckt er seinen Freund dabei, wie er heimlich Sartres "Der Ekel" liest, dann deutet auch Mariquita Pons an, daß Prullàs mit seinen Stücken aus der Mode zu geraten droht. Ihr eigener Stern freilich scheint auch zu sinken, jedenfalls taucht plötzlich Lilí Villalba im Ensemble auf, ein hübsches junges Ding, das von einem reichen Geschäftsmann protegiert wird. Und ausgerechnet in sie verliebt sich Prullàs geradezu blindlings. Als der Geschäftsmann ermordet aufgefunden wird, steht Prullàs unversehens als Hauptverdächtiger da. Alles scheint er nun falsch zu machen, und er muß erleben, wie sich selbst seine Freunde gequält von ihm abwenden. Als sich die Schlinge1 um seinen Hals enger zieht, unternimmt er einen Abstieg in eine Unterwelt, von der er nicht die geringste Ahnung hatte.




