Als Kind musste Paul Spiegel vor den Nazis mit seiner Familie nach Belgien fliehen, wo sie von den Deutschen eingeholt wurden. Sein Vater wurde verhaftet, seine elfjährige Schwester in Auschwitz ermordet. Nach dem Krieg kehrte die Familie nach Deutschland zurück. Nur langsam gewöhnte sich Paul Spiegel wieder an ein Leben in seiner alten Heimat ? und bekennt doch heute: »Wenn ich nicht gerne in Deutschland lebte, würde ich nicht in Deutschland leben.«
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Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland erläutert allgemein verständlich die Grundzüge des jüdischen Lebens und Glaubens
Paul Spiegel, seit 2000 Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, war das öffentliche Gesicht des Judentums in Deutschland. In seinem letzten großen Interview vor seinem plötzlichen Tod spricht er mit dem Hannoveraner Professor Wilfried Köpke über Deutschland: über Gegenwart und Zukunft des Judentums und über seine persönliche Geschichte in einem schwierigen Vaterland. Das optimistische Bekenntnis zu einem jüdischen Leben in Deutschland durchzieht Paul Spiegels Leben und Einsatz. In seinem Interview spricht er gar von einer möglichen "Renaissance des Judentums in Deutschland". Deutschland war für Paul Spiegel kein Land mehr, in dem Juden sich von Anfang an bedroht fühlen. Und die selbst gestellte Frage: "Warum war das möglich? Nach so kurzer Zeit", beantwortet er selbst: "Das dokumentiert wohl vor allem: ein anderes Deutschland, ein neues Deutschland, ein demokratisches Deutschland."